Meinung

Butter bei die Fische – die Potentiale von Vero.

von am 4. März 2018 verfasst


Vero – das neue Facebook Instagram Google+

Warst du in den letzten 10 Tagen eingeschneit? Hast du deinen letzten Tage Urlaub aus 2018 in den Karpaten mit digitalen Entzug verbracht? Zu beidem ein klares Nein? Dann hast du mit Sicherheit von Vero gehört. Falls nicht, dann fasse ich wie folgt zusammen: Houston, wir haben neuen heißen Scheiß! Musst du da jetzt mit machen? Vielleicht ist es ja die Zukunft von Social Media. Neugierig sind wir alle. Aber was sind die Potentiale von Vero, die du erschließen kannst?

Was ist Vero: die Kurzfassung.

Das Vero der neue heiße Scheiß ist, erwähnte ich bereits. Aber was ist Vero ganz genau? Es ist ein soziales Netzwerk auf dem sich Nutzer ein Profil erstellen können, um dann dort Inhalte zu teilen und sich mit anderen zu verbinden. Ihr könnt Bilder posten, Videos teilen und chatten. Alles, was ein Nutzer auch auf instagram, Facebook oder LinkedIn macht. Ist irgendwas anders? Es gibt ein paar mehr Objekte. Man kann in Bücher, Filme oder Musik einchecken. In etwa so wie früher bei getglue oder wenn es um Bier geht bei untappd. Aber: Was ich gerade gucke, wo ich gerade bin, das kann Facebook auch vermelden.

Was sind die Potentiale von Vero

Wir fassen zusammen: Vero kann alles was andere auch können. Aber auch erstmal nicht mehr. Das Potential, das Vero hat ist, dass die Menschheit genervt ist von Hause Facebook und seinen Töchtern. In Seminaren formuliere ich es manchmal als „der Lack ist ab“ und ernte meist Zustimmung. Vero hat also dann eine Chance, wenn es den Reiz des Neuen liefert. Vielleicht kann auch der Ansatz von Ello, Diaspora, app.net oder Google+* fortgeführt werden, dass der Nutzer mehr Kontrolle über seine Daten hat.

* Größter Lacher ever, dass Google+ mit den Cirlces in die Privatsphäre-Kerbe hauen wollte. Bock zum Gärtner ist noch die milde Formulierung. Bob Hoffmann sprach in einem ähnlichen Zusammenhang in Bad Men von „Dracula watching the blood bank“.

Was sind die Herausforderungen für Vero

Im letzten Absatz standen mehre Verweise auf soziale Netze, die als Alternativen vor allem zu Facebook an den Start gegangen waren. Das große F ist aber immer noch da. Das wird die größte Herausforderung von Vero sein. Sie lösen ein Problem, dass schon gelöst wurde und stehen im Wettbewerb mit einem etablierten und bereits sehr ausgereiften Produkt: Facebook und Instagram. Das ist die Herausforderung, die das Potential von Vero bestimmt. Warum sollten Nutzer zu Vero wechseln? Weil sie dort den selben Menschen folgen können wie auf Facebook, Instagram, LinkedIn oder WhatsApp? Und selbst die muss ich mir erstmal mühsam zusammen sammeln. Ein überschaubarer Mehrwert, wenn dabei keine besseren Funktionen geboten werden und die Infrastruktur in den Knien hängt.

Darum wird Vero nicht groß werden.

Vero wird es nicht schaffen, genug Nutzer von Instagram und Facebook zu ziehen. Grund: Es ist nicht anders oder neu genug. Es ist etwas Instagram mit einer Prise Facebook und GetGlue. Dadurch ist es in Summe nichts eigenes. Wer trommelt denn aktuell für Vero? Die Medien-Menschen, die jede Chance auf Aufmerksamkeit nutzen müssen. Für Ralph Ruthe hat Vero vermutlich wenig Mehraufwand und bringt daher auch Nutzen. Da Vero Influencer mit Provisonen lockt, wenn sie Produkte erfolgreich empfehlen. Für mich bring Vero den Nutzen, dass ich eine Meinung dazu haben muss. Das ist mein Job. Aber was ist mit den normalen Menschen. Denen, die für die Influencer-Provisionen Produkte kaufen müssten.

Potentiale von Vero

Potentiale von Vero – Wachstum über Medien & Influencer

Nur ein neuer Spielplatz für Werber und die Aufmerksamkeits-Industrie.

Aber was ist mit den normalen Menschen? Warum werden die wechseln? Wenn die Nutzer ausbleiben, fehlt der Vero der Umsatz. Werbung und Abos werden nicht funktionieren. Warum für Vero zahlen, wenn ich Facebook und Instagram bereits habe. Und das kostenlos, mit größerem Netzwerk und mehr Funktionen. Ich glaube der Punkt wird klar, warum ich wenig Potentiale von Vero sehe.

Wer mir jetzt mit Ermüdung und Genervtheit von der vielen Werbung bei Facebook kommt, dem entgegne ich: das hat TV auch nicht so schnell gekillt. Ich denke, dass Werbemüdigkeit ein Problem ist der Marketingmenschen ist. Uns fällt es auf, weil wir die Konsumenten nicht mehr erreichen. Oder genauer weil wir jetzt Zahlen vorliegen haben, dass wir den Nutzer nur schwer erreichen. Ich denke nicht, dass das so neu ist. Kein Mensch hat sich einen Briefkasten ans Haus gehängt, um Werbung vom lokalen Supermarkt zu erhalten. Auch das sind nur Tricks mit denen wie wir uns in den Alltag der Konsumenten einschleichen wollten.

Werbung ist der Preis für kostenlose Nutzung. Das ist gelernt und akzeptiert. Einen Banner zu ignorieren, einen beworbenen Beitrag zu scrollen ist genauso normal wie Werbung vom Briefkasten direkt ins Altpapier zu entsorgen. Wenn Vero nicht mit was großem um die Ecke kommt, dann wird das nichts. Auch wenn Facebook und Google dringend Wettbewerb – oder und das schreibe ich nicht gerne – Regulierung brauchen: Vero wird es nicht werden.

Könnte Vero nicht doch wichtig werden?

Klar. Morgen könnte auch Google+ sein großes Comeback feiern. Man weiß eben nicht, was passieren wird. Vor dem Hintergrund, dass Vero keine Disruption oder große Innovation ist, halte ich das für unwahrscheinlich. Es würde mich freuen, wenn ich hier falsch liege. Facebook braucht dringend echten Wettbewerb. Und das idealer Weise nicht von Google. Aber ich sehe kaum Potentiale von Vero, diese Konkurrenz zu werden.

Interesse an weiterer kritischer Würdigung? Dann lest Wenn alle springen, springe ich auch.

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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