Meinung

LinkedIn vs. Xing

von am 9. Mai 2017 verfasst


Das Duell der Business-Netzwerke war bislang immer klar entschieden: Im deutschsprachigen Raum ist Xing mit über 12 Millionen Nutzern einfach nicht zu schlagen. Doch allmählich sieht es so aus, als könnte LinkedIn Xing doch noch gefährlich werden. Die Zahl der deutschsprachigen Nutzer auf LinkedIn steigt immer weiter und liegt mittlerweile bei über 9 Millionen Nutzern. Interessant dabei ist, dass 76,9 % der Xing-Nutzer auch ein Profil bei LinkedIn pflegen. Aber genug mit den Zahlen und her mit der wichtigsten Frage: LinkedIn vs. Xing – Wer hat den Sieg überhaupt verdient?

 

Runde 1: Reichweite

Der offensichtlichste Unterschied der beiden Business-Netzwerke liegt ganz klar darin, dass Xing sich auf den deutschen Markt beschränkt, während LinkedIn weltweit Nutzer sowie viele unterschiedliche Sprachversionen vorweisen kann. Die meisten LinkedIn-Nutzer kommen, wie sollte es anders sein, aus den USA, dahinter liegen Indien, Brasilien, China und UK. Die DACH-Region liegt auf Platz 12.

Klar, dass durch die Internationalität auch die Reichweite auf LinkedIn eine andere ist – das Netzwerk hat ganz grob 40 Mal so viele Nutzer wie Xing. Wie aber oben schon angesprochen wurde, kann Xing mehr deutschsprachige Nutzer vorweisen. In der ersten Runde gibt’s deshalb keinen Punkt für niemanden. Hier kommt es sehr auf die jeweiligen Bedürfnisse des Unternehmens an.

 

Runde 2: Freemium vs. Premium

Wichtige Frage natürlich: Was kostet der Spaß? Beide Netzwerke bieten eine kostenlose Basisvariante an. Dabei hat die Xing-Version jedoch deutlich weniger Funktionen als die Basisvariante von LinkedIn. Deshalb ist gerade bei regelmäßiger Nutzung die Premiumvariante auf Xing so gut wie notwendig, beispielweise um detaillierter nach Kontakten suchen zu können oder die Suchfunktion im Postfach freizuschalten. LinkedIn hingegen ist auch in der Basisversion schon gut nutzbar. So sind 9 von 13 Suchkriterien in der Personensuche bereits für Basismitglieder nutzbar. Und auch Nachrichten darf ein Basismitglied bei LinkedIn suchen. Der Punkt für die Freemium-Version geht hier also an LinkedIn.

Bei den Preisen nehmen sich die Businessnetzwerke nichts. Während XING für die einfache Premiumvariante 9,95 € nimmt, hat LinkedIn seinen Premiumpreis auf 10 € gesenkt. Wählt man die jährliche Zahlvariante, muss man auf LinkedIn 7,56 € im Monat und auf Xing 7,95€ im Monat hinblättern – also auch hier ein Gleichstand. Die LinkedInsiders haben eine nette Übersicht zu den Freemium- und Premium-Versionen auf beiden Plattformen erstellt:

 

LinkedIn vs. Xing

 

Wegen der schon relativ vielen Möglichkeiten mit der Basis-Version auf LinkedIn, soll der Punkt hier an die internationale Plattform gehen. Was hier allerdings noch zu beachten ist, ist, dass die Netzwerke strategisch auf verschiedenen Schwerpunkten und Ausrichtungen fußen. Dies betrifft auch die Finanzierungsmodelle. Denn während LinkedIn seinen Umsatz vor allem durch Lösungen für die Personalsuche und Marketinglösungen generiert, ist Xing eben auf  zahlende Premium-Kunden angewiesen. Apropos…

 

Runde 3: Werbemöglichkeiten

Was die Werbemöglichkeiten anbelangt, konzentrieren wir uns zuerst auf LinkedIn und beziehen uns dabei wieder auf eine Grafik der LinkedInsiders.

 

 

Einzelne Marketingaktivitäten bei LinkedIn sind kostenfrei. Die wichtigsten Möglichkeiten sind zum einen das normale Unternehmensprofil und eine Gruppe zu gründen.

Daneben gibt es verschiedene Möglichkeiten bei LinkedIn, für ein kleines Budget Marketing zu betreiben. Eine Speziallösung für das Recruiting sind beispielsweiseStellenanzeigen. Diese kosten im Einzelpreis 139 €. Schaltet man regelmäßig welche, kann man ganze Slots erwerben, die einen Anzeigenpreis bis hin von 73 € bedeuten. Eine weitere Alternative sind die sogenannten LinkedInAds, die sehr den Kleinanzeigen von Google ähneln, jedoch wesentlich bessere Targetingmöglichkeiten bieten. Abgerechnet wird nach Click oder nach Impressions, mit einem Budget ab 100 $ im Monat ergeben die Ads damit bereits Sinn.

