DMEXCO 2018 - Wie lief es aus Besuchersicht?
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DMEXCO 2018 – Wie lief es aus Besuchersicht?

von Jennifer am 19. September 2018 verfasst


Eine Woche ist es nun her, dass die DMEXCO 2018 in vollem Gang war. Das Who is who der digitalen Branche traf sich in Köln und quatschte, philosophierte und entwickelte – nicht selten auf der Bühne – Ideen, wie wir die Probleme unserer Zeit in den Griff bekommen können. Alle zusammen. Das klingt erst einmal gut. Und wenn man dann Beobachter dieser Diskussionen ist, so wie ich bei dem Panel „Viewability and better Ads: How to regain trust in advertising„, kommt während der Debatte ein sehr gutes Gefühl auf. Wir wollen offensichtlich alle das gleiche, schwimmen alle in dieselbe Richtung und haben ein übergeordnetes Ziel in Sicht – nicht unsere individuellen Unternehmensziele. Geil. Let’s do this!

 

DMEXCO 2018 – Ein Realitätscheck

Sobald aber die motivierende Musik ausgeht (hat außer mir jemand bemerkt, dass es sich um das Lied aus der Apple iPhone X Werbung handelte?) – wurde mein idealistisches Ich wieder auf den Boden der Tatsachen gebracht: Außerhalb der Seminare, Panels und Vorträge herrscht nicht bloß auf den Gängen ein Geschiebe und Gedränge, sodass ein Stolpern über die penibel angelegten Standgrenzen nicht nur einmal am Tag vorkam. Nein, auch die Standgrößen, Formate und individuelle Gestaltung waren ein reines Muskelspiel zwischen den Wettbewerbern. Und was einige da aufgefahren haben, ist beeindruckend. Sagen wir mal so: Marketing at its best. Aber wenn nicht hier, wo dann? Was jedoch die Ausgabe von Softeis mit Klarna oder die Vergabe von ein wenig gruseligen Stofftieren bei Tealium mit den Marken zu tun haben, konnte ich über die Zeit nicht herausfinden. Was ich jedoch sah: Es funktionierte. Zumindest war bei den Ausgaben eine große Schlange. Das Stofftier gab es gegen Visitenkarte. Logo. Aber einen Tod muss man bekanntlich sterben.

Die meisten Stände hielten es klassisch: Es gab Goodie Bags mit den altbekannten Streuartikeln: Whitepaper, Kugelschreiber, Blöcke und der Versuch eines USP-Gimmicks. Dies führte zu Multi-Taschenträgern bzw. „Beutelratten“ auf allen Fluren. Teilweise fühlte ich mich in Zeiten zurückversetzt, als ich noch in Malls shoppen ging und es Primark vor Ort gab. Wer hat denn Lust, den ganzen Tag so viele Taschen mit sich herumzutragen – aber es gab sie, die mit der Freude daran. Zuhauf. Die W&V hat dazu ein nettes Video gedreht:

Mein ständiger Begleiter in meinem Kopf war die Aussage des geschätzten Kollegen Wilko von einst, der – smart wie immer – sagte „Du bist nicht das Internet“. Dies ist offensichtlich auch auf andere Lebenssituationen zu übertragen. „Du bist nicht die typische Taschenträgerin“, „Du bist nicht die typische Standbesucherin“, „Du bist nicht… die Zielgruppe?!“ – irgendwie war das meine Zusammenfassung der beiden Tage.

 

Sven hat’s ja gesagt…

Manche Dinge muss man jedoch am eigenen Leib erfahren und erleben. Letztes Jahr hat Sven laut auf LinkedIn überlegt, ob er dieses Jahr noch mal hingehen sollte. Und wir kennen die Antwort. Ich war alleine vor Ort. Zuletzt 2015 auf der DMEXCO – sorry, dmexco meine ich – gewesen, habe ich nun den direkten Vergleich zwischen „kost‘ nix“ und „kostet, was zu wertvollerem Publikum führt“. Letzteres kann ich nicht beurteilen, dafür habe ich zu wenige der 41.000 Besucher gesprochen. Aber was ich sagen kann, ist: Es war laut, voll und man hat viel Zeit damit verbracht ein Ziel zu erreichen – sei es die erlösende Toilette oder aber das Seminar, welches man nach dem Kundengespräch besuchen wollte. Irgendwie war ich die ganze Zeit unter Strom und hatte selten das Gefühl richtig angekommen zu sein, weil es dann schon wieder zum nächsten was-auch-immer ging. Die Messe ist halt nur zwei Tage. Und sich in dieser Zeit einen Überblick über Neues, Altbewährtes und dann noch um Kundenbindung zu bemühen ist sehr, sehr sportlich.

 

DMEXCO 2018 zur Kundenbindung nutzen?

Sicher habe auch ich im Vorfeld ein paar Termine mit Kunden, potenziellen Kunden und Partnern aus dem Netzwerk gemacht. Und klar ist es cool, dass alle an einem Ort anzutreffen sind. Mit einigen habe ich mich zurückziehen können und in dem Bereich vor der Congress Stage eine ruhige Ecke gefunden in der wir uns dann gemeinsam auf den Boden setzen konnten. Sein wir mal ehrlich: Mit jedem kann man das auch nicht machen. Bei anderen Terminen war ich jedoch an die Stände gebunden und das war wirklich, wirklich laut. Hut ab vor denen, die zwei Tage durchgeredet haben. Also, eignet sich die DMEXCO für Kundengespräche? Es gilt die gleiche Antwort wie grundsätzlich in der Beratung: Es kommt drauf an.

