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Barcamp Hamburg 2012 – unheimlich was los

von am 2. November 2012 verfasst


11 Uhr: Viele junge urbane Gemüter in entsprechender Staffage sowie einige wenige alte Haudegen der Online-Szene versammeln sich im Raum OTTO, um sich organisatorische Dinge erklären zu lassen. Dos: fleißig twittern, viel spenden (geht dieses Jahr anteilig an ein Kinderhospiz, sehr löblich), pünktlich sein und freundlich.

Don’ts: Müll rumliegen lassen und mehr als 2,5 Kaffeebecher pro Tag benutzen. Nach dem ganzen Orgakram werden die Sessions vorgestellt. Was sich letztendlich durchgesetzt hat, könnt ihr hier sehen. Es muss wohl nicht extra erwähnt werden, dass das Frühstück reichhaltig, nahrhaft und sehr lecker war. Lob an Kochwerk aus Hamburg!

12 Uhr: Wilko und Anne gehen zu der Eigenvorstellung der DigitalMediaWomen. Diese freuen sich außerordentlich über Zuspruch aus den Reihen der männlichen Barcampbesucher. @kassanja erläutert powerpointgestützt Motivation und Zielrichtung der digitalen Medienfrauen. Bisher haben sich 514 Mitglieder gefunden, in mehren Städten – darunter Berlin und München – werden aktuell Dependancen aufgebaut und die Gründung als Verein ist vollzogen. Die DMW wollen Sprachrohr von Frauen in der Digitalwirtschaft sein, verstärkt Speakerinnen vermitteln und insgesamt eine gesellschaftliche Veränderung weg von weisen alten Männern hin zu mehr Akzeptanz auch weiblicher Teamplayer erreichen. Unsere beiden Teilnehmer zeigen sich angemessen beeindruckt und nehmen sich vor, öfter mal bei den DMW in Hamburg vorbeizuschauen.

12 Uhr: Gestern eskalierte Ben beim Versuch Youtube in den Griff zu bekommen. Heute nimmt er dies zum Anlass die Session „Youtube für Fortgeschrittene“ von @MatthiasMorr zu besuchen. Sein Kernziel: Eine Frage beantwortet zu bekommen, um unseren Kunden endgültig zufrieden zu stellen. Ohne etwas vorweg zu nehmen: Es hat geklappt. Inhaltlich gab es es ein paar interessante Tipps und Tricks zur Optimierung der eigenen Youtube-Videos.

13 Uhr: Wilko und Ben’s nächste Station ist „Kreativ auf Knopfdruck“. @Lutzlu, Praktiker in einer 50köpfigen Werbeagentur aus Norddeutschland, erläuterte Prozesse, Techniken und Methoden, wenn man schnell eine gute Idee braucht. Mindmaping, Brainstorming und -writing, morphologische Matrixen, Ideenbewertung, Bullshittheorem – der Mann ballert in einem beeindruckenden Stakkato ein buntes Potpourri nützlicher Tipps zur Ideenevaluation raus. Danke dafür, beide haben eine Menge mitgenommen! Add On Learning: auch als Sanitär-Anlagen Designer kann man Karriere bei einem der größten Computerhersteller der Welt machen. Na, um wen handelt es sich? Wer’s errät, bekommt nen Eis.

13 Uhr: Anne treibt es zu „Responsive Webdesign“. Wichtigste Erkenntnis, die @sitevisions http://twitter.com/sitevisions vermitteln konnte: 80 Prozent aller Männer nutzen ihr Smartphone auf dem Klo. Zweite wichtige Erkenntnis: Viele Amerikaner haben gar kein Festnetztelefon oder einen Pc bzw. Laptop zu Hause. Sie machen alles mit dem Smartphone. Das Learning für Webdesigner kann also nur sein, Websites so zu programmieren, dass sie auf jdem Endgerät funktionieren. Intelligenterweise orientiert man sich dabei an den kleinsten Geräten. Media Query ist das Zauberwort.

