Meinung

Erfahrungsbericht – ein Monat mit der Moto 360 Smartwatch

von am 31. März 2015 verfasst


Kritische Stimmen zur Apple Watch wie die der Kolumnisten des Guardian oder Stern würden wohl auch den Moto Käufern das Prädikat „Marketing-Opfer“ verleihen.  Aber davon lässt das Spielkind sich ja nicht abhalten. Euch mögen die Use-Cases unklar oder sinnlos erscheinen, mir schienen sie eben interessant.

Hätte ich im Vorfeld detaillierte Tests gelesen, hätte ich mich vermutlich nicht für die Motorola Moto 360 Smartwatch entschieden.

Kritikpunkte an der Technik: lahmer Prozessor und schwacher Akku

Im Nachgang gelesene Tests mit dem Tenor „veralteter Prozessor“ oder „zu wenig Akku“ hätten mich vermutlich vom Kauf abgehalten. Aus dem Alltagseinsatz kann ich jedoch davon nicht viel bestätigen. Aber nicht nur die Technik wird bemängelt.

Gerade die Akkuleistung nehme ich als akzeptabel wahr. Wenn die Uhr zur Nacht ausgemacht wird, komme ich mit einer Akkuladung etwa zwei Tage hin. Dann ist aber auch am zweiten Tag der rote Balken ab 22:30 Uhr angesagt. Angenehm überrascht war ich von der Ladezeit. Die mitgelieferte Ladestation läd den Akku flott wieder auf und sieht auch vernünftig aus. Allerdings gibt es diese auf den ersten Blick nicht einzeln nachzukaufen. Warum sich Motorola wohl das Geld entgehen lässt? Ich würde ja sofort eine für die Reisetasche kaufen und Ladestation am Nachttisch fest installieren.

Zum Prozessor: eine Latenz bemerkt man dann und wann in der Reaktion. Da ich damit nicht Candy Crash auf Zeit spielen will, empfinde ich das als wenig störend. Schön wäre allerdings, wenn das Display etwas öfter auf drehen des Handgelenks reagieren würde. Gerade beim Radfahren ist der schnelle Blick auf die Uhr nicht immer einfach.

Überblick: was kann die Moto 360 Smartwatch?

Am einfachsten kann man es wohl so erklären: die Moto ist weniger ein eigenständiges Gerät als eine Erweiterung zu meinem Smartphone. So wie Bluetooth Boxen als externe Lautsprecher dienen ist die Moto ein erweiterter Bildschirm am Handgelenk, mit weiteren Sensoren. Diese liefern ähnlich wie ein Jawbone die gezählten Schritte und auch der Puls kann gemessen werden (nicht sehr genau und in groben Intervallen). Im Gegensatz zu Google Fit komme ich auf jeden Fall auf mehr Schritte, denn anders als das Telefon marschiert die Uhr immer mit. Da sieht man mal, was man an so einem Seminartag an Metern macht. Also: kleine quantified self Spielereien.

An der Funktion die ich für ganz praktisch halte, mögen sich die Geister scheiden: Ich habe meine Notifies und Google Now jetzt auch am Handgelenk. Klingt vielleicht im ersten Moment nach noch mehr Brummen aber ich finde es praktisch. Das Telefon liegt in der Tasche oder auf der Ladeschale und trotzdem habe ich Zugriff. In der Tat wird der ein oder anderen Anruf weniger verpasst, wenn das Smartphone aus dem letzten Termin noch auf „lautlos“ eingestellt ist.

Nein, kein Mensch braucht eine Smartwatch – aber es macht Spaß, eine zu besitzen.

Man könnte auch sagen, dass die Moto 360 Smartwatch und ihresgleichen maximal „Erste Welt Probleme zweiten Ranges“ lösen. Mein ökologischer Fußabdruck wird durch das dritte Mobile Device nicht besser werden. Aber: sie ist für mich ein nettes Gadget, dass ich nach vier Wochen nicht mehr missen möchte.

Nachgetragene Erkenntnis: sie ist (m)ein digitaler Marshall-Stern

Eine zentrale Ergänzung kam gerade gestern morgen zu dem Thema. Björn fasste mein „naja es ist halt auch für Kunden und Seminarteilnehmer spannend gewesen, die mal zu sehen und zu hören was die so macht und kann […]“  sehr prägnant zusammen als: das ist dein digitaler Marshall-Stern. Recht hat er. Gadgets wie die smartwatch sind (aktuell noch)

1. aufmerksamkeitsstark , denn hey es blinkt regelmäßig was an einem Handgelenk und wer mich kennt, der weiß, das Ärmel-hochgerollt nicht erst seit 4 Wochen wegen Uhr zeigen fast immer bei mir ist. So war es bei den ersten iPhones ja weiland auch noch. Ihr wisst noch damals, als nur einer beim Meeting eines hatte und nicht vor jedem 1-2 davon lagen.

2. sind sie auch ein Statement – genau wie eine Breitling, TagHeuer, Poloar Laufuhr, Old School Swatch oder G-Shock.

Das sind beides Mehrwerte und zwar ganz klassische.

Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

Mehr Newsletter-Abonnenten aktivieren.

12 Archetypen im Marketing – strategisches Storytelling

Online-Marketing für die junge Zielgruppe