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Proaktiv gefunden werden – Jobsuche mit Netzwerk als Rückenwind

von am 13. Mai 2013 verfasst


Im Wesentlichen ging es um den Case von Christine Heller und ihrem „ich bewerb´ mich mal andersrum“-Ansatz. Denn statt Suchagenten bei stepstone oder Anzeigen wälzen in Fachzeitungen wurde ein (konsistent gestaltetes) Portfolio an Onlinemaßnahmen erstellt und darüber die Information gestreut: „Ich bin zu haben. Demnächst“.

Schön natürlich, dass nicht aus 2. Hand sondern direkt von der Erzeugerin berichtet wurde, daher gab es dann eben auch direkt mal Reichweitenzahlen und Aufwandsschätzungen sowie die „so hat es sich angefühlt“-Aspekte.

Und die Fakten waren durchaus beeindruckend (Reichweite) und wie ich fand auch gar nicht erschreckend (Aufwand). Für dieses absolut großartig gestaltete Bewerbungsformat zwei Wochen Arbeit investiert? Finde ich nicht viel. An meinen klassischen Bewerbungs-Words habe ich in der Vergangenheit sicher auch ein paar Tage gebastelt. Und anders als ein Kanalsetup ist mir der DIN-Format Brief viel fremder und ich würde vermutlich ewig recherchieren mit welchem Zeilenabstand man wo und wie …

Pro& Contra an diesem Ansatz – was ist zu bedenken?

Nun war aber in der Summe der Pro & Cons zu diesem Vorgehen einiges zu finden was ich spannend und mit Tendenzen auch zu schwierig finde. Klar, bei den Pro-Argumenten stehr natürlich, dass man innovativ sei und neue Wege beschreitet.

Das kann aber auch nach hinten losgehen, wenn man durch die Art einer Bewerbung unfreiwillig vorselektiert und die Großkonzerne so schnell ausschließt, da es die Prozesse die sie brauchen/haben, sprengt. Startups und Agenturen dürften es andererseits als sinnvolles Statement zu meiner Kompatibilität für die Firma erachten,  wenn ich diese Tools behersche.

Und ja, ich brauche ein Netzwerk und einen sinnvollen Plan, es zu aktivieren. Von so ganz allein passiert sonst nichts. Darüber muss ich mir im Klaren sein.

Schön hier auch der Satz: „man steckt Energie in die Pflege seines Netzwerks für die wenigen kurzen Momente, in denen man es dann braucht.“

Nun ging es hier aber auch um den Mut, diese Wege zu bestreiten. Den bräuchte man nämlich. Denn es bestünde ja bei der proaktiven Bewerbung im öffentlichen Raum die Gefahr des Versagens und das in einen völlig transparenten Umfeld. Das finde ich schwierig als Aussage.

Denn Firmen versuchen wir ja immer diesen Mut zu predigen. Die Bereitschaft, Fehler zu machen, zu stolpern und schlauer wieder aufzustehen, das muss in die Unternehmenskultur integriert werden. Okay, heute ist es vielleicht noch nicht so. Aber es wird besser. Hoffentlich. Nein, ganz sicher wird es das.

Auf ein Wort, liebe Karrierebibel

Daher meine Frage an euch, lieber Jochen und liebe Christine (und sie ist vielleicht zu lang, als dass man sie auf twitter beantworten könnte):

Seht ihr es wirklich so, dass ich etwas riskiere, wenn ich den Weg, den ihr skizziert habt, gehe und nach 2-3 Wochen sind dort keine Shares, keine Tweets, keine Vorschläge?

Denkst du nicht, dass man auch hier genau wie bei der Aussage „ja ich suche einen Job“ bzw. „ich habe gerade keinen Job“ die nötige Authentizität ausstrahlt?

Und würde diese Authentizität dann nicht dazu führen, dass genau das einsetzt, was Christine beschrieb: weniger fluffige Smalltalk-Runden als direkte Anknüpfungspunkte – wenn es dann zum Termin kommt?

Und wo ist das Problem? Die meisten von uns hatten in der Vergangenheit irgendwann mal keinen Job und wollten das ändern.

Kann man nicht auch den weiteren kritschen Punkt – nämlich den der Transparenz – gegenüber einem bestehenden Arbeitgeber auch positiv sehen? So zur Ermittlung des Marktwerts?

Klar schluckt der erstmal, wenn (v.a. wenn nicht proaktiv von mir kommuniziert) er von meiner öffentlichen Bewerbung erfährt. Aber sollte nicht auch er mittelfristig begreifen, dass solches Feedback eine Chance zum Gespräch und zur Mitarbeiterbindung ist? Und wenn die nicht gelingt, dann kann er sich wenigstebs früh darauf einstellen, dass er jetzt bald die Nachfolge klären müsste.

Mir haben die XING-Einträge „suche neue Herausforderung“ eigentlich immer offene Ohren bei meinem Chefs verschafft. 😉

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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