14 Uhr: Anne und Ben besuchen die Session „Semantik ist sexy“. 14:05: Ben verlässt hochmotiviert die Session mit der Feststellung, dass die Erwartungshaltung nicht ganz zu dem dargebotenen Thema passt. Anne bleibt. Es ist ein offenes Geheimnis, dass das gute alte SEO nicht mehr funktioniert. Platz eins auf Seite eins (unbezahlt) sieht bei jedem User anders aus, zudem wird der Snippet-Text unter den herausgesuchten Links immer wichtiger. Wenn der User bei einem ergoogleten Pfannkuchenrezept eines mit einer angekündigten Zubereitungszeit von 20 Minuten und eines mit einer angekündigten Zubereitungszeit von 10 Minuten findet, wird er sich für zweiteres entscheiden – auch wenn dieses vielleicht nicht auf Platz eins steht. Was aber immer noch gilt: Auf Seite zwei bei Google auftauchen ist scheiße.

14:10 Uhr. Ben hat auf der Heizung im Raum Lightwerk Platz genommen und lauscht dem Thema „Enttäuschter Kunden oder Troll?“ Die zwei Community Managerinnen @ManuMarron und @snoopsmaus berichten von ihren Erfahrungen mit der lieben Kundschaft. Schnell entspinnt sich eine raumgreifende Diskussion, bei der die Redesteine nur so hin und her geworfen werden. Es gipfelt in der Kernaussage eines Hermes Community Managers „wir werden auf Twitter als die Deutsche Bahn der Paketzusteller beschimpft“. Woraufhin die Hälfte der Anwesesenden die deutsche Bahn zumindest auf Twitter als recht kompetent und serviceorientiert bezeichnen. Mh… na ja, wir haben auf jeden Fall verstanden, was er uns sagen will.

14 Uhr: Wilko’s nächster Termin. Als Ostfriese kann der nur heißen: „Liquid Democracy in Friesland„. Dort hat es sich die Kreisverwaltung zur Aufgabe gemacht, die Bürgereteiligung zu erhöhen und ein Liquid Feedback-System eingeführt. Nach eigener Aussage als erste demokratische Organisation außerhalb der Piraten. Ob das stimmt, müsste man mal nachschauen. Insgesamt war @50hz jedenfalls mit Herzblut dabei – verschloss sich aber der Kritik des Plenums nicht. Es ist ein Experiment, welches es zu beobachten gilt.

15 Uhr: Ben ist einfach im Lightwerk Raum sitzen geblieben. Bot sich an. Auf der Agenda steht ein Erfahrungsbericht der Israelin @lirontocker zum Thema „My life in the Israli Army“. Wusstet ihr, dass nur 20 % der israelischen Soldaten im aktiven Kampfeinsatz sind? Erwartet hätte man eine höhere Zahl.
Als lange Zeit wohnhaft in Amerika, berichtete Liron von ihrer Tätigkeit im PR-Stab der Armee, wo sie die westlichen Berichterstattung beobachtet, um diese auf der armeeeigenen Website für die eigene Bevölkerung aufzuarbeiten und als Informationsquelle nutzbar zu machen.

16 Uhr: Anne schlägt bei der Session „Serienjunkies“ auf. Es wird viel gelacht. Es werden englischsprachige Serien und Filme vorgestellt, die in keiner Sammlung fehlen dürfen.

16 Uhr: Wilko geht zur Diskussion „Facebook Jammerstunde“. Keine klassische Session sondern eher als unmoderierte Diskussion angelegt. Das schlägt sich leider auch im Niveau nieder. Menschen, die sich darüber austauschen von Facebook nachteilig behandelt zu werden. Stichwort neuer Algorhythmus für den Edge Rank, Sponsored oder Promoted Posts usw. Fazit: Auf einmal kostet Facebook mehr Geld als vorher und irgendwie ist das gemein. Ich bin vorzeitig gegangen.

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Wilko Steinhagen

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Wilko gehörte zu den ersten Kollegen bei crowdmedia. Im Sommer 2011 trafen wir uns nach unserem Umzug in einer Büro-Gemeinschaft auf der Reeperbahn. Schnell wurde er aus einer lockeren Kooperation mehr und Wilko der erste Redaktionsleiter bei crowdmedia. Alles was Blog und Newsletter bei uns angeht, steht auf einer Basis, die Wilko gelegt hat. Auch wenn das Abenteuer Reeperbahn nach nur eineinhalb Jahren endete, blieb Wilko uns bis Sommer 2016 als Kollege erhalten. Dann zog es ihn samt seiner Familie nach Schleswig, wo er als Online-Marketing-Manager bei einem mittelständischen Unternehmen tätig ist.

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