Social Media

Facebook Home vorgestellt

von am 8. April 2013 verfasst


Facebook Home ist nun da. Also fast, denn zunächst einmal wurde das Ganze mit dem für Facebook üblichen Tamtam präsentiert. Am 12. April ist es dann tatsächlich so weit. Ab dann ist Facebook Home im Google Play Store für einige ausgewählte Modelle erhältlich. Zumindest offiziell, denn normalerweise sollte es zumindest auf jedem neueren Smartphone zum Laufen zu bringen sein. Das HTC First, auf dem Facebook Home bereits vorinstalliert ist, erscheint in den USA zeitgleich. Sollte es bei Euch schon so richtig kräftig in den Fingern jucken, dann könntet ihr Euch an der geleakten Version versuchen. Das ist natürlich auf eigene Gefahr, nicht dass mich hier nachher einer anruft und sich beschwert, dass sein Smartphone nicht mehr will, wie es soll ;).

Aber was ist Facebook Home denn nun eigentlich genau?

Bei Facebook Home handelt es sich um einen sogenannten Launcher, also quasi die Benutzeroberfläche auf dem Smartphone. Davon gibt es bereits eine ganze Menge für das Android Betriebssystem, die für jeden Anwendungsfall beziehungsweise Gestaltungsgeschmack eine passende Lösung bieten. Facebook Home zielt nun darauf ab, das soziale Netzwerk und selbstverständlich auch die dazugehörenden Apps, wie Instagram oder den Facebook Messenger, in den Mittelpunkt der Smartphonenutzung zu stellen. Das kleine Werbefilmchen von Facebook gibt schon mal eine Vorstellung davon, wie das Ganze in der Praxis ausschaut.

Und was kann Facebook Home nun im Detail?

Installiert Ihr den Launcher auf Eurem Smartphone, dann seht Ihr nach dem einschalten, vorausgesetzt Euer Gerät ist kompatibel und alles läuft rund, direkt Beiträge aus Eurem Facebook Newsfeed. Das dazugehörige Beitragsbild erstreckt sich über den gesamten Bildschirm und Euer eigenes Profilfoto schmückt den Button von dem aus alles weitere passiert. Dabei ist „alles weitere“ sehr einfach gehalten. Ihr könnt direkt zu Euren Nachrichten gelangen, auf alle Eure Apps zugreifen oder die zuletzt benutze App erneut aufrufen.
Hinzu kommen dann noch die von Facebook sogenannten „Chat Heads“. Das sind die Profilbildchen der Facebook Freunde, mit denen Ihr über einen Klick auf’s Bildchen Nachrichten schreibt. Die könnt Ihr hinschieben, wo Ihr wollt. Das besondere daran: Egal welche App offen ist, die Chat Heads können jeder Zeit genutzt werden.

Facebook Home Chat Heads Preview
Quelle: facebook.com

Grundsätzlich handelt es sich dabei um ein spannendes Feature, dass von Futurebiz sogar als das potentiell wichtigstes Element des neuen Facebook Home Launchers angesehen wird. Ich bin da persönlich etwas skeptischer. Sicher ist das erstmal eine praktische Sache, wenn man nicht mehr zwischen verschiedenen Apps wechseln muss, aber für mich besteht durchaus auch die Chance, dass die Chat Heads ganz schön nervig werden können, wenn man gerade eigentlich ganz andere Sachen macht, wie beispielsweise einen spannenden Artikel zu lesen.

Was bedeutet Facebook Home für Unternehmen?

Besonders ein Foto aus der Vorstellung, hat mir einmal mehr bestätigt, was sich für mich schon bei der Vorstellung des neuen Newsfeeds als wichtigste Entwicklung abgezeichnet hat: Qualitativ hochwertige Inhalte werden bei Facebook immens an Bedeutung gewinnen.

Facebook Home First Impression
Quelle: facebook.com

Wer möchte schließlich über sein gesamtes Smartphone Display ein pixeliges Bildchen sehen? Auch die vermeintlichen Maßnahmen zur Engagement Steigerung („Kommentiere jetzt für voll super oder drücke Like für total knorke“) könnten hierdurch die gerechte Abstrafung in Form von sinkenden Fanzahlen erhalten, wenn die User selektiver werden. Schließlich wurde auch schon von Mark Zuckerberg höchstpersönlich bestätigt, dass Werbung auch auf Home kommen wird. Ob es sich dabei um die schon bekannten Sponsored Posts handelt oder ein neues Format eingeführt wird, bleibt abzuwarten.

