An der Front: Social Media Managerin beim WWF – crowdmedia GmbH

Social Media

An der Front: Social Media Managerin beim WWF

von am 17. Februar 2014 verfasst


Hallo, Melanie. Erstmal herzlichen Glückwunsch zu 150.000 Facebook-Fans. Wie lange habt ihr gebraucht, um die einzusammeln?

Das Wort „einsammeln“ finde ich super, das hört sich nach sehr harter Arbeit an ☺ Wir sind schon relativ alte Hasen auf Facebook und veröffentlichen seit Sommer 2009 regelmäßig Beiträge in unserer Community. Es hat also vier lange Jahre gebraucht, um diese treue Community aufzubauen.

Mal zurück zum eigentlichen Thema: Du bist Social Media Redakteurin beim WWF Deutschland. Seit wann? Gab es die Stelle schon, bevor du kamst oder bist du „die Erste“?

Ich bin seit Anfang 2012 beim WWF für den Bereich Social Media zuständig – ich war also nicht die Erste! Bevor ich zum WWF kam gab es bereits eine Kollegin, die für zwei Aufgabengebiete – Online-Campaigning und Social Media – gleichermaßen zuständig war. Daraus sind nun zwei getrennte Vollzeitstellen (1 Online-Campaigner, 1 Social Media Redakteur) geworden, um mehr Ressourcen auf das jeweilige Aufgabengebiet zu konzentrieren.

Welche Kanäle, neben Facebook, betreust du denn noch?

Ich bin neben Facebook auch noch für GooglePlus, YouTube, Twitter, Instagram, Flickr, Pinterest und Tumblr zuständig. Davon sind aber natürlich nicht alle Netzwerke gleichermaßen betreuungsintensiv: Die bildlastigen Netzwerke beanspruchen im Vergleich weniger Pflege als unsere dialog-orientierten Kanäle.

Das ist ja ein vergleichsweise großes Kanalportfolio. Welcher Kanal ist denn der mächtigste für euch als WWF?

Facebook, Twitter & Co. können sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, viele Menschen zu aktivieren oder auf ein bestimmtes Thema aufmerksam zu machen. Allerdings sind die sozialen Netzwerke nur ein Teil unserer Öffentlichkeitsarbeit: E-Mail-Newsletter, die klassische Pressearbeit und Offline-Aktionen wie Demos spielen nach wie vor eine große Rolle. Je nach Zielsetzung unserer Aktionen entscheiden wir, welche Kommunikations- und Mitmachmöglichkeiten die größte Wirkung erzielen können, wie wir Interesse wecken und Leute zum Mitmachen bewegen können. Facebook, Twitter und Co. sind zwar wesentliche öffentlichkeitswirksame Kommunikationswerkzeuge beim WWF, bestimmte Kampagnen und Aktionen sind aber erst dann besonders erfolgreich, wenn sie mit Offline-Aktivitäten und klassischer Pressearbeit Hand in Hand gehen.

Eigentlich hast du ja als Social Media Redakteurin beim WWF einen Sechser im Lotto: Du darfst im Zweifel den ganzen Tag Tierbilder posten. Das kann es ja auch nicht sein – woher kommt dein Content?

Natürlich haben wir tolle Bilder von bedrohten Arten oder Landschaftsaufnahmen, die bei unseren Fans/Followern einen regelrechten „Awwww“-Sturm hervorrufen. Allerdings haben wir auch Themen und Projekte, die nicht mit Tierbildern visualisiert werden können, wie z. B. die Energiewende, nachhaltiges Leben, unsere politische Arbeit oder Landwirtschafts-Themen. Das tägliche Geschehen in Politik und Medien und unsere aktuellen Kommunikations- und Kampagnenschwerpunkte bestimmen dabei größtenteils unseren Redaktionsplan für die sozialen Netzwerke.

Wird bei einer Kampagnenplanung Social Media in der Organisation schon mitgedacht? Oder konzipiert ihr gar ausschließliche Kamapagnen nur für die sozialen Medien?

Unsere Kommunikationsprofis denken bei der Kampagnenplanung das gesamte Spektrum der Kommunikationsmöglichkeiten mit. Deshalb werden geplante Aktionen immer in Zusammenarbeit mit dem Online-Campaigner erarbeitet. Je nach Zielsetzung kann es auch sein, dass bestimmte Kampagnen mit einem Fokus auf soziale Medien erarbeitet werden.


Eine aktuelle Kampagne des WWF gegen Ölbohrungen im afrikanischen Nationalpark Virunga

Zumindest auf eurer Fanpage ist ja userseitig einiges los, die Themen sind ja meist auch sehr emotional. Wie nehmt ihr Userfeedback auf? Was passiert damit?

Die Userkommentare geben uns wichtige Hinweise, welche Themen unsere Community bewegen und wie wir unsere Inhalte aufbereiten müssen, damit wir auf Interesse stoßen. Damit dieses Wissen nicht isoliert in unserem Team bleibt, geben wir unsere Erkenntnisse regelmäßig an andere Teams sowie die Geschäftsleitung weiter. Und so manche besonders schöne Kommentare werden auch regelmäßig als Motivationsschub an unseren internen Mail-Verteiler verschickt ☺

Was war denn bisher eure erfolgreichste Social Media Kampagne? Was konntet ihr erreichen?

Erfolgreich in Bezug auf unseren Einfluss auf die Gesetzgebung waren wir zuletzt bei unserer Kampagne „Werde Teil des Schwarms“, die das Ziel hatte, die Überfischung in Europa bis 2020 zu stoppen. Mit vielen verschiedenen Online-/Social Media-Aktionen, einer Petition uvm. konnten wir die entscheidenden Politiker im letzten Jahr davon überzeugen, sich für das Ende der Überfischung einzusetzen. Ein toller Erfolg, wie wir finden! Erfolgreich in Bezug auf unsere Reichweite in den Kanälen sind wir meist dann, wenn wir große, zum Teil internationale Kampagnen mit einer starken Dringlichkeit, einer guten Story, tollen Bild- oder Videomaterial an unsere Fans/Follower kommunizieren. Da spielen viele Faktoren eine Rolle. Schlussendlich ist es aber nur schwer planbar, welche Themen oder Aktionen fliegen.

Habt ihr ein eigenes Reporting? Welche Kennzahlen benutzt ihr, um eure Aktivitäten zu messen?

Ja! Von zentraler Bedeutung ist für uns die Engagement-Rate sowie die Reichweite unserer Posts/Tweets etc. Zudem ist es ein wesentliches Ziel, dass sich unsere Fans/Follower näher mit unseren Themen beschäftigen und auf weiterführende Artikel auf unserer Website klicken. Social Media Referer werden also auch regelmäßig im Reporting aufgeführt. Schlussendlich lohnt sich auch immer ein Blick auf die digitalen Kanäle anderer NGOs in Deutschland, um einschätzen zu können, wie die eigenen Kennzahlen einzuordnen sind.

Wilko Steinhagen

Extern

Als Channel und Content Experte ist Wilko ist mit seinen journalistischen Wurzeln unser Mann, wenn es um redaktionelle Arbeit und redaktionelle Prozesse geht. Sein Wissen setzt er in Kundenprojekten um und teilt es als Seminarleiter mit den Teilnehmern unserer Social Media und Content Marketing Seminare.

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