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Meinung

Apps werden von Chatbots abgelöst? Warum das denn?

von am 7. März 2017 verfasst


Menschen verbringen viel Zeit mit ihrem Smartphone. Telefonieren tun sie hingegen fast gar nicht – zur Kommunikation nutzen sie überwiegend Messaging Apps. Nutzer sollen und wollen mitunter die jeweilige Messaging App gar nicht mehr verlassen. Warum sollten sie auch? Dort können Sie mithilfe von Chatbots News empfangen, Shoppen oder Rezepte lesen. Der Trend wandelt sich derzeit zur (fast) alltäglichen Anwendung. Um den Facebook Messenger sowie Whatsapp, iMessage und Google Allo haben sich bereits eigene Ökosysteme gebildet.

Bei Google Allo ist der sogenannte Google Assistent bereits eingebaut. Dieser schickt Wetter-Infos, gibt Infos zu Restaurants in der Umgebung oder beantwortet auch Wissensfragen. In den anderen Messaging Apps müssen die Chatsbots angeschrieben und eine Konversation gestartet werden.

So zum Beispiel der Lufthansa Chatbot im Facebook Messenger. Wer „günstige Flüge“ im Messenger sucht, findet Mildred. Mit Mildred kann man auf Deutsch und auf Englisch chatten und sich von ihr beraten lassen, wenn es um den günstigsten Preis für einen Flug innerhalb der kommenden neun Monate bei Lufthansa geht. Dabei kann der Nutzer die Bestpreissuche beispielsweise auf Zeitpunkte und Buchungsklassen einschränken. Anstatt wie hier abgebildet den Abflug- und Zielflughafen zu nennen, kann auch der Wohnort als Standpunkt gewählt werden. Mildred ist so clever, dass sie automatisch, den nächstgelegenen Flughafen mit Abflügen der Lufthansa-Gruppe auswählt. Hat sich der Nutzer für einen Zeitraum, eine Route und seine Reiseklasse entschieden, wird ihm angeboten, das Ticket direkt zu kaufen, indem er zur mobilen Website von Lufthansa weitergeleitet wird.

Lufthansa Chatbot               Lufthansa Chatbot           Lufthansa Chatbot

Auch in WhatsApp ist einiges los, wenn es um Chatbots geht. Die Agentur für Arbeit (unten links) berät Jungendliche bei der Suche nach passenden Ausbildungsberufen. Dabei wird der Bot mit Influencer Marketing verbunden: Julien Bam ist ein YouTube Star mit über 3,5 Mio. Followern und ist nach der Beantwortung von acht Fragen angeblich derjenige, der die passenden Ausbildungsstellen  zusammen stellt.

Chatbot Agentur für Arbeit  Image uploaded from iOS (10)

Sogar im Kulturbereich werden bereits Chatbots genutzt. Das Deutsche Historische Museum nutzt einen WhatsApp Chatbot als Führer durch eine aktuelle Ausstellung. Der Besucher gibt die jeweilige Nummer am Exponat ein und bekommt die dazugehörigen Infos auf das Handy gesendet.

Chatbot Deutsches Historisches Museum

Noch stecken die Möglichkeiten von Chatbots in den Kinderschuhen. Sprachlich können die Bots – noch nicht –  mit menschlicher Kommunikation mithalten. Aber der Vorteile liegen dennoch klar auf der Hand: Ein Handy mit einer übersichtlichen Anzahl von Apps, mit den Messenger Apps als Dreh- und Angelpunkt für Informationsbeschaffung und personalisiertem Entertainment – gerne alles sprachgesteuert.

Der Bedarf der Unternehmen nach relevantem Content wird mit dieser Entwicklung noch steigen. Basierend auf der Analyse von Nutzerinteressen ist eine persönliche und individuelle Ansprache sowie das Ausspielen von Inhalten ein Muss. War der Kampf von Apps um die Aufmerksamkeit der Nutzer schon hart, könnte es im Messenger noch enger und somit der Wettbewerb noch stärker werden.

Update Oktober 2017

Ein halbes Jahr ist vergangen und was ist aus dem Trend „Chatbot“ geworden? Könnte richtig gezündet haben, denn immerhin sind 77 % der Deutschen täglich in Messenger-Apps unterwegs und zahlreiche neue Chatbots sind auf dem Markt.  Jedoch: Nur 31 % der Befragten der aktuellen You Gov Studie können mit dem Begriff Chatbot etwas anfangen. Und in der täglichen Nutzung muss man nur mal fünf Freunde befragen und sehen, was dabei raus kommt.
Sieht also aus, als ob es noch etwas dauern wird, bis Chatbots im Massenmarkt angekommen sind.

Ein weiterer Trend, der gerne mit Chatbots in einem Topf geworfen wird, ist die Nutzung von Sprachassistenten wir Siri, Google Assistant, Alexa mit Amazon Echo. Chatbots und Sprachassistenten kann man als Conversational User Interfaces zusammenfassen, d. h. als Hier ist die Nutzung verbreiteter und Bereitschaft liegt höher. Die Vorteile liegen auf der Hand:

1) Durch ihre Kommunikationsform sind sie adaptiver als jede App. Durch Sprachsteuerung könnte sich der Titel diese Artikels bewahrheiten. Warum ein App nutzen, wenn Siri für mich aus dem Internet ohne den Umweg der App alle gewünschten Informationen abruft?

2) Durch Sprachssistenten und Chatbots kann man sich – zumindest theoretisch – einiges an Zeit ersparen. Statt zu tippen und spricht man einfach zu Alexa oder Siri und die App macht sich dann die Mühe Informationen aus verschieden Töpfen zusammenzufügen, beispielsweise wenn Wetterdaten mit meinem Kalender mit Verkehrsinformationen zusammen gebracht werden.

3) Wenn Dein Chatbot oder Dein Sprachassistent mit jeder Eingabe etwas über Deine Wünsche und Vorlieben lernt, kann er sich immer besser auf den User einstellen.

Wir werden also sehen, ob sich dieser Trend durchsetzt und welche Arten von Interfaces in den nächsten zwölf Monaten stärker genutzt werden.

 

Kim-Jasmin Kirchoff

Projektmanagerin

Auf unserem Blog widmet sich Kim vor allem Themen der Organisation, Unternehmensentwicklung, Wertschöpfung und des Lead Managements. Dabei nimmt sie gern eine kritische Perspektive ein und betrachtet die Dinge aus einem neuen Blickwinkel.

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