Social Media

Code Literacy – verstehen was uns lenkt. Ein Workshop Experiment

von am 30. Mai 2013 verfasst


Erst waren die Leiter des Workshops wirklich auf niedliche Art begeistert ob des Andrangs. Der Plan, in 8 Gruppen arbeiten zu lassen, schien schwierig mit 240 Leuten aber wie eingangs erwähnt schrumpfte die Masse schnell auf vielleicht 80 – 100 Anwesende, die sich aktiv mit dem Thema „Code Literacy“ auseinandersetzen wollten. Scheinbar erschrecken neue Formate und Partizipation doch noch ein wenig.

Ein ganz kurzes anmoderieren in das Thema Code Literacy vorne weg: Es handelt sich dabei um die Frage danach, ob und was ich an Technik-Knowhow haben muss, um überhaupt mitreden zu können. Also nicht das bekannte Thema der Medienkompetenz (das vermutlich viele da schnell alleine drin sehen werden), sondern auch stark das technische Knowhow zu Fragen wie „wie ensteht es?“ oder „wo fließen Daten?“.

Ein Thema, das laut Moderator in Deutschland weitgehend unerschlossen ist und in anderen Ländern bereits einem höheren Stellenwert hat.

Darum ging es, wie gesagt kurz und knackig. In 30 Minuten Gruppenarbeit sollte die Fragestellung aus vier Perspektiven erarbeitet werden.  Was müssen diese vier beteiligten Gruppen in Sachen Netz, Technologie etc. können:

  1. Politiker
  2. Kinder im Alter von 12
  3. Mütter (besser laut der Gruppe: Eltern)
  4. Netzaktivisten

In meiner Gruppe widmeten wir uns den Politikern. Die Fragestellung ging schnell in die Medienecke, sowohl für das tägliche Doing als auch für Kampagnen. Achja und die Erkenntnis, dass jeder Politiker ja sowohl Privatperson als auch „beruflicher Nutzer“ sei und daher in beiden Ecken fit sein muss. Finde ich persönlich gar nicht groß als Herausforderung. Denn letztlich sind die meisten Politiker ja Medienprofis oder sollten es sein. Sicherlich ändert sich da das ein oder andere Detail aber vermutlich ist es einer Person des öffentlichen Lebens viel bewusster als anderen.

Hier finde ich hatten wir als Gruppe einen schnellen Denkfehler und waren doch schnell auf der klassischen Medienkompetenz zugange. Am Ende muss der Politiker aus unserer Sicht einen guten Überblick haben. Detailwissen ist nicht zwingend notwendig, aber er muss bereit und befähigt sein, um wissend und glaubwürdig auf Themen einzugehen.

Was hatten die anderen Gruppen noch für uns? Die Kids müssen vor allem an die Medienkompetenz herangeführt werden war die These. Und zur Medienkompetenz gehört bei sozialen Medien stark auch das Verständnis „wer macht da was mit welcher Intention“. Das ist für mich eine Mischung aus Verständnis für Agenda, Geschäftsmodelle und technische Zusammenhänge.

Dann hatten wir da noch die Mütter und die Gruppe, die sich mit deren Fragestellungen beschäftigte machte was ganz cooles. Sie stellte nämlich, wie ich finde zu recht, fest, dass es so ja nun nicht sein könne, dass in der durch die Moderatoren vorgegebenen Bildwelt die „Generation Festnetz“ gemeint sein. Es geht doch auch um die heute twenty bis thirty somethings, die sich Fragen: „was muss ich meinen Kindern wie erklären können“.

Es war ein interessantes Format und das Thema sollte man gesellschaftspolitische auf der Agenda haben. Aber letztlich gilt die Frage doch auch für die Unternehmen und Manager, die es schaffen müssen ihre Angestellen, Kollegen und Vorgesetzten mit den nötigen Kompetenzen für die schöne neue Welt auszustatten. Und die Baustelle gehen die meisten Firmen aus meiner Sicht aktuell gerade mal an der Oberfläche an.

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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