Social Media

Anforderungen an digitale Strategien und Kulturwandel: alter Wein, neue Schläuche?

von am 28. Dezember 2012 verfasst


Die Welt ist schnell und wandlungsreich geworden das hatten wir in den letzten Tagen festgestellt und auch, dass sich dieser Wandel auf verschiedenste Themen und Geschäftsmodelle auswirkt. Wie begegnet ein Unternehmen im Idealfall diesen Herausforderungen?

Klemens Skibicki deutet es in seinem aktuellen Timeline Header an: „man kann mit altem Denken nicht in neuen Welten erfolgreich sein“ und auch die Welt schlägt in diese Kerbe wenn sie in ihrer Kampagne aus 2012 schreiben, dass die Welt jenen gehöre, die neu denken. Aber ist das wirklich so?

Sometimes the old ways are the best

Wer den aktuellen Bond Skyfall gesehen hat, dem dürfte dieser Satz bekannt vorkommen. Er wird von Daniel Craig mehrmals geäußert. Einerseits das gute alte Rasiermesser andererseits das gute alte Jagdmesser, das den Bösewicht zur Strecke bringt als alle Magazine verballert waren.

Skyfall ist auch eine Geschichte von Wandel und Umbruch. Der Dinosaurier Bond trifft auf den neuen Q, einen End-Zwanziger IT-Freak der nach eigener Aussage im Pyjama von der Couch aus mehr Schaden ausrichten könne als James Bond mit voller Feuerkraft.

Bei Skyfall kommt es wie es kommen muss – am Ende beweisen sich die alten Wege als die besseren und die „Dinosaurier“ sind siegreich mit ihren Methoden.

Aber wie sieht es bei Unternehmen aus?

Alter Wein und neue Schläuche oder The best of both worlds

Als aufrüttelndes Statement finde ich solche Sätze, dass altes Denken nicht mehr erfolgreich sein kann durchaus berechtigt. Aber so alles in allem bergen sie auch die Gefahr in sich zuviel über Bord zu werfen oder hinter sich zu lassen. Das führt dann dazu, dass Online als Insellösung existiert und innerhalb online dann vielleicht sogar noch die einzelnen Kanäle jeder für sich.

Auf unseren Seminaren gibt es eine Stelle wo ich mir innerhalb von wenigen Slides selber widerspreche. Erst wird das Cluetrain Manifest zitiert mit der Aufforderung, dass man nicht mehr von Zielgruppen sprechen solle und andererseits empfehle ich vielleicht sechs Folien später dass man sich bei der Auswahl von Social Media Kanälen genau überlegen möge, wo man denn seine Zielgruppe unter Einsatz welcher Ressourcen erreichen könne.

Einerseits also die komplette User-Zentrierung (ich bin Sven und kein Kunde) anderseits die abstrakte Begrifflichkeit Zielgruppe (Männer, Mitte 30, Hamburg). Beide haben aus meiner Sicht ihre Berechtigung und ich glaube gar nicht, dass es ein entweder oder sein muss.

Der Begriff der Zielgruppe ist vielleicht nicht der schönste aber er hilft ein gemeinsames Verständnis innerhalb der Marketingplanung zu erhalten. Wen will ich erreichen? Und bei allen Potentialen für (real) Big Data Einsatz im Marketing manchmal muss es nicht granular sein. Auch wenn ich auf Facebook oder twitter die individuelle Ansprache erwarten von einer Firma mit der ich kommuniziere, so gibt in Werbekanälen wie Facebook Ads oder Adwords weiterhin demographische Zielgruppen.

Alt muss nicht veraltet oder schlecht heißen

Die Methoden und Ansätze die unsere bisher genutzten Kanäle prägen, gilt es jetzt anzupassen und um neue Anforderungen und Möglichkeiten zu ergänzen.

Dabei sollte nicht alles automatisch verworfen sondern kritisch hinterfragt  werden, ob es denn noch zeitgemäß ist oder besser gemacht werden könnte. Und bei allem „digital first“ und aller Relevanz von Online, Web und Social bitte nicht vergessen, dass wir oft von Produkten und Kunden reden die es bereits gestern gab und in deren Vermarktung bereits Erfahrungen gemacht wurden. Das Rad muss also selten komplett neu erfunden werden vielmehr gibt es neue Profile und neue Einsatzmöglichkeiten die es zu lernen gilt.

Ziel muss eine Content Strategie sein

In einer Welt in der 1:n kommuniziert wurde gab es eine klare Stimme des Unternehmens. Diese Zeiten sind endgültig vorbei, da User im öffentlichen Raum Rückmeldung geben können und letztlich jeder Mitarbeiter bewusst oder unbewusst für sein Unternehmen kommuniziert. Wo one voice endet muss one opinion das Ziel sein. Das bekannte Konzept der Corporate Identity also letztlich in ein konsistentes Bild münden, was und wie das Unternehmen kommuniziert. Ich habe also eine Botschaft und muss sie über alle meine Kanäle hinweg denken und möglichst einheitlich halten.

In den einzelnen Kanälen gilt es dabei die Botschaft anzupassen an die Nutzungssituation Verbundwirkungen zwischen z.B. offline und Search zu nutzen.

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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