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Google Nose Aprilscherz aus einer Content Marketing Perspektive

von am 3. April 2013 verfasst


Vorüberlegung – War Google Nose erfolgreich und wenn ja warum?

Bereits vor ein paar Wochen haben wir ein Monitoring für potentielle Aprilscherze aufgesetzt. Das Ergebnis aus meiner Sicht: Google war, nicht nur mit Google Nose, durchaus erfolgreich.

In einem stark nachgefragten Bereich konnte sich der Konzern aus Mountain View durchsetzen und war im Monitoring mit seinen Hoaxes zu Google Nose und der Youtube-Schließung in der Keyword Analyse.

Und wenn wir Google Trends glauben dürfen, dann ist Google Nose fast so stark gesucht wie der Begriff Aprilscherz. Vielleicht sollten die Daten noch bereinigt werden, denn warum 2013 um ein vielfaches mehr gesucht wird als noch 2012 erschließt sich mir nicht auf den ersten Blick.

Keyword Analyse Aprilscherz

Was hat Google clever gemacht?

Sie haben nicht nur auf ein Pferd gesetzt sondern mit Youtube, Google Treasure Maps, GMail Blue etc. mehrere Testballons gestartet. Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis. Wenn man auf viral setzt dann sollte man nicht nur einen Versuch starten. „Hit or miss“ wäre selbst mit dem Reichweitenpotential schwierig gewesen. Möglicherweise ist das der Grund, warum die meisten Versuche zu Rohrkrepierern werden.

Was brauchen wir also für unseren Versuch?

Klingt zunächst wohl nach der Frage die mit „eine coole Idee“ zu beantworten ist. Sehe ich anders. Wir brauchen Reichweite und einen Plan wie wir die Idee seeden. Sonst wird unsere coole Idee im kleinsten Kreise stecken bleiben. Also genauso wichtig wie die Idee ist Planung und Umsetzung von Reichweitenaufbau.

Wie kriegen wir die Lawine ins Rollen? Ohne Antwort wird es nichts. Und Denkmodelle wie die Unterscheidung paid-owned-earned-media sind da absolut sinnvoll, nicht nur wenn es um Aprilscherze oder virals geht, sondern auch für jede andere Überlegung zum Thema Content Marketing.

Google kann das mit seiner Eigenreichweite recht gut. Sind ja doch mehrere Millionen User, die täglich die unterschiedlichen Services nutzen.

Macht es Sinn mit einer so starken Saisonalität zu arbeiten?

Und wenn wir den Gedanken mal weiter spinnen zum Thema „ich will das auch“, ist es dann sinnvoll sich als „kleiner Player“ auch auf das Thema zu stürzen? Ich denke in 99 von 100 Fällen lautet die Antwort nein. Denn selbst wenn wir „hit or miss“ umgehen durch mehrere Ideen und wenn wir es erfolgreich hinkriegen die Idee zu seeden: Was haben wir davon? Traffic und Reichweite auf Facebook. Mehr wohl nicht. Sinnvoll ist das vielleicht bei einem werbefinanzierten Geschäftsmodell, davon abgesehen eher nicht.

Aber sonst gilt: das Thema Aprilscherz ist vielleicht die ausgeprägteste Saisonalität von allen. Im Gegensatz zum Valentinstag oder Weihnachten gibt es kein großes Interesse im Vorfeld oder im Nachgang. Vielleicht kann man am 2. April noch – so wie ich gerade mit diesem Artikel 😉 – probieren auf der Welle mitzusurfen. Aber dann mache ich mir doch nicht die Mühe selber einen zu machen sondern schreibe wie der Spiegel oder onlinemarketing.de lieber eine Zusammenfassung von dem was gelaufen ist. Weniger Aufwand, aber letzten Endes vermutlich der gleiche Ertrag in Form von (relevantem) Traffic.

Fazit für mich aus dem Google Nose Aprilscherz

Wer bei den großen Kindern mitspielen will, der brauch auch deren Ressourcen in Form von Zeit, Geld und idealer Weise auch Eigenreichweite.

Wer die nicht hat sollte es lassen und sich lieber versuchen in der Nische zu positionieren. Denn der generelle Ansatz sich auf saisonale Themen zu stürzen ist ja nicht verkehrt. Aber dann auf die Nischen, die nicht jeder auf dem Radar hat. Outsmarten war das Stichwort, dass bei den Onlinemarketing Rockstars des öfteren gefallen ist. Also vergessen wir doch mal geschwind die großen Themen wie 1. April (oder machen da maximal als Trittbrettfahrer mit) und stürzen und lieber auf die Nischen wie z.B. den Weltjogginghosen Tag.

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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