Social Media

Die digitale Transformation der Digitalbranche

von am 4. März 2015 verfasst


Was steht auf der Social Media Agenda für das ja 2015 und wohin geht die Reise mit dem Bundesverband der Digitalen Wirtschaft BVDW? Impulse gab es einige am 3. März beim Treffen der Fokusgruppe Social Media in Hamburg. Nachdem der Verband 2014 eher durch interne Unruhen als durch Inhalte aufgefallen war, gab es beim heutigen Treffen die Vorstellung des neuen Geschäftsführers der BVDW Marco Junk. Sicherlich sinnvoll, dass der Wechsel an der Spitze auch mit einem Antrittsbesuch innerhalb der Gremien begleitet wird. Führte allerdings auch dazu, dass die inhaltlichen Themen etwas später an die Reihe kamen.

Inhaltlicher Impuls kam heute von Marco Zingler von denkwerk zum Thema „Wie das Internet der Dinge Social Media betreffen wird“. Die kurze Fassung wäre wohl, dass Marco nicht nur aufzeigte, was das Internet of Things darstellen wird sondern auch eine Auswahl an Fragen mitgebracht hat.

Social Media und das Internet of Things

Dieses Video kam zum Einsatz und es gab einen guten Überblick zu „Was ist Internet of Things“. Alles greifbar und verständlich weil schon gängige Praxis mit SmartHome & Co.

Die Fragen, die aufkamen, war ein Potpourri gesellschaftlicher Fragestellungen: Was muss angepasst werden? In Deutschland bedingt zum Beispiel ein Auto per Definition einen Fahrer. Der haftet dann beim Unfall. Was ist wenn ein fahrerloser DHL-Lieferwagen einen Unfall baut? Wer haftet? Wie ist der Algorithmus zu programmieren, wenn die Alternativen „nur Person A“ oder „nur Person B“ überfahren wären. eine Maschine also eine Entscheidung zweier Szenarien treffen muss? Spannend – aber auch sehr Metaebene.

Ändert sich das Angebot, das Social Media Agenturen heute anbieten müssen, dadurch?

Weitaus konkreter ist da schon die Frage: Was macht das Thema mit den bestehenden Geschäftsmodellen im Social Media Bereich? Wenn Maschinen mit Maschinen kommunizieren, werden Daten unbestritten noch wichtiger. Wer verwaltet diese Daten? Und: Wird die Leistung der Berater dann technischer, datenlastiger?

Werden die bestehenden Big 5 (Amazon, Apple, Facebook, Google und Microsoft) noch mächtiger? Können Hardware-Hersteller zu der Gruppe der großen fünf aufschließen? Werden Produzenten von weißer Ware auch Inhaber von digitalen Marketingplattformen?

Ändern sich die Player? Werden Samsung und Siemens Werbe-Inventar verwalten?

Denkbar wäre es. Heute kann ich mir meinen Kindle für 10 Euro weniger kaufen – dafür wird der Startscreen dynamisch mit Amazon Werbung befüllt. Warum nicht eine Samsung Waschmaschine, deren Glastür ein Screen ist auf dem dann Ariel und Co. ihre Werbung einblenden können? Oder mir über Re-Targeting und Cross-Device-Tracking Zalando ein weiteres mal die Adidas Sneaker aus dem Warenkorb zeigt?

Was sind die Fragen für Berater und Agenturen?

Hier ist die Messe noch lange nicht gelesen. Aber das Thema steht so konkret vor der Tür, dass nachdenken wichtig ist. Die Beacons und Smartwatches halten Einzug, Mobile Marketing hat da starke Berührungspunkte. Beispiele wie die Quantified Self Geschichten oder Wisdom of Crowds Apps wie waze sind keine Zukunftsmusik, sondern downloadbare Apps und kaufbare Produkte. Es gilt Einsatzszenarien zu entwickeln und die Akzeptanz der Nutzer zu prüfen. Proprietäre Lösungen für Schnittstellen von Dutzenden von Firmen wären eine mögliche und auch nicht unwahrscheinliche Entwicklung.

Im Moment ist das alles noch den early adoptern vorbehalten – aber das viele dieser Produkte den Sprung in die breiteren Märkte schaffen werden, davon gehe ich aus. Aus Social Media kann eine Menge an Daten (sowohl big als auch smart) kommen, die Maschinen in die Lage versetzen, sinnvoll mit uns zu kommunizieren. Kommen Agenturen dann mit dem aktuellen Portfolio an Angeboten aus Beratung, Contentlieferung und Reporting weiterhin aus?

Werden wir wieder mehr Kanäle haben?

Ein mögliches Szenario: das Internet of Things könnte den Markt durchmischen. Wo wir heute bei Search und Social am Tropf von Google und Facebook hängen, da wird es vielleicht mehr Plattformen geben. Klingt charmant, bedeutet aber auch, dass wir uns mit mehr neuen Technologien auseinandersetzen müssen. Das mussten wir aber auch mit den grundlegenden Neuerungen in Adwords, Display oder Facebook. Diese Plattformen sind nur mit der Zeit weniger innovativ geworden. Dass es über die Gestaltung von Kommunikation oder Datennutzung hinausgeht bis hin zur Entwicklung von Hardware – auch das ist denkbar. Man wird zumindest mehr mit den Hardwareentwicklern reden müssen. Oder andersherum: Diese werden sich das nötige Wissen mit Datenarchitekten ins Haus holen müssen.

Das Social Media Rad dreht sich also auch 2015. Viele der Diskussionen und Impulse haben mich darin bestätigt, dass Social Media Treiber der Digitalisierung bleibt, aber keines Falls alleiniger Nabel der Welt ist. Vernetzung ist angesagt – auch oder gerade innerhalb des Verbands.

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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