Social Media

cluetrain manifesto revisited: Doc Searls und David Weinberger in der brand eins

von am 9. Februar 2012 verfasst


Es war einmal

Unter das Schwerpunkthema „Markenkommunikation“ fallen in der aktuellen brand eins auch einige Aspekte aus der Social Media – Welt. Vom großen Brabbeln bis zum Shit Stürmchen und McDonalds (#memotoself: da müssen wir mal dringend das Barometer drauf ausrichten und ne klare Wertung rausgeben). Aber es geht auch ganz zurück zu den Wurzeln, wayback to 1999 – und, wie wir im Editorial lernen, ist das auch für die Brandeins ein Trip zurück, denn bereits 2000 in der #3 der brand eins war das Cluetrain Manifest als Lesetipp  genannt worden, als „ganz heißes Eisen aus den USA“. Aber beschäftigen wir uns lieber mit dem, was heute in ihr zu lesen ist.

Cluetrain 2012

Ich fasse mich kurz: Es ist aus meiner Sicht extrem spannend, fast schon von „historischer Relevanz“. Ja, ich weiß, das klingt seltsam, wenn das, worüber man schreibt, gerade mal knapp über 10 Jahre her ist, aber technisch betrachtet ist das Cluetrain Manifest ein Artefakt aus einem anderen Jahrtausend (*klugarsch*).

Anhand von ausgewählten Thesen schildern die beiden ihre aktuelle Sicht der Dinge und auch der Entwicklungen und des Status Quo des Webs. Was hat von den Thesen heute noch Gültigkeit? was hat sich erfüllt? was würde man anders machen? was anders und damit vielleicht verständlicher formulieren?

Worum es geht

Es ist ein Artikel von und über Menschen die 1999 an das Netz geglaubt haben und auch heute noch daran glauben, die viele positive Entwicklungen erkennen und immer noch großes Potential sehen.

Die aber auch:

  • Gefahren sehen, die das Netz und seine Unabhängigkeit bedrohen (SOPA / PIPA, die in ihrer Tragweite verglichen werden mit der Abschaffung von freien Wahlen)
  • die z.T. enttäuscht sind, das vieles was offensichtlich ist (immer noch) nicht gelebt wird, das sogenanntes Dialogmarketing immer noch eher Lippenbekenntnis und abgetarnte Absenderkommunikation ist
  • revolutionäre Veränderungen beschreiben, die ich gar nicht mehr als revolutionär wahrnehme sondern vielmehr als Alltagsbestandteile (z.B. dass ich innerhalb von Minuten ganze Anwendungen auf mein Mobiltelefon lade während ich früher 30 Minuten per Festnetz auf ein MP3 gewartet habe).
  • betonen, dass wir vor ganz neuen Herausforderungen stehen. Dass wir neue Kommunikationsformen lernen, und wir uns an Transparenz und Informationsflut gewöhnen müssen.

Und die am Ende eines sagen: „Habt Geduld!“, es wird noch etwas dauern. Aber vieles sei bereits besser geworden und der Rest nur eine Frage der Zeit.

Warum es gut investierte 7,60 Euro sind

Alles in allem nicht nur ein weiteres Indiz für das Cluetrain Revival, das wir gerade (meiner subjektiven Meinung nach) erleben, sondern darüber hinaus ein spannender und absolut lesenswerter Artikel.

Also: ab zum Kiosk und zur Abwechslung mal die Holzmedien supporten.  Die Aufforderung gilt nicht nur für unsere Social Media Freaks da draußen, die genau wie wir dran glauben.

Denn es gibt viele sehr schlaue Sätze zu lesen zu Onlinemarketing, Privacy, Datenschutz und eCommerce. Wenn ihr diesen Artikel nicht lest, dann werdet ihr z.B. nie erfahren wie man in nur einem Satz die Entwicklung des eCommerce seit 1995  zusammenfassen kann.

PS. Und als Markettierchen nicht traurig sein, wenn der Rat von David Weinberger zu Social Media für Firmen lautet: „Haltet den Mund, und haltet euch raus.“

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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