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dmexco 2013 – Eindrücke vom Klassentreffen der Onlinebranche

von am 18. September 2013 verfasst


Hey Ho let’s go Anreise zur dmexco 2013

Ein früher Wecker in Hamburg Eimsbüttel. Man sollte halt regelmäßig mal aufstehen bevor der Bäcker aufmacht. Rucksack auf und ab zur U-Bahn. Dort stehen schon die ersten Verdächtigen und erfüllen die Tatbestandsmerkmale „Agenturmäuschen“. Ich dachte ja, dass ich im ICE der Harten und Verzweifelten sitzen würde. Also jener, die sich denken, dass Schlaf und zwei Messetage total überbewertet wären. Aber Rollkoffer und somit wohl zwei Tage und dann morgens anreisen? So übler Sparzwang in der Branche? Oder einfach auch verpeilt zu buchen und das ist die Strafe?

Foursquare und Twitter zeigen, was vorher schon bekannt war: das digitale Hamburg ist heute etwas früher unterwegs. Die Kollegen von eTracker und Nielsen stehen am Gleis und dort ist auch das ein oder andere „ich glaube den hab ich mal auf nem Event gesehen“ Gesicht mehr oder weniger bekannt. Der Platz neben mir ist aktuell noch frei und v.a. nur bis Düsseldort reserviert. Ist das alte Schule die nicht weiß, dass die OMD jetzt anders heißt und ein Dorf weiter ist? Oder gibt es etwa heute jemanden der NICHT auf der Messe aller Messen sein könnte? Gibt es bestimmt, schließlich ist ja auch IAA vermelden foursquare und twitter. Auch dorthin sprintet ein Red Eye ICE.

Liebe Bahn, ich muss meine Liebeserklärung (in Teilen) leider widerrufen!

Als das Galaxy einen Hotspot meldete war die Stimmung bei mir etwas enthusiasmiert (Frau W. behauptet, dass dieses Wort existiert), leider hielt das Netz gerade mal bis zu den Elbbrücken. Schade. Reichte aber um ein Bierdate über Twitter für den Nachmittag klarzuziehen. Wie gesagt, wäre das hier ne St.Pauli Auswärtsfahrt, dann hätte es ja auch gleich jetzt im Bordbistro starten können.

Update: Das WLAN reicht immerhin zum twittern. Und einen netten kleinen Plausch mit dem sympathischen Fernverkehrs Giganten von nebenan. Aber der Plan war ja auch Fokus auf das Finalisieren der Slides für die SMCONF kommende Woche. Also – bis gleich in Köln!

Erwartungsmanagement: worauf freue ich mich?

Letztes Jahr hab ich geschwänzt muss ich gestehen. Und ich muss zugeben, ich freu mich drauf dieses Jahr wieder am Start (und v.a. nicht am Stand) zu sein. Drei fixe Termine, einer ist spontan noch dazu gekommen gerade. Ansonsten rumrennen und Leute treffen. Vielleicht das ein odere andere für den Blog schreiben. So Gott und das WLAN es zu lassen.

Was mich in den letzten Jahren gestört?

Das „sehen und gesehen werden“ ist nun mal Teil der Show. Das ewige „zu welcher Party gehste“ war oft wichtiger als die Frage : „welche Stände und Themen hast du dir angeschaut“. Okay, das ist wohl v.a. die Perspektive des Dienstleisters der andere Dienstleister trifft. Für Kunden und Interessenten mag das anders sein.

Aber der Twitter Stream gibt schon erste „wir haben den geilsten Stand“-Werbekeulen und „Boaah sind wir coole Frühaufsteher“ her. Aber merke wenn schon gehated werden sollte dann: Don’t hate the players – hate the game!

Erste Runde: 1x Roundtrip

Okay, voll ist es seit 10.15 geworden und wie die Dame neben mir gerade sagt „ganz schön groß“. Stimmt in Summe. Einlass war wider Erwarten schnell dank vorab Registrieung.

Erste Runde und erste Bekannte Gesichter und Geplausche. Dieser grundsätzliche „Hintergrund Buzz“ ist immer spannend. Selbst in en Zwischengängen wo ich gerade site brummt es. Die ganze Welt ist im Gespräch und scheinbar sind alle immer auf dem Weg. Vom Termin zum Termin und auf dem Weg noch dreizehn Paar Hände schütteln.

Erstes Fazit: Media und Display aller Orten. RTB, DSP, PIPAPO. Gut zu Wissen: yahoo gibt es scheinbar noch. Und zumindest auf Ihrem Stand haben sie einige Besucher. Dürfte bei der Website ja anders aussehen. 😉

Erstes kurzes Interview mit meinem alten Studienkollegen Ingo Tenbrock von ASMI zum Big Data. Sorry dass wir z.T. so ins Mikrophon gebrüllt haben. War die Wiedersehensfreude.

Der weitere Plan: hit&run bis die Termine anfangen die ich ab Mittag habe.

BTW. Google Glass Count + 1 und somit bei 1.

The Long Run: ein Tag im Funkloch dmexco 2013.

Jetzt ist meine dmexco 2013 vorbei. Gemeinsam mit Andreas und Jan ging es per Taxi zum HBF in Köln. Denn merke: nach jedem guten Kindergeburtstag wird man nach hause gebracht. Ich hatte eine Sache vergessen, die sich seit meiner ersten dmexco in Düsseldorf nicht wirklich geändert hat: kein Netz. Weder WLAN noch UMTS oder Telefon. Kurz gesagt: die dmexco ist auch eine Art erzwungenes Offline Sein. Hier wird in einer großen Lektion den Onlinern gezeigt, dass die alte Offline Schule einfach auch funktioniert.

