Content-Marketing

Employer Branding – Azubis als Multiplikatoren

von am 25. Januar 2017 verfasst


Nach den ersten beiden Teilen „Employer Branding – Aufgabe für Personaler oder Marketer?“ und „Barrieren des Employer Branding“ folgt heute der dritte Teil meiner Überlegungen zu Employer Branding im Social Web.

Azubis und junge Mitarbeiter als Multiplikatoren

Schon seit mehreren Jahren sehen wir immer mehr Azubi-Blogs und Online-Videos, was daher rührt, dass sich gerade die jüngsten Mitarbeiter (als Digital Natives) sehr gerne dazu bereit erklären, an Social Media-Inhalten mitzuarbeiten. Nein, Azubi-Blogs sind nicht der Katzen-Content von Unternehmen, sondern eine Win-win-Situation. Das Unternehmen kann sich über diese Inhalte authentisch und menschlich präsentieren und die Azubis werden in ihrer Arbeit mittels Videos, Blog-Posts o.ä., die veröffentlicht werden, wertgeschätzt.

Recruiting-Videos

Zunächst zu den angesprochenen Recruiting-Videos: Denn anstatt die angesprochenen Vorteile und Profilierungschancen zu nutzen, erreichen einige Unternehmen genau das Gegenteil. Vor etwa sieben Jahren begannen Unternehmen vermehrt Online-Videos von/über ihre Azubis zu veröffentlichen. Hier ein paar Schmankerl mit Fremdschäm-Faktor von 2011 und 2012. Zu der Zeit scheinen Raps sehr beliebt gewesen zu sein.

Sparda

Schon ganze fünf Jahre alt, aber immer noch ein absolutes Fail-Highlight (Achtung: mind. bis zum Refrain hören):

Edeka

Auch noch ganz aus der Anfangszeit der Azubi-Recruiting-Videos und aus Zielgruppen-Sicht vielleicht gar nicht so schlecht (?):

Aber die Unternehmen scheinen mit der Zeit dazu gelernt zu haben, hier ein paar aktuellere Beispiele:

IHK Lüneburg-Wolfsburg

Bis auf die starken Unterschiede in der Lautstärke ein ansprechendes Video, das die Azubis natürlich darstellt:

wgv-Versicherungen

Professionell produziert und dennoch authentisch und nicht aufgesetzt:

In dem ein oder anderen Seminar haben wir mit den Teilnehmern die Videos diskutiert und sind dabei zu einem schon fast philosophischen Ergebnis gekommen: Können wir diese Videos eigentlich bewerten, wenn wir gar nicht die Zielgruppe sind?

Azubi-Blogs

multiplikatorenDie Recruiting-Videos eines Unternehmens können nicht nur via YouTube und Facebook verbreitet werden, sondern auch wunderbar in einen Mitarbeiter- bzw. Azubi-Blog eingebunden werden. Wozu? Na, ganz einfach: Google liebt Blogs! Ein Blog, der regelmäßig mit neuen Inhalten gefüllt wird und die wichtigsten SEO-Regeln beachtet, sorgt dafür, dass das dazugehörige Unternehmen und seine Botschaften leicht bei Google gefunden werden. Weitere Funktionen eines Blogs sind neben dem Employer Branding der Aufbau von Reichweite, das Generieren von Leads und der Dialog mit dem Lesern durch die Kommentarfunktion. Zudem bietet ein eigener Blog einige Vorteile gegenüber Facebook, die in dieser Infografik übersichtlich zusammengefasst sind.

Wenn es um konkrete Beispiele für Mitarbeiter- bzw. Azubi-Blogs geht, könne wir direkt dort anfangen, wo wir bei den Recruiting-Videos aufgehört haben. Denn der in der breiten Masse wohl bekannteste Unternehmensblog ist wahrscheinlich der von Daimler. Mehrere hundert Mitarbeiter aus unterschiedlichsten Bereichen des Unternehmens beteiligen sich an dem Blog und das nun mittlerweile schon seit fast zehn Jahren!

Weitere Unternehmen, die man sich anschauen sollte, um einen Überblick im Bereich guter Azubi-Blogs zu bekommen, sind OTTO, IKEA, edding und in jedem Fall Krones als mein Lieblingsbeispiel der Hidden Champions.

Fazit

Es gibt viele positive (und auch einige wenige negative) Beispiele, wie sich Unternehmen dem Thema annehmen. DIE Erfolgsstrategie gibt es nicht – jedes Unternehmen muss seine eigene finden. Es geht in erster Linie darum, was dahinter steckt und erst in zweiter, wie es kommuniziert wird. Erfolgsfaktoren sind und bleiben die Mitarbeiter und da spielen dann auch Social Media eine wichtige Rolle beim Weitertragen von Informationen.

Vorausgesetzt, das Unternehmen ist kulturell soweit, von innen zu berichten (Stichwort Transparenz) und stellt die Ressourcen (!) zur Verfügung, dann sind Corporate Blogs meiner Ansicht nach das beste Medium ein Unternehmen über die Meinung und Sprache der Mitarbeiter im (Social) Web zu platzieren. Und wenn man das gut macht, belohnt Google einen auch dafür.

Fragen zum Thema können gern an uns gerichtet werden und zufällig helfen wir Unternehmen auch dabei, sich im Social Web ein Gesicht zu geben. Mit Blogs, Social Media und dem richtigen Content-Mix.

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Svenja Teichmann

Geschäftsführung

Svenjas Themen liegen in der Strategie sowie in der Entwicklung von Organisationen, damit sie die Potentiale der Digitalisierung nutzen können. Darum drehen sich auch ihre Blogartikel. Sie ordnet Trends ein, die ihr begegnen und lässt manchmal auch Dampf ab, wenn ein Thema ohne Sinn und Verstand zum Hype wird.

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