Content-Marketing

Content Marketing Day 2018 – Zusammenfassung und Einblick

von am 12. Dezember 2018 verfasst


Ich war am 21.11.18 als Teilnehmerin beim Content Marketing Day 2018 an der Hamburg Media School und möchte dir die interessanten Inhalte aus allen sieben Präsentationen natürlich nicht vorenthalten. Dieser Blogartikel soll dir einen Einblick geben, welche Informationen die Vortragenden am Content Marketing Day 2018 vermittelt haben. Außerdem soll er dir eine Entscheidungshilfe – aus Sicht einer Teilnehmerin – sein, ob das Seminar auch für dich interessant ist.

 

„Content-Marketing is all the Marketing that is left.”

So starten Meli und Vanessa ihren Vortrag zu Strategien und Prozessen im Content-Marketing. Eine einleuchtende Erkenntnis, wenn man bedenkt, dass herkömmliche Werbung nicht mehr gut bei den Kunden ankommt. Nutzer mögen keine aggressive Werbung in Media-Markt-Manier, sie wollen Inhalte mit Mehrwert vermittelt bekommen – unterhaltend, beratend, informierend.

Content-Marketing bietet das, wonach Kunden suchen: relevante und nützliche Inhalte für eine genau definierte Zielgruppe, die zum Handeln animieren. Dabei muss erfolgreicher Content nicht nur für die Zielgruppe relevant sein – die Strategie muss auch auf die eigenen übergeordneten Ziele einzahlen. Vanessa und Meli erklären in Ihrem Vortrag, wie man eine erfolgreiche Content-Marketing-Strategie auf die Beine stellt und damit einen großen Schritt in Richtung profitable Kundenbeziehung macht.

Die Inhalte sind konkret und die beiden führen die 23 Teilnehmer des Content Marketing Days 2018 durch die vier Phasen der Content-Strategie-Erarbeitung: Sie beginnen mit der Bestandsaufnahme, führen durch Planung und Vorgehen bei der Produktion und geben Tipps, wie das Management der Inhalte in der Praxis umgesetzt wird. Immer im Hinterkopf dabei: Die Ziele, die Zielgruppe und die Kernstory, die es zu erzählen gilt. Denn was jede erfolgreiche Strategie braucht, ist ein roter Faden.

Content Marketing Day 2018Content Marketing Day 2018

 

Disruptive Storytelling

Der rote Faden darf auch im Storytelling nicht fehlen: Ob es hier zusätzlich noch einen blauen und grünen Faden gibt, ist nebensächlich. Hauptsache, die Fäden werden am Ende wieder zusammengeführt und ergeben eine mitreißende Geschichte, die in den Zuschauern ein emotionales Feuerwerk auslöst. Wie das funktioniert, erklärt Torsten Panzer, Kommunikationsberater bei Panzer Reputation, in seinem Vortrag zu den Themen Disruptive Storytelling und Word of Mouth.

Menschen wollen Geschichten von Menschen hören.“ Warum? Weil wir uns mit ihnen identifizieren können, mit den Menschen – und ihren Geschichten. Storys sind ein Überbleibsel der Evolution, mit dem wir gelernt haben zu überleben. Wir verstehen Zusammenhänge besser und prägen uns Informationen nachhaltiger ein, wenn wir das Gefühl haben, sie selbst erlebt zu haben. Stichwort Gefühl: Geschichten lösen in uns Emotionen aus, eben, weil sie so nachvollziehbar sind. Marken, die mit emotionalem Storytelling arbeiten, nehmen sich so ihren Platz in unserem Gedächtnis und beeinflussen möglicherweise unsere nächste Kaufentscheidung. Ob ich wegen des einsamen Opis mein Kräuterbaguette jetzt lieber bei Edeka kaufe, kann ich allerdings nicht bestätigen.

Torsten geht in seiner Präsentation außerdem auf die Machtverschiebung vom Anbieter zum Kunden ein. Er spricht über die Werbeermüdung und Orientierungslosigkeit der Nutzer durch unendlich viele Angebote. Was hier am besten funktioniert, um Orientierung zu geben: Word of Mouth – die Empfehlung aus dem sozialen Umfeld. Mit Disruptive Storytelling, das uns durch einen unerwarteten Twist überrascht, erreichen Marken, dass über sie gesprochen wird. Und schließlich ist die Marke die Summe aller Gespräche, die über sie geführt werden.

 

Metriken und Erfolgsmessung

Den dritten Vortrag am Content Marketing Day 2018 hält Sven. Er knüpft an die geschaffenen Grundlagen von Meli und Vanessa an und erarbeitet gemeinsam mit den Teilnehmern Metriken und Kennzahlen, mit denen konkrete Ziele der Content-Marketing-Strategie gemessen werden können. Welche Key Performance Indicators gibt es, wo im Sales Funnel misst man sie und welche Ziele lassen sich damit bemessen? Sven liefert die Antworten.

Zudem gibt er Impulse, wie man mit Content erfolgreiches Retargeting betreibt, ohne die Nutzer offensiv mit einer Kaufaufforderung zu bedrängen. Warum nicht dem potentiellen Kunden ein thematisch passendes Video zu seinen Interessen und möglichen Problemen ausspielen? Als Unternehmen kann man sich bei genau diesem Kunden als hilfreicher Mentor und Experte positionieren, ohne dabei ein einziges Mal „Kauf mein Produkt!“ zu schreien.