 Was waren die Themen der dmexco?

Aus meiner Sicht: same same but different. Same same but bigger. Weiterhin ist es eine Display Messe. Die großen Vermarkter stellen sich große Stände hin und fahren auf. Aber jeder Kanal hat seinen Platz. Sei es mit eigenen Ständen, Vorträgen oder den Besuchern. Von Search über E-Mail bis Social. Technisch, betreuend oder beratend. Big Data und Data Driven waren die Buzzwords. Content Marketing war ein Thema der Voträge aus meiner Wahrnehmung. Weniger ein Thema der Stände und Dienstleister. [H2]Was macht die dmexco aus? Jan fasste es gut zusammen auf dem Taxi zum Bahnhof: es ist eine Flüstermesse. Es geht nicht um geekige neue Produkte. Es geht nicht um Leads aus den Besuchern generieren. Es geht nicht darum, Stände zu besuchen. Die dmexco ist ein einziges großes Gespräch. Es ist mehr mehr Kundenbindung und Pflege von Leads. Es ist der Status Quo des Online Marketing in Deutschland. Aber nicht unbedingt ein innovatives nach vorne schauen zu den Themen die in 1 oder 2 Jahren heiß sein werden.

Nette Gespräche auf den Gängen.

Man trifft halt nen Arsch voll Leute. Manchmal viel „nur die guten, nur die alten“-Palaver aber auch guter Austausch wie andere die Trends gerade sehen und ob die Messe den lohnt.

Das schwere Los Halle 6

Ich bleibe dabei: einen Stand in Halle 6 haben war wie keinen Stand haben – nur deutlich teurer. Außer Magento kannte ich hier keine Firma. Na gut, die Strombar ist ein sinnvoller Stand gewesen. Ansonsten: weniger Leute, dunkler aber dafür immerhin etwas Telefonnetz verfügbar.

Ist die dmexco ein Pflichttermin?

Ich sage ja. Aber nicht, weil es hier die Infos gibt die einem helfen ganz weit vorne zu sein. Hier gilt sehen und gesehen werden. Nirgendwo sonst kann man so viele alte und neue Kontakte in so kurzer Zeit machen. Es ist das deutsche Branchenevent – keine zweite Meinung kann hierzu gedulded werden. Denn hier sind an einem Tag an einem Ort alle Themen und alle Menschen. Von den Salonlöwen über die Accounter Menschen zu den interessierten Zaungästen. Wer sich in das Abenteuer dmexco Stand einmal gestürzt hat, der wird es nicht so schnell aufgeben können. Zumindest nicht ohne, dass die Gerüchteküche Fragen nach der wirtschaftlichen Lage aufwirft.

Hat die dmexco internationales Format?

Kommt darauf an, wie man das definiert. Gibt es internationale Aussteller? Ja, die gibt es. Nicht verwunderlich, dass eine große Messe in einer großen europäischen Volkswirtschaft auch ausländische Aussteller anlockt. Anders als die IAA, IFA oder die ITB (meine Einschätzung) ist es aber keine Plattform, auf der internationale Kontakte sich den heißen Scheiß aus deutschen Landen und die Eigenarten des deutschen Markts reinziehen. Mit Ausnahmen sind die Vorträge auf deutsch. Genau wie das Grundrauschen trotz all er Anglizismen ein deutsches ist. Und ja, man kann gute internationale Speaker begeistern. Aber kaum weil der deutsche Think Tank rollt. Eher weil es strategisch einen Markt zu bearbeiten gilt. Oder weil es bezahlt wird.

Was müsste geiler sein bei der dmexco?

Klar: die Infrakstruktur! WLAN, Telefonempfang etc. Da ist die re:publica wirklich um Meilen voraus gewesen. Volle Hütte bei Sascha Lobo und trotzdem läuft twitter wie geschmiert. Wenn das nicht angegangen wird, dann bleibt die dmexco ein Pflichtevent für Onliner. Aber auch ein Veranstaltung auf der über digitales gesprochen wird, die aber nicht digital ist.

Die große Frage: Reicht ein Tag?

Wenn man schnell und fokussiert ist: ja. Ein zweiter Tag wäre nice to have gewesen. Dann hätte man noch ein Bier trinken können oder zwei mit alten Kollegen und Bekannten. Gut, wäre mit einem späteren Zug zurück wohl auch gegangen. Aber da scheiden sich dann die Geister, ob gerade auf Umtrunk & Parties die eigentlichen Deals und wichtigen Gespräche eingetütet werden. Oder ob der erste Tag nicht wirklich reicht, denn am zweiten sei doch nur verkatertes Selbstbeweihräuchern wie lange und hart man gefeiert habe. Und morgen hätte man noch mehr Hände schütteln können. Bei noch mehr Leuten auf dem Stand „mal Hallo sagen“ können Aber man wäre auch noch weiter vier Mal an den Leuten vorbei gerannt, an denen man heute schon vier mal vorbei gerannt ist. Ich bleibe dabei. Ein Tag ist sportlich aber ausreichend. Der zweite Tag ist nice to have. Vielleicht gehe ich nächstes Jahr den anderen Weg und finde raus, was der Abend und der zweite Tag können.

Dann aber hier und heute schon mal #memotoself: Hotel buchen sobald das Datum fix ist.

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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