Social Media

Mögen wir die Berichterstattung im TV über Social Media?

von am 9. Oktober 2012 verfasst


Beschäftigt man sich mit der Berichterstattung im TV über Social Media, fällt bei einem Blick in die Mediathek vom ZDF mit dem Suchwort „Facebook“ schon wieder der leicht negative Unterton auf „Hetze“, „vergisst nichts“ & Co. – mir fehlt nur noch Facebook-Party unter den ersten Suchtreffen, die ich dann aber bei ARD finde. Keine Frage, Aufklären und Medienkompetenz schulen ist wichtig und damit auch auf Datenschutz und Privatsphäreeinstellungen hinweisen.

Allerdings beim Blick in die Mediathek vom ZDF mit dem Suchwort „Facebook“ fällt mir schon wieder der leicht negative Unterton auf „Hetze“, „vergisst nichts“ & Co. Keine Frage Aufklären und Medienkompetenz schulen ist genauso wichtig wie auch auf Datenschutz und Privatsphäreeinstellungen hinzuweisen, aber genervt von der Panikmacherei bin ich schon. Fehlt mir daher eine objektive Berichterstattung, die Risiken (will ich nicht verneinen) aber auch Chancen aufzeigt (ja, die gibt es auch). Themen gibt es viele – von mittelständische Unternehmen, die mit kleinem Budget und Social Media eine Menge erreichen bis hinzu neuen Jobprofilen und Stellen, die sich auch für Quereinsteiger eignen – mal vom arabischen Frühling ganz zu schweigen.

Positiv Beispiele bisher im TV: Fehlanzeige. Diese Berichte findet man dann in im Netz oder Printtiteln wie der Brandeins oder Business Punk, wo sich eh nur die tummeln, die das ganze längst blicken. Wo aber erfährt der (Achtung plakativ) BILD-Leser oder die nicht online-affine Lehrerin von den positiven Seiten von Social Media?

Genug der Vorrede. Über Xing (!) erreichte mich dann die Information der Vox bzw. Spiegel-Doku Internetstars – die schnelle Karriere im NetzI. Der Link verriet mir, dass es um YouTube geht und uns Sascha Lobo die Welt äh das Social Media ABC erklärt. Grund genug es aufzuzeichnen und am Sonntag zu gucken. Hier die Aufzeichnung in der Mediathek: Internetstars – die schnelle Karriere im Netz

Auf die Frage lohnt es sich habe ich keine klare Antwort. Ich habe auf jeden Fall Neues erfahren aus der Welt der Teenies und YouTube Stars sowie deren Verdienste, über die kein Mitglied des Partnerprogramms von YouTube sprechen darf. Auch den Mix fand ich gelungen: was geht bei den Teens ab, was schult die Social Media Akademie, was bedeutet die vernetzte Welt eigentlich?
Ein bißchen weniger an DSDS erinnernd nicht-singen-könnender YouTube Star Mördan und noch mehr Tiefe (z.B. entstehende Jobprofile) hätte sicher nicht geschadet. Aber ich will nicht gleich wieder nörgeln. Positiv ist mir die Darstellung aufgefallen, wie die Eltern eines minderjährigen Zwillingpaares mit deren Youtube-Aktivitäten umgehen. Sie unterstützt das Engagement der Jungs, aber dennoch haben die Eltern ein Auge drauf: Nichts wird veröffentlicht bevor sie es nicht gesehen haben. Sie wachsen da wie ihre Söhne mit rein und zeigen Offenheit, Interesse und setzen sich damit auseinander. Dieser Appell an Eltern fehlt mir übrigens auch in der von Manfred Spitzer (Psychiater und Hirnforscher) angeheizten Diskussion über Kinder und Neue Medien (nicht zum Thema, aber bester Anti-Spitzer-Artikel der letzten Wochen „Analoge Ignoranz spielt mit den Ängsten der Menschen„).

Zurück zu der TV Berichterstattung über Social Media. Kurzum ein Weg in die richtige Richtung – gerne mehr davon. Reicht ein Blog-Artikel dazu oder doch lieber einen Leserbrief schicken? Bin mir trotz der teils amüsanten Twitter-Aktivitäten einiger TV-Sender noch nicht sicher, ob die TV-Macher im digitalen Zeitalter schon angekommen sind, sonst würde man den Kollege Spitzer nicht ständig in diversen Talkshows sitzen sehen.

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Svenja Teichmann

Geschäftsführung

Svenjas Themen liegen in der Strategie sowie in der Entwicklung von Organisationen, damit sie die Potentiale der Digitalisierung nutzen können. Darum drehen sich auch ihre Blogartikel. Sie ordnet Trends ein, die ihr begegnen und lässt manchmal auch Dampf ab, wenn ein Thema ohne Sinn und Verstand zum Hype wird.

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