Social Media

Cybermobbing, Reputation Management, Leistungsschutzrecht – man kann von Bettina Wulff viel lernen

von am 14. September 2012 verfasst


Kurz bevor ich gleich in erwartete 45 Minuten Langeweile im TV und spaßiges SecondScreen twittern abgleiten werde, noch mal ein paar Zeilen zuz 2. „Causa Wulff“ des Jahres. Und ich muss sagen Respekt: wo alte Print-Hasen wie Springer sich einfach per Zwangszoll alte Pfunde sichern wollen, wird bei Frau Wulff geschickt Google zur Werbung genutzt. Sehr guter Ansatz. Bei dem hohen Konkurrenzdruck in SEO und Adwords ist es nicht unschlau, über Bande zu spielen und die Kosten, wenn es welche gibt, unter „Reputation Management“ zu buchen.

Liebe Springers: Bitte von Frau Wulff lernen, wie man Google clever einsetzen kann, um Reichweite zu generieren. Ihr spielt ihr Spiel ja eh schon aktiv mit, wie oben zu sehen ist, indem ihr Inhalte verbreitet.

Wenn man jetzt mal die Anwaltsrechnungen durch die generierten Klicks teilt, dann könnte ein doch recht günstiger CPC (Cost Per Click) herauskommen, um das hier zu wuppen:

Was können wir lernen: Onlinemarketing funktioniert auch dann, wenn man offline gegen online wettert. So quasi. Und dann dürfen hinterher noch mal ein paar Journalisten auf die Netzkultur schimpfen. Wir sind weiterhin noch meilenweit von der „Brave New World“ entfernt. Jedesmal, wenn Google in seinen einfachsten Funktionen erklärt werden muss oder die „sogenannten sozialen Netzwerke“ angesprochen werden, dann fühle ich mich digital elitär – und dabei nicht gut.

War das wirklich Cybermobbing?

Ich finde diese Diskussion schwierig. Die Konstellation, die gerade um Bettina Wulff enstanden ist, ist meiner Meinung nach Marketing und natürlich salesgetrieben. Ich kann kein reines „ich wehre mich“ erkennen. Man könnte auch der Meinung sein, dass Bettina Wulff auf dem Rücken wehrloser, weil meist junger, Mobbingopfer Bücher verkauft.

Das tut der Diskussion um das sehr ernste Thema Cybermobbing nicht gut. Was gestern Abend bei Beckmann zu sehen war, war Aufklärung – die leider auf dem niedrigen Niveau stattgefunden hat. Das niedrige Niveau ist bei Beckmann ja leider inzwischen zu erwarten. Die ganzen Themen und Fragen, die der Komplex „neue Medien“ aufwirft, hier konkret der Fall Mobbing (gab es auch schon als Begriff vor der Verbreitung des Webs und den sozialen Medien), müssen diskutiert, angegangen und möglichst auch gelöst werden.

Da sind wir wieder bei Diskussionen um Medienkompetenz, Werte und „sich kümmern um…“ nichts Neues. Aber eine konstant wichtige Aufgabe. Früher wie heute und in Zukunft.

Also mein Fazit, gerade für Eltern und die Journalisten, wie sie gestern bei Beckmann saßen: Leute, geht raus und lernt! Es ist Zeit das zu tun. Und sagt mir nicht, dass das Web die Basis für Mobbing wäre. Stimmt nicht. Das gab es vorher. Das wird es in Zukunft geben.

Es gibt nur eine neue Plattform. Ist quasi auf Steroiden: schneller, lauter und vielleicht auch dadurch perfider. ABER: Teenager sein war nie einfach und noch nie ein Ponyhof.

Die kleinen, dickbebrillten Nerds mit ungesunder Haut können heute allerdings fette IT-Firmen aufbauen und sich dann bitter an den Krawallos, die ihnen früher Mutters Milchgeld auf dem Schulhof geklaut haben, rächen.

Was hätte Bettina Wulff tun sollen?

Ich bin ja ein moderater Typ. Deswegen will ich nicht nur schimpfen auf „die“ Presse, Bettina Wulff und alle, die zu wenig über das Netz und seine Techniken wissen. So habe ich es auch schon beim Julia Friedrich Artikel gehalten. Reine Schelte ist selten gut. Daher die Frage, was Frau Wulff hätte tun sollen. Diese Frage stellen sich weltweit wehrlose, nicht PR-starke Mobbing-Opfer und Ex-First-Ladies mit einem mehr oder weniger großen Stein im Brett jeden Tag.

Was der geladene Experte bei Beckmann dazu an den Start gebracht hat, ist etwas, was viele von uns SEM’lern und Online Marketierchen seit Jahren für Kunden machen: Du willst nicht, dass dein Name + „xyz“ im autocomplete steht. Klar, das ist alles machbar. Mit zum Teil sehr wenig Aufwand. Es sei denn, das Ding ist schon durch die Decke gegangen.

Gesammelt hier noch ein paar Gedanken von Denis wie man diesen GAU und Reputation Management Fail hätte vermeiden können. Meine Empfehlung also nicht die B-„Experten“ (ich sag nur: Online-Experte mit Krawatte … hoch unglaubwürdig! ;-)) von Beckmann lesen sondern den lieben Ex-Kollegen von der Linkmafia.

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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