Wird Facebook Home funktionieren?

Wenn wir diese Frage, so hypothetisch es auch nur sein kann, beantworten wollen, dann sollten wir uns zunächst Gedanken machen, wer mit Facebook Home angesprochen wird. Der Preis von unter 100 Dollar (mit Vertrag) für das HTC First in den USA und das einfache Design sind für mich Anzeichen dafür, dass besonders Menschen, die bisher noch kein Smartphone haben, eine Kernzielgruppe von Facebook darstellen. Da der größte Teil der Bevölkerung der Industrieländer inzwischen mit mindestens einem Smartphone versorgt ist, sind es also vor allem die gerade erst neu heranwachsenden Kunden: Kinder und Jugendliche. So könnte das Projekt Facebook Home wenigstens ein Stück weit auch als Maßnahme verstanden werden, um das Netzwerk unter Jugendlichen wieder beliebter zu machen. Bei all denjenigen, für die das „Facebook Phone“ das erste Smartphone ist, tritt auch ein weiteres Problem nicht auf: Sie vermissen die praktischen Widgets nicht, mit denen die meisten „eingesessenen User“ bereits ihre Smartphones bestückt haben. Wenn der halbe Home- oder Lockscreen von meinem Wetter-Widget eingenommen wird, würde das schließlich eher suboptimal sein, wenn eigentlich die neusten Infos aus dem Newsstream lesbar sein sollten.

Ein ganz praktisches Problem sehe ich potentiell auch noch in dem Newsstream auf Lock- und Homescreen: Die ständige Aktualisierung knabbert durchgehend am Volumen der (hoffentlich vorhandenen) Datenflatrate. Wenn nach drei Tagen das Inklusivvolumen aufgebraucht ist, wird das surfen den Rest des Monats nur noch bedingt Spaß bringen. Ob das tatsächlich ein Problem wird, kann natürlich erst der Praxiseinsatz zeigen.

Für Menschen, die bereits ein Smartphone besitzen, sehe ich persönlich kaum Vorteile durch die Nutzung von Facebook Home. Die individuelle Anpassung gelingt mit etwas Zeit und Geduld auch mit bereits vorhandenen Launchern und Apps (Gizmodo hat da schon mal ein paar Alternativen vorgestellt), sodass der Newsstream als „Bildschirmhintergrund“ eben nur eine Gestaltungsoption von Vielen ist. Ob es für die persönliche Nutzung Sinn macht diese Möglichkeit zu nutzen, kann nur individuell entschieden werden. Da Facebook Home jedoch auch all jenen, die sich ans selber zusammen basteln nicht ran trauen, eine optisch ansprechende – vorausgesetzt man hat die richtigen Freunde bei Facebook – Nutzeroberfläche bietet, besteht meines Erachtens zumindest das Potential für eine nicht zu unterschätzende Verbreitung. Besonders in Deutschland sollte jedoch auch eine gewisse Skepsis gegenüber Facebook nicht unterschätzt werden. Sie findet ihren Ausdruck zumeist in Sorgen um die eigenen Daten – Stichwort Privatsphäre. Facebook hat da auch schon auf die Nachfragen der potentiellen User reagiert und ein paar Fragen zu dem Thema beantwortet.

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Dennis Virkus

Ehemaliger

Dennis war 2013 zunächst Praktikant und dann Trainee. Seine Leidenschaft für das Angeln hat er nicht nur mit der Rute in der Hand, sondern auch als Autor beim Leitmedium der Angel-Szene “Rute und Rolle” an der Tastatur ausgelebt. Entsprechend hatte er auch bei uns die Themen Blog und SEO im Blick. Nach seiner Trainee-Zeit nahm er die Arbeit bei “Rute und Rolle” in Vollzeit auf und ist aktuell Senior-Online-Marketing-Referent bei einer großen Personalvermittlung in Hamburg.

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