Meinung

Bin ich ein digitaler Wutbürger?

von am 7. Januar 2019 verfasst


Einer der Samstage im November führte mich an die Hamburg Media School für einen Vortrag. Vier Stunden für eine Druckbetankung zum Thema Social Media im Rahmen des Online-Marketing-Camps. Auch wenn ich den Kurs schon sehr oft gemacht habe, war es doch eine kleine Welt-Premiere. Denn nicht nur der neue Master von crowdmedia war umgesetzt, auch neue Folien haben es in das Deck geschafft.*

Eine von denen sollte zeigen, dass Werbung in Social Media Community Management benötigt. Das gilt zumindest für all die Formate, die eigentlich Beiträge auf Facebook, LinkedIn und Co. sind. Mein Beispiel dafür ist eine Anzeige von Mini, die mir auf LinkedIn begegnet ist. Seit einem halben Jahr bekomme ich immer mal wieder einen Hinweis, dass ein weiterer Kommentar eingegangen ist. Scheinbar läuft die Anzeige also noch.

 

digitaler Wutbürger

 

Für mich ist die Anzeige ein Beispiel für zwei Dinge, die schief laufen:

  1. Die Firma begreift den Kanal nicht, denn in meiner Welt ist Großschreibung immer NOCH ANSCHREIEN, IHR @«”¡˙¿
  2. Social-Media-Werbung hängt zwischen den Welten. Einerseits das Thema „Kommunikation auf Augenhöhe, Kommunikation mit Rückkanal” aus Sicht des Marketings und der Kommunikation. Andererseits das ebenso gute alte „Kauf du Arsch“ des Vertriebs.

In diesem Fall haben wir das „Kauf du Arsch“, Nutzer antworten und keiner kümmert sich. Die Firma wird indirekt sogar gezwungen, sich zu kümmern, da Menschen ihre BMW-Kontakte markieren.

Und da kam dann die Diskussion auf beim Seminar: Warum kommentieren Nutzer das überhaupt? Warum muss jeder zu allem eine Meinung haben? Im ersten Moment hab ich mich ertappt gefühlt und dachte mir: „Mistmüll, wieder in Profilierungs-Wahn verfallen.“ Doch nach längerem Denken, hab ich meine Einschätzung geändert. Sowas muss kommentiert werden.

So kriegen wir Werbung aus dem Zeitalter der Schweinebauch-Anzeigen. Firmen, die den Dialog auf Augenhöhe suchen, lernen so hoffentlich, den Rückkanal im Auge zu haben.

Das als meine zwei Cents dazu. Wir seht ihr das? Sinnvolle Einschätzung oder nur ein digitaler Wutbürger bzw. Angry White Man, der es nicht in die Politik geschafft hat und daher unter LinkedIn Ads pöbelt?

 

*Falls du dich fragst, wie oft eigentlich ein Vortragender seine Folien ändert: Meine Einschätzung ist, dass ich jedes Jahr etwa 30 % der Folien meiner laufenden Vorträge anpasse. Also wirklich neue Themen oder Beispiele und nicht nur Statistiken auf das laufende Jahr anpassen. Also alle drei Jahre ist ein Deck theoretisch durchgetauscht. Wobei auch einige Folien ausgenommen sind, die gibt es bestimmt schon seit 5 oder 6 Jahren.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

Infografiken im B2B-Webauftritt – aufmerksamkeitsstark, übersichtlich und oft geteilt

B2B-Marketing mit Podcasts – So vermittelst du komplexe Themen

Google-Rankings verbessern – 10 einfache SEO-Tipps