 

Corporate Blogs

„Ein Spannungsbogen in Blogartikeln bringt nichts.“, sagt Felix. Enttäuschend für mich, die hier gerade versucht, einen interessanten Blogartikel zu verfassen. Grund für die Aussage: Das Nutzerverhalten der Leser. Sie suchen Antworten auf ihre Fragen, geben sie bei Google ein, finden einen thematisch passenden Artikel und überfliegen diesen, bis sie den relevanten Abschnitt finden. Sie nehmen die Informationen auf und – klick – schnell zurück zum Katzenvideo. Denn sie haben ja gefunden, wonach sie gesucht haben.

Felix zeigt auf, warum Blogs sich – trotz des gerade beschriebenen Nutzerverhaltens – für Unternehmen lohnen. Anhand zweier Cases erläutert er, wie Marken einen erfolgreichen Blog aufziehen. Apropos Erfolg: Wirklich messbare Erfolge sind frühestens nach einem Jahr erkennbar. Auch wie diese gemessen werden können, erklärt er. Zudem gibt er Tipps, wie ein Corporate Blog auch Leads generieren kann und auf welchen Social-Media-Kanälen Blogartikel gestreut werden sollten.

 

Native Advertising

Was am Content Marketing Day 2018 nicht fehlen darf, ist das Thema Native Advertising. Yunfeng Cui von Gruner + Jahr Media Sales definiert es als Form bezahlter Online-Werbung, die sich optisch und funktional an die Inhalte der Ausspielseite anpasst. Er spricht über die Vorteile, die Native Advertising den Marken bietet und belegt diese mit beeindruckenden Zahlen aus in Auftrag gegebenen Studien von Gruner + Jahr.

Besonders interessant an Yunfengs Vortrag ist der Ausblick auf what’s to come: beispielsweise Programmatic Native, das durch Programme automatisierte Kaufen oder Platzieren von Werbeanzeigen. Weiter spricht er von Automatisierung, Individualisierung, Dashboards und künstlicher Intelligenz. Auch Selfbooking und Selfservice sind Themen, die im Native Advertising bald nicht mehr nur Vorstellung sind, sondern Realität werden.

 

Videos als Werkzeug im Content-Marketing

„Unser Gehirn liebt Videos.“ – Simon Ruch und Philipp Ibelshäuser von der Pictima Videoproduktion erklären, warum das so ist. Allein 94% der Informationen, die wir mit unseren fünf Sinnen wahrnehmen, nehmen wir mit unseren Augen und Ohren auf. Das macht das multisensorische Format Video zu einem erfolgreichen Werkzeug im Content-Marketing. Wir verarbeiten Informationen zum einen emotional, zum anderen kognitiv. Video bedient beide Wege. Informationen werden besonders schnell verarbeitet und nachhaltig aufgenommen, Emotionen besonders intensiv ausgelöst.

Die beiden stellen verschiedene Video-Kategorien vor – insbesondere erklärende und unterhaltende Formate finden ihren Einsatz im Content-Marketing: Erklärvideos, Life-Hack-Videos, Tutorials und Storytelling Videos. Sie erläutern außerdem, was bei der Umsetzung von Video-Content beachtet werden muss und wie man den Erfolg messen kann. Die Inhalte der Präsentation sind mit verschiedenen Videobeispielen angereichert, um die Wirkung von Videos zu unterstreichen.

 

Podcasts

Podcasts sind ein Massenmedium, das immer mehr Menschen anspricht. Das beliebteste Podcast-Genre in den USA ist True Crime. Damit bestätigt Constantin Baur von OMR die Aussage von Torsten, dass Menschen Geschichten von Menschen hören wollen. Auch zu uns nach Deutschland ist der Podcast-Trend längst übergeschwappt – um mit „Fest und Flauschig“ nur einen sehr erfolgreichen Podcast zu nennen, der sogar Live-Aufnahmen mit mehr als 4.000 Besuchern veranstaltet.

Marken können in Podcasts relevante Informationen mit subtilem Branding verbinden. Einen Podcast selbst aufzunehmen, ist mit relativ geringem Aufwand und Produktionskosten verbunden. Das Wichtigste: ein gutes Mikrofon und ein Host, der seine Zuhörer nur mit seiner samtweichen Stimme unterhalten kann.

 

Fazit

Der Content Marketing Day bietet einen sehr guten Einstieg in das Thema Content-Marketing. Die Teilnehmer werden in die Grundlagen eingeführt und erfahren etwas über das Warum und Wie der unterschiedlichen Content-Formate. Die Vorträge sind interaktiv gestaltet und Fragen ausdrücklich erwünscht. So kommt keine gelangweilte Lehrgangsstimmung auf – stattdessen findet ein reger Austausch über die aktuellen Herausforderungen der Teilnehmer in ihren Unternehmen statt. Ich habe viele neue Impulse mitgenommen und das Gelernte natürlich direkt umgesetzt – in diesem Blogartikel, denn: Content is king!

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Julia Bellan

Gast

Julia schreibt für die Pictima GmbH regelmäßig interessante Blogbeiträge zu Trends und Themen aus der Welt der Videoproduktion und des Videomarketings. Pictima ist eine professionelle Videoproduktion mit Sitz in Hamburg, die ein vielfältiges Portfolio an Videokategorien bietet. Als Experte in der Videoproduktion teilt Pictima sein Wissen in Form eines Blogs und in Vorträgen regelmäßig auch mit anderen Interessierten.

Can’t touch this – Unsichtbare Produkte in Social Media sichtbar machen

Existiert Facebook in 10 Jahren noch? Ja [ ] | Nein [ ] | Vielleicht [ ]

Ding dong, das Einhorn ist tot