Von Werbebotschaften zum Story-Telling – unterstützt durch die Facebook-Timeline

Was wir schon länger in unseren Social Media Seminaren ansprechen ist die Veränderung von Marketing und Werbung – weg von Marketing-Botschaften hin zu echten Themen und Geschichten – dem Story-Telling eben.

Längst erkannt von den Verfassern des Cluetrain Manifest. Mit dem bisherigen Vorgehen von Marketing, Werbung und Umgang mit der Zielgruppe kommt man irgendwann nicht mehr weiter. Die wohl bekannteste Aussage des Cluetrain Manifest trifft es ziemlich gut:

Wir sind keine Zielgruppen oder Endnutzer oder Konsumenten. wir sind Menschen – und unser Einfluss entzieht sich eurem Zugriff. kommt damit klar.

Übersetzt für Marketing und Werbung: Kein Kunde will mehr das bisherige Werbe-Geschwafel hören und ist genervt oder gelangweilt. Mal abgesehen, dass sowieso kaum etwas davon bei uns Menschen ankommt. Studien zufolge (u.a. von mediascale) prasseln auf uns täglich ca. 3.000 Werbebotschaften ein. Nur etwa 30 finden den Weg in unser Kurzzeitgedächtnis und nur zwei bis drei schaffen in der Regel den Weg ins Langzeitgedächtnis.

Was sollten wir als Marketeers und Werber also tun? Story-Telling. Auch hier wird das Marketing nicht neu erfunden, man besinnt sich nur auf Erkenntnisse wie z.B. “gute Werbung erzählt eine Geschichte” und “menschliche Gehirne reagieren nicht auf Fakten sondern auf Gefühle” zurück,. Diese Entwicklungen sind nicht neu und einige große Marken wie z.B. RedBull haben es sowie schon verstanden – aber natürlich auch mit ausreichend Budget in der Tasche.

Und dann kam mit dem Web 2.0 auch Social Media um die Ecke und hat es auf einmal möglich gemacht, mit kleineren Budgets und guten Ideen echte Stories zu erzählen, die beachtet wurden. Wer würde ohne das Saftblog die Marke walther’s kennen oder hätte schon mal was von der Krones AG gehört?

Nichtsdestotrotz kann man aber nicht oft genug sagen: Social Media ist kein Kanal der 1:n Kommunikation, in dem man munter Werbebotschaften verteilt. Liebe Unternehmen und Agenturen, jetzt kommuniziert dort nicht auch auf eine Art und Weise, die vorher schon keiner mehr wollte, sondern fangt endlich an eine Geschichte zu erzählen. Wer nicht hören will, muss fühlen, hat sich Facebook wohl gedacht und die Timeline eingeführt.

Opps. Kein Welcome-Tab mehr als Landingpage, auf dem man mittels Werbebotschaften den User zu “gefällt mir” überreden kann. Jeder Besucher einer Fanpage ist gleich mitten auf der Chronik und hier zählt nur eins: die Story. Und hier hilft die Timeline sogar den Unternehmen ihre Story zu finden – schön erklärt von Jamie Tedford in einem Gastbeitrag im Forbes Magazin. Sein Tipp:

So don’t obsess about your new Timeline cover photo or how a user’s eyeball will scan your new page layout. Rather, spend that time to become the storyteller your brand deserves, because every brand has a story.

Einige haben es schon begriffen, wie z.B. American Express, Coca Cola oder auch Stylight, um mal eine deutsche Seite zu nennen. Es bleibt zu hoffen, dass viele weitere Unternehmensseiten diesen Beispielen folgen werden.

Eine zentrale Frage dabei ist natürlich die des roten Fadens in der Story. Hier kann man viele Social Media Strategie Empfehlungen lesen, aber letztendlich muss jedes Unternehmen selbst den Weg zu den Geschichten finden, die es erzählt. Denn nur dann ist es authentisch.
Wer das begriffen hat ist Coca Cola. Sie haben auch noch netterweise zwei Videos dazu drehen lassen und erklären uns ihr Vorgehen bei der Vision “Content 2020” in Part 1 und Part 2, An alle Marketing und Werbe-Leute: Guck-Befehl!

Wer aber trotzdem noch ein bißchen an der Seite feilen möchte, bevor er sich damit beschäftigt ein Geschichten-Erzähler zu werden, der ist mit den Guidelines zur neuen Timeline von allfacebook bestens bedient.



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