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Die Huffington Post Deutschland ist eine Woche online

von am 17. Oktober 2013 verfasst

Wie funktioniert die Huffington Post Deutschland?

Der 10. Oktober 2013 sollte eine Zäsur des deutschen Journalismus werden. Eine in den USA sehr erfolgreiche Plattform macht sich daran, auch den deutschen Markt zu erobern: die Huffington Post Deutschland. Die Geschäftsidee: Man ballert das Netzt mit Artikeln voll und vermarktet die Reichweite mittels Werbung. Zusammengearbeitet wird mit Focus Online unter Regie des Medienriesen Burda. Man steigt also mit einen großen Bass in den Markt ein. Entgegen herkömmlicher Medienangebote zahlt die Huffington Post die Artikel, die sie veröffentlicht, nicht. Bezahlt wird mit Reichweite. Journalisten und andere Schreibende können sich entscheiden zwischen „wer nicht zahlt, bekommt auch nichts“ oder „auf die Reichweite möchte ich nicht verzichten, auch wenn ich für meine Arbeitszeit kein Geld bekomme“. Stefan Niggemeier hat einen sehr lesenswerten Artikel zum Modell „Huffington Post Deutschland“ geschrieben.

Die Diskutanten stehen sich unversöhnlich gegenüber

Exemplarisch verlinke ich einige Artikel, die die unterschiedlichen Sichtweisen darlegen. Auf der Pro-Seite befindet sich u.a. Nico Lumma. Er argumentiert, dass die Huffington Post Deutschland eben nur eine weitere Website ist. Man kann sie als Multiplikator nutzen – oder eben nicht. Nico Lumma ist allerdings nicht darauf angewiesen, seine Schreibzeit bezahlt zu bekommen. Ähnlich argumentiert Karsten Lohmeyer, der Betreiber der Seite www.lousypennies.de, deren Name lustigerweise auf eine Äußerung Hubert Burdas zurückgeht. Auf der anderen Seite steht beispielsweise Michalis Pantelouris, der den neuen Medien tendenziell positiv gegenübersteht. Er hält die Huffongton Post schlicht für „unsäglichen Müll“. Seine Argumentation: Wer nur um der Reichweite willen schreibt, schreibt nicht objektiv. Er (oder sie) ist auf maximale Reichweite angewiesen und schreibt deswegen zwingend interessengeleitet. Interessengeleitete Kommunikation ist aber eher PR als Journalimus. Flankiert wird, wie in fast jeder Journalismusdiskussion, die Argumentation der Kritiker von fragwürdigen Geschäftsbedingungen der Plattform. Interessanterweise gibt es schon die ersten Fahnenflüchtigen, die nun unterscheiden zwischen „umsonst“ und „kostenlos“.

Warum ich die Huffington Post Deutschland aus PR-Sicht trotzdem für sinnvoll halte

Ich stimme Michalis Pantelouris zu: So ein Projekt Journalismus zu nennen verschleiert die Tatsache, tatsächlich um Aufmerksamkeit buhlen zu müssen und Objetivität herunterpriorisieren zu müssen (ja, zu müssen!). Ich als Privatperson möchte so einen Journalismus nicht. Wogegen ich nichts habe, ist eine weitere Plattform für PR. Und ich meine nicht das inhaltsleere Geblubber vergangener Zeiten. Nein, ich meine PR in seiner modernen Form des Content Marketing. Was spricht dagegen, als Firma eine Geschichte erzählen zu wollen? Was spricht dagegen, auf eine unternehmerisch basierte Datenlage zurückzugreifen und diese in einen Artikel zu schreiben? Solange man das transparent gestaltet – why not? Ich verstehe, dass Journalisten Angst haben, als Feigenblatt für eine Plattform dienen zu müssen, die zu großen Teilen mit interessengeleiteter Kommunikation befüllt wird. Aber dann macht da einfach nicht mit.

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Als Channel und Content Experte ist Wilko ist mit seinen journalistischen Wurzeln unser Mann, wenn es um redaktionelle Arbeit und redaktionelle Prozesse geht.Sein Wissen setzt er in Kundenprojekten um und teilt es als Seminarleiter mit den Teilnehmern unserer Social Media und Content Marketing Seminare.

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