Social Media

BarCamp Hamburg 2012 – Ein Rückblick von crowdmedia

von am 4. November 2012 verfasst


Fühlt sich ja schon immer wie ein kleines Klassentreffen an das BarCamp in Hamburg. Zum einen da ich als ehemalige Ottonin gleich bei betreten des Geländes einige Bekannte getroffen haben, aber auch weil man innerhalb der Online-Sphäre Hamburgs viele bekannte Gesichter trifft und so auch das Netzwerk erneuert.

Was habe ich an Tag 1 auf dem BarCamp erlebt?

Gestartet bin ich mit Sigurd Lurcht in den Tag und habe gelernt wie man mit dem richtigen Atmen und auch merkwürdigen Tönen das Zwerchfell lockert und sich so entspannt und befreit. Klingt jetzt so ein bisschen esotherisch – war aber wirklich gut. Dann habe ich Sarah (Pust)von den DMWHH gelauscht zum Thema gute Webtexte. Es hat mein Basiswissen zu dem Thema noch mal gut erfrischt und das zusammen geführt, was ich aus Wilkos Journalisten und Svens SEO-Brille schon immer zu hören bekomme. Das war auch das Oberthema der Diskussion, worauf konzentriere ich mich, auf Google  oder auf meine Zielgruppe – also den Leser? Sarahs Meinung ja SEO sehr wichtig, aber im Zweifel lieber auf den Leser optimieren. Einwand eines Teilnehmers – Google will ja genau das, das beste für den Leser. Ist am Ende aber auch „nur“ ein Algorhytmus. Das dürfte die Keyword-Dichte erhöhen: BarCamp, BarCamp, BarCamp 😉

Dann war es soweit meine erste BarCamp Session zum Thema „von Social Media zu Social Business – Enterprise 2.0 & Co.“ Hier hatten wir am Tag zuvor eine Abendveranstaltung (unser erstes crowdedhouse – Blogbeitrag folgt) mit Vortrag und Diskussion – also jede Menge Futter für meine Session. Daher habe ich mich gegen PPT entschieden (yeah) und eine Diskussion in Gang gebracht. Der Erfahrungsaustausch war spannend. Viele der Session-Teilnehmer setzten schon Yammer, Sharepoint oder andere Tools in ihren Unternehmen ein und berichteten von digitaler Kaffeeküche, über effizientere Kommunikation, bessere Einarbeitung & Co. Es war aber auch schnell klar, dass Insellösungen wie Yammer nur ein Zwischenschritt seien können, in dem wir die neues Kommunikationsverhalten ausprobieren können. Richtig erfolgreich (Zeitersparnis, Akzeptanz) kann es erste sein, wenn es eine ganzheitliche Lösung gibt, wo ich dann auf andere Systeme (Zeiterfassung, Emailprogramm, Ordnerblage & Co.) verzichten kann. Hier waren wir auf der Suche nach einem OpenSource System, dass dann noch individuelle angepasst werden kann. Kennt jemand eines? Gegen Ende kam das Thema Gamification dazu – wie kriege ich alle Mitglieder einer Organisation dazu mitzumachen? Spielen, Belohnung. Dies kann nur funktionieren, wenn die User einen Mehrwert erhalten.

Die nächste Session, die ich besuchte befasste sich mit dem Leistungsschutzrecht für Presseverlage. Nina Galla hat sich mit dem Thema stark auseinander gesetzt und teilte ihr Wissen. (mehr Infos zu dem Thema bei IGEL). Trotz der Kürze der Zeit entfachte eine Diskussion, in der die Anwesenden ihrem Unmut Luft machten. Kritisiert wurde u.a. die offensichtliche Nähe der Regierung zu Axel Springer. Die Argumente der „pro Leistungsschutzrechtler“ wurden dann auch schnell entkräftet.

  • Die Margen und Zahlen von Aggregatoren und Suchmaschinen liegen dramatisch höher als die Contentproduzenten
    • Nur weil man neidisch auf ein anderes Geschäftsmodell ist, kann man doch kein Gesetz einführen, damit es verboten wird

Generell besteht die Chance, dass die Regierung es in dieser Legislaturperiode nicht mehr auf die Straße bekommt. Und dann wird es schwer. Die Hoffnung stirbt zuletzt…
Die letzte Session, die ich leider früher verlassen musste war von Jörn-Hendrik Ast und Jürgen Sorg und herrliche unterhaltsam. Es ging um die schlimmsten Employer Branding Kampagnen von Unternehmen. Das kann man auch nicht zusammenfassen, dass müsst ihr gucken. Die Inhalte (inkl. Link zu Videos) findet ihr auf Slideshare.

Welche Eindrücke bot Tag 2 auf dem BarCamp?

Leider hatte ich an Tag zwei nur Zeit für zwei Sessions. Den Anfang machte die Erklärung des Facebook EdgeRank von Björn Tantau. Die Session musste in einen großen Raum verlegt werden aufgrund des großen Andrangs. Das wunderte mich schon, da ich dachte dass das doch eher Basics für die Anwesenden sind. Nach der Erklärung diskutierten wir zur der Thematik des Engagements. Björn stellte dazu die Facebook-Kennzahl „sprechen darüber“ und setzte sie ins Verhältnis zur Fananzahl. Das sahen einige Teilnehmer und ich anders – keinerlei Gewichtung der likes, Kommentare und Gefällt mir und außerdem ist auch nicht zu 100% klar, wie Facebook „sprechen darüber“ definiert. Ich rate also zur Vorsicht anhand dieser Kennzahl zu steuern.

Meine letzte BarCamp Session hielt ich dann mit Renate Spiering zum Thema Chancen 2013 Nutzen. Die Stadt und die Region hat viel Potenzial und es gibt viel Engagement, aber ohne Vernetzung geht leider viel unter und wird nicht wahrgenommen. Wir diskutierten in der Session wie Unternehmen, Medien und Menschen sich engagieren können, welche Unterstützung man benötigt und wie konkrete Aktivitäten aussehen können. Es geht darum Gutes sichtbar zu machen und zu fördern (Zielgruppe Bevölkerung) und Unternehmen die Möglichkeit geben diese zu unterstützen und zu partizipieren (Zielgruppe B2B). Es Bedarf Akteure und Unterstützung (€). Eine Plattform dafür bietet unsere Plattform WissensRaumNord.

Kurzum es waren zwei tolle Tage mit viel Input, Gesprächen und natürlich leckerem Essen. Vielen Dank an das Orga-Team und crowdmedia meldet sich für 2013 wieder als Sponsor – Gutes Tun und darüber sprechen!

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Svenja Teichmann

Geschäftsführung

Svenjas Themen liegen in der Strategie sowie in der Entwicklung von Organisationen, damit sie die Potentiale der Digitalisierung nutzen können. Darum drehen sich auch ihre Blogartikel. Sie ordnet Trends ein, die ihr begegnen und lässt manchmal auch Dampf ab, wenn ein Thema ohne Sinn und Verstand zum Hype wird.

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