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XING Premium – ist das Kunst oder kann das weg?

von am 30. Mai 2017 verfasst


Ihr kennt das vielleicht von Fitnessstudio oder Sportverein, Förderverein XYZ oder einer Alumni-Gruppe: Man ist Mitglied, weil man immer schon Mitglied war. Irgendwo zwischen „weil es zum guten Ton gehört“ und „vergessen zu kündigen“. Über 10 Jahre war ich braves Fördermitglied als XING Premium Mitglied und habe netto meine 4,95 pro Monat bzw. 15,85 pro Quartal abbuchen lassen. Im Laufe von Q1 2017 kam irgendwann die Frage auf: warum eigentlich? Nach der Kündigung der Premium-Mitgliedschaft zum April beantworte ich mir diese Frage jetzt im Selbstversuch. Meine Erkenntnis: es fehlt mir wenig bis nichts.

Der Anfang: Back to XING Basic

Eines schönes Morgens war die Kündigung durch. Das war für mich fast das spannendste, was ich in den letzten Jahren bei XING erlebt hatte: das erste Mal in meiner XING Karriere war ich Basis-Mitglied. Wie sieht denn jetzt XING für Basis Nutzer aus? Wer wirbt denn da mit seinen Kampagnen? Wie sehr würden mir die Funktionen fehlen, die ich als Premium einschätzte? Spannende Erkenntnis: ich wusste noch nicht mal zu 100% wofür ich zahle. Ganz sicher war ich mir, dass ich meine Profilbesucher nicht mehr sehen und klicken kann. Anschreiben von nicht vernetzten Personen, Anschreiben von Kontakten- geht das noch?

Was sind Premium Funktionen bei XING

Ich fasse kurz  zusammen, was ihr euch über die Premium-Mitgliedschaft einkauft:

  • Werbefreiheit (stimmt nur so halb, Sponsored Content im Stream hatte ich vorher schon)
  • Klickbare Übersicht über Profilbesucher
  • Kontaktanfragen inkl. Begleitender Nachricht
  • Vollständige Liste von Kontaktanfragen (ich sehe nur die  letzten beiden)
  • Aufgebohrte Suchfunktionen

Übrigens: die vollständige Übersicht, was XING und LinkedIn als Premiunfunktionen haben, hat Jasmin euch mal zusammengeschrieben.

Warum mir nichts fehlt seit dem Wechsel auf XING Basis

Der Hauptgrund ist meine seit Jahren sinkende Aktivität auf XING. Es ist immer noch ein praktischer Visitenkartenspeicher, eine nette Übersicht wo ehemalige Kollegen gelandet sind, mehr ist es für mich nicht. Entsprechend fehlen mir die Funktionen nicht.

In 8 Wochen gab es vielleicht eine Situation wo ich dachte: ach, das wäre jetzt mit Nachricht schöner. Ging aber nun mal nicht und ging auch ohne.

Weder suche ich einen Job, noch nutzen wir XING um Stellen zu besetzen. Der Mehrwert für unseren Vertriebsansatz ist gering. Und die Qualität der XING Gruppen war von je her lausig. Die Qualität der Inhalte, die ich auf LinkedIn im Stream finde ist deutlich höher.

Es ist nicht so, dass XING es nicht versucht hat, mir XING Premium wieder anzubieten. Von großen Störern bis Vorzugspreis wurde alles versucht, was auch mein Mobilfunkanbieter testen würde – erfolglos. Was sie nicht versucht haben (genau wie mein Mobilfunkanbieter) war mal zu fragen: „Herr Peeck, was müssen wir besser machen, damit es wieder 5 Euro wert ist?“.

Die Kurzfassung: ich vermisse nichts und mir fällt nichts ein, was mir Geld wert wäre.

Vielmehr stelle ich mir ernsthaft die Frage, wie lange XING sich noch gegen LinkedIn behaupten wird.

Aktuell rauschen meine Anfragen über beide Netzwerke parallel rein. Der Anteil von LinkedIn ist dabei stark gestiegen in den letzten Monaten. Ja, es kommt viel Spam (in beiden) aber es fühlt sich nach einer Trendwende an.

Von der Überlegung die Förder-Mitgliedschaft zu beenden zur Überlegung „ganz gehen“ ist es nur ein kleiner Schritt.

Und meine 5 Euro die ich spare? Davon gönn‘ ich mir jetzt eine LinkedIn Premium-Fördermitgliedschaft 😉

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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