Die folgenden Lösungen sind eher für Großunternehmen oder Konzerne gedacht. Das Unternehmensprofil bei LinkedIn kann man beispielsweise erweitern lassen zu den LinkedIn Career Pages. SAP bietet hier ein schönes Beispiel. Diese Premiumlösung beginnt jedoch erst bei 8.000 €. Nicht isoliert, sondern nur in Kombination mit den Career Pages können außerdem SocialAds geschaltet werden. Hier gibt es einen klassischen TKP Preis, sodass man so mit um die 40 € rechnen muss. Der Web Klassiker ist natürlich die Banner- und Display Werbung, die LinkedIn in verschiedenen Ausführungen anbietet. Von festen Preisen kann man an dieser Stelle nicht berichten, da die Preisgestaltung im Biddingverfahren ermittelt wird.

 

 

Die kostenfreien Marketingaktivitäten, die auf LinkedIn zu Verfügung stehen, bietet auch Xing. Das gleiche gilt für die Stellenanzeigen: Die Standardvariante mit 30 Tagen Laufzeit erhält man hier für 363 €.

Weiterhin besteht die Möglichkeit, Mailings, Artikel und Posts zu sponsoren. Als Bestandteil einer integrierten Kampagne werden für die Sponsored Mailings 50.000 € Mindestbuchungsvolumen vorausgesetzt. Das Sponsored Article Paket small erhält man für 50.000 €.

Was die Display Ads anbelangt, wird nach TKP abgerechnet, der bei 55 bis 100 € liegt. Für einige Varianten werden Tagesfestpreise abgerechnet.

Die Marketingmöglichkeiten auf den Plattformen sind relativ ähnlich, auf einen Preisvergleich wird hier verzichtet, das sich die Varianten sowie die Zielgruppen der Plattformen doch in einigen Punkten unterscheiden.

 

Runde 4: B2B vs. B2C

Häufig wird die grobe Unterscheidung gemacht, dass Xing den Fokus auf den B2C-Bereich lege, während LinkedIn ausschließlich im B2B-Segment aktiv sei. Doch so einfach ist das mit der Trennung nicht mehr. Zwar ist der Bereich B2B bei LinkedIn stärkster Umsatztreiber, doch letztlich haben beide Netzwerke Businesskontakte zum Ziel, also das B2B-Umfeld. Zudem baut auch Xing sein Geschäftskundengeschäft bzw. B2B-E-Recruiting-Segment zunehmend aus. Bereits jetzt bietet Xing Eckpfeiler des B2C E-Recruitings: Passive und Active Sourcing sowie Employer Branding . Mit seiner Tochterfirma kununu stellt Xing zudem eine Plattform für Arbeitgeberbewertungen im deutschsprachigen Raum, die eng mit der Xing Plattform verzahnt ist. Somit verschwimmt die klare Trennlinie und die Runde bleibt unentschieden.

 

Runde 5: Verknüpfungen

In dieser Runde sollen die Verknüpfungsmöglichkeiten der beiden Netzwerke mit anderen Plattformen verglichen werden. Im Xing-Profil kann der Nutzer alle sozialen Netzwerke angeben, auf denen er aktiv ist: Neueste Twitter-Posts, aktuelle Blog-Einträge oder andere Profile im Internet können vom Besucher der Profilseite in einer Zusammenfassung betrachtet werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, Beiträge simultan bei Facebook und Twitter zu veröffentlichen. LinkedIn bietet diese Möglichkeit nicht in diesem Umfang an. Hier ist lediglich die Simultanveröffentlichung bei Twitter möglich. Deshalb: Punkt für Xing.

 

LinkedIn vs. Xing: And the winner is…

…beide – Denn welches Business-Netzwerk das bessere ist, hängt ganz klar von den Zielen ab, die verfolgt werden. Für kleine bis mittelständische Unternehmen, Freelancer und Freiberufler sowie für Jobsuchende im deutschsprachigen Raum bietet sich XING an. Für große Unternehmen sowie für die internationale Jobsuche ist LinkedIn die bessere Lösung.

 

Mehr von uns zu Xing und LinkedIn:

Unternehmensprofil auf Xing erstellen

Mit einem Xing-Profil zu effektiverem Recruiting

Werbeanzeigen auf LinkedIn erstellen

1
Hinterlasse einen Kommentar

avatar
  Abonnieren  
Benachrichtige mich bei
trackback

[…] Vergleich 3 […]

Jasmin Spitzer

Content-Marketing

Durch ihr Studium in Medienwirtschaft, Journalismus und Kommunikationsmanagement vereint Jasmin das gewisse Knowhow im Bereich Online-Kommunikation und die Leidenschaft des Schreibens. Auf unserem Blog teilt sie ihr Wissen und ihre Gedanken über Basics und Neuheiten des Content Marketings als ihr Spezialgebiet.

Can’t touch this – Unsichtbare Produkte in Social Media sichtbar machen

Existiert Facebook in 10 Jahren noch? Ja [ ] | Nein [ ] | Vielleicht [ ]

Ding dong, das Einhorn ist tot