  • Ist der Kunde schon lange dein Kunde? – Dann ja, für einen kleinen Schnack ist die Zeit immer da.
  • Ist es ein potenzieller Kunde oder einer, den du noch nicht einschätzen kannst? – Je nach Typus/Branche. Ein erstes Kennenlernen ist in dem Rahmen sinnvoll, wenn es Rückzugsmöglichkeiten gibt.

Ich als Kundenbindungs-Megafan würde jedoch immer lieber in den Zug steigen und Gespräche in angemessener Umgebung führen. Die DMEXCO ist meiner Meinung nach kein angemessener Rahmen dafür.

 

DMEXCO 2018 – Wie war die Erwartungshaltung?

Im Vorfeld haben wir sehr kurzfristig unsere Partner gefragt, was sie sich von der DMEXCO 2018 erhoffen. Hierzu wurden drei knappe Fragen gestellt. Auf diese haben wir tolle Antworten bekommen.

Was erhoffst du dir von deinem Besuch auf der DMEXCO 2018?

Antwort 1:

Ich erhoffe mir von meinem Besuch auf der DMEXCO tatsächlich das, was sonst immer ein bisschen abstrakt ist: Viele digitale Anbieter ein bisschen weniger abstrakt zu machen d.h., mit ihnen in Kontakt treten und appnexus, YouTube, Facebook, Facelift, etc. greifbarer zu machen, um besser miteinander kooperieren zu können.

Antwort 2:

Ich hoffe auf spannenden Input durch die Vorträge, die ich besuchen werde. Aber auch auf den ein oder anderen Aussteller, der neben den Big Playern herausstechen wird – ob durch Kreativität, durch ein interessantes Logo oder durch Inhalte. Wenn man durch die Hallen schlendert und die Stände auf sich wirken lässt, hat man ja immer so seine Kunden im Hinterkopf – also warum nicht mal Expertise und Netzwerk durch mögliche Kooperationen oder Projekte erweitern?

Welche Fehler siehst du im Digital-Marketing viel zu häufig?

Antwort 1:

Die häufigsten Fehler, die ich im digitalen Marketing sehe, ist, was auch in allen anderen Bereichen eigentlich oftmals der Fall ist, dass man aus Best-Practices nicht lernt. D.h. Dass man oft nicht strukturiert vorgeht sondern eher nach Bauchgefühl und eher nach persönlichen befinden und“ wir versuchen das Mal „ statt aus learnings und dem was andere schon eruiert haben dann eben zu lernen und das in seine Entscheidung mit einfließen zu lassen.

Antwort 2:

Ich persönlich bin ein absoluter Gegner von Silodenken. Das hat noch nie einem Unternehmen bei seiner Zielsetzung geholfen und lässt Chancen, die der Markt bietet, ungenutzt. Es wird Zeit, dass die Unternehmen ihr „Silowissen“ allen Abteilungen zur Verfügung stellt und damit ganzheitlich von profitiert. Nur so können alle Mitarbeiter in eine Richtung gehen nur so sind Visionen zu verinnerlichen.

Welcher Trend im Online-Marketing wird uns deiner Meinung nach noch länger begleiten?

Antwort 1:

Influencer Marketing wird uns meiner Meinung nach noch länger erhalten bleibt und auch noch weiter entwickelt werden. Aber ich erhoffe mir davon, dass es professioneller gestaltet wird und nicht jeder einfach so etwas promoten kann, sondern das Ganze einen professionelleren Anstrich bekommet. Die Influencer sollten „einen Schritt zurücktreten“ und sich erinnern, weshalb sie mal Influencer geworden sind – weil sie eine einflussreiche Person sind. Das im Hinterkopf sollte sie bewegen, nicht mehr nur als Werbebreak zu fungieren sondern als echte Menschen. Das würde ich mir erhoffen.

Antwort 2:

Ich glaube, dass viele Themen wie Automatisierung, Personalisierung und BI noch lange nicht das Ende der Fahnenstange erreicht haben, aber für mich ist der Trend zur künstlichen Intelligenz der spannendste. Interessant wird sein, wie wir damit umgehen, wie und wann wir reglementiert werden und wie die „black box“, welche die KI mit sich zieht, zu schmälern ist. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir keine Vergleichswerte haben, keine Erfahrung bei der Arbeit mit KI, auf die wir zurückgreifen können. Deswegen müssen wir besonders vorsichtig sein. In solch einer Situation kann leider nur aus Fehlern gelernt werden.

 

Konnte die DMEXCO 2018 den Wünschen der Besucher standhalten?

Liest man Beiträge der W&V oder t3n  zu dem Thema, so war die DMEXCO ein voller Erfolg. Die Besucheranzahl ist höher als 2017 und die „Zufriedenheit der Aussteller signifikant gestiegen“ (Meedia). Das klingt gut und schreit nach einer Wiederholung. Die individuelle Entscheidung, ob DMEXCO 2019 „yay or ney“ bleibt dabei jedem selber überlassen. Das Ergebnis einer Google Suche mit der Suchanfrage „DMEXCO 2018“ kurz vor dem 12.09.2018 hat im Übrigen folgendes Ergebnis ausgeworfen:

Ich werde nicht da sein, wünsche euch aber viel Spaß und eine gute Zeit.

Wen sehe ich denn auf den OMR 2019? 🙂

Jennifer Nitsch

Jennifer Nitsch

Online-Marketing-Beraterin

Für Jenny gibt es kein Thema, dass sie nicht interessiert. Learnings aus ihren täglichen Aufgaben wie Social Media Ads, Analysen oder den Google Tools teilt sie gerne. Nicht zu vergessen ist ihr Sinn für alle Optimierungsmöglichkeiten. Deswegen finden sich ab und an auch Artikel über ihren HomePod oder andere privat genutzte Tools auf unserem Blog.

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