Produkttests - Alter Hut oder auch online mit Zukunft? - crowdmedia

Social Media

Produkttests – Alter Hut oder auch online mit Zukunft?

von am 17. April 2013 verfasst


Hier Textmarker, dort Kohlrouladen aus dem Glas und woanders das noch nicht erhältliche Gadget: Produkttests werden für die unterschiedlichsten Artikel durchgeführt und zahlreiche Anbieter buhlen um die Gunst der potentiellen Tester und natürlich auch der Unternehmen. Jeder, der sich fragt „Warum machen Unternehmen Produkttests?“, muss auch ohne lange darüber nachzudenken zu dem Schluss kommen, dass sie da wohl etwas von haben müssen und ihre Produkte nicht einfach aus Nächstenliebe kostenlos an die Bevölkerung bringen. Dahinter stehen Interessen, die mit Content-Marketing, Word-of-Mouth-Marketing oder ähnlichen Buzzwords versehen werden könnten.

Warum können Produkttests für Unternehmen interessant sein?

Für die Unternehmen haben die Produkttests gleich mehrere Vorteile. Zunächst einmal sind die Kosten überschaubar. Neben den Herstellungskosten, die sich oftmals sehr in Grenzen halten, kommen im Zweifelsfall noch die Kosten für die Plattform, die das Ganze vermittelt und im besten Fall auch alle weiteren Aufgaben übernimmt. Wobei letzteres auch nicht zwingend notwendig ist, wenn die Möglichkeit besteht eigene Kanäle zu nutzen. Ein Beispiel dafür wäre die Facebook Fanpage des Unternehmens, die ganz nebenbei noch neue Fans erhalten wird (Stichwort Gewinnspiel), wobei viele davon zugegebener Maßen außerhalb des Gewinnspieles nur selten bei den Engagementwerten helfen. Davon abgesehen gibt es natürlich auch immer noch die Möglichkeit, als Beifang einiges an Marktforschungsdaten bei derartigen Aktionen einzusammeln. Ob ein Unternehmen dies bei einer geschickt formulierten Bewerbungsseite innerhalb eines etwaigen Produkttest-Tabs macht oder sich die gewünschten Daten von den Betreibern einer Plattform für Produkttests mitliefern lässt, ist vermutlich lediglich ein Unterschied im Hinblick auf die Kosten.

Ein paar Beispiele für Produkttest-Platformen

Wenn ihr jetzt meint, dass das auch für Euer Unternehmen interessant sein könnte und den Produkttest nicht komplett alleine umsetzen wollt oder könnt, dann gibt es wie gesagt eine ganze Reihe von Anbietern, die Euch da gerne behilflich sind. Recht breit aufgestellt, was die bisher vorgestellte Produktpalette und Zielgruppen angeht, sind beispielsweise trnd oder auch Die Insider. Es gibt aber auch ganz andere Konzepte. So lässt zum Beispiel die Frauenzeitschrift Lisa im Lisa Freundeskreis die unterschiedlichsten Produkte testen, die anschließend mit einem inzwischen teilweise richtig begehrten Testsiegel versehen werden dürfen. Bei futtertester wird, wie der Name schon vermuten lässt, nur eine sehr spezielle Produktgruppe „bearbeitet. paart geht nochmals einen etwas anderen Weg und vermittelt Unternehmen als „Sponsoren“ für private Partys.

Produkttest und Social Media – Eine gute Kombination

Natürlich funktionieren Produkttests auch ausgezeichnet in Kombination mit Social Media. Die Voraussetzung dafür ist, dass dies vor Beginn der Kampagne als essentieller Bestandteil mit eingeplant wird. Schon bei der Auswahl der Produkttester können ein paar Dinge beachtet werden. Wer angibt, dass er praktisch keine Social Media Kanäle nutzt, ist natürlich weniger interessant, als jemand, der täglich 3 Stunden auf Facebook verbringt und nebenbei noch einen eigenen Blog pflegt. Ansonsten sollte hier vielleicht gar nicht so peinlich genau auf die eigentlich angepeilte Zielgruppe geachtet werden, wie es bei anderen Maßnahmen häufig angebracht ist. Eine sympathische Mama, die total begeistert ist, wie gut sie mit dem neuen Technik-Highlight zurecht kommt, kann beispielsweise ähnlich interessant sein, wie der nerdige Student, der das gleiche Gerät erst einmal demontiert und von einer technischen Seite betrachtet.

Social Media Missions: Ein zukunftsträchtiges Konzept für Produkttests?

Aber auch das Konzept der Kampagne an sich kann direkt darauf zugeschnitten werden, dass Social Media eine zentrale Rolle einnimmt. So gewinnen in den USA sogenannte Social Media Missions immer mehr an Beliebtheit. Neben dem Produkt zum Testen erhalten die Tester passende Aufgaben, deren Erfüllung sie per Social Media dokumentieren sollen. Das kann, wie im verlinkten Artikel zu sehen, beispielsweise ein selbstgemaltes Bild sein, wenn das zu testende Produkt ein mehrfarbiger Stift ist. Meiner Meinung nach ist das ein sehr cleverer Ansatz. Gamification ist hier wohl ein passendes Buzzword. Statt einfach nur einen Fragebogen auszufüllen, was an dem Produkt gut oder schlecht ist, wird in diesen Fällen die Kreativität der Tester herausgefordert. Spätestens wenn die ersten Ergebnisse eintrudeln, kann das Ganze dann auch schnell einen gewissen Wettbewerbscharakter erhalten. Das kann dem veranstaltenden Unternehmen natürlich nur recht sein, denn der sehr schöne Effekt dabei ist, dass nicht einfach nur sehr kostengünstig viel Content geliefert wird, sondern dass dieser oftmals auch noch wirklich hochwertig ist.

Sollen wir nun Produkttests machen oder nicht?

Abschließend kann so wohl festgehalten werden, dass Produkttests durchaus eine interessante Werbemaßnahme sein können, wenn sie denn richtig angegangen werden. Was genau dabei richtig heißt, ist wie so oft wohl zumindest zu einem gewissen Grad eine individuell zu klärende Frage. Es spricht zumindest einiges dafür, dass das Thema wenigstens einmal in Betracht gezogen werden sollte, um im jeweiligen Fall abzuwägen, ob Produkttests Sinn machen könnten oder nicht. Wenn eine umsetzbare Integration in den eigenen Marketing-Mix möglich ist, gewonnene Informationen über die Zielgruppe genutzt und schließlich auch der gewonnene Content einer zielführenden Verwertung zugeführt werden kann, sind schon einige wichtige Aspekte gefunden, die dafür sprechen.

Dennis Virkus

Extern

Dennis war von Anfang 2013 bis zum Sommer 2014 bei crowdmedia als Junior Projektmanager tätig. Er hat sich in dieser Zeit vor allem mit Themen rund um das Online-Marketing und der dahinterstehenden Technik beschäftigt.

Bin ich ein digitaler Wutbürger?

22. Februar 2011

crowdmedia-Jahresrückblick 2018

22. Februar 2011

Weihnachten 2018: Unser Beitrag für eine offene Gesellschaft und der Verteidigung unseres Internets

22. Februar 2011