Meinung

Recap Online-Marketing Rockstars: Was bleibt?

von am 11. März 2015 verfasst


Spätestens mit den Begrüßungsworten von Bürgermeister Olaf Scholz sollte klar sein, diese Konferenz hat Gewicht. Philipp Westermeyer und das Team in Kooperation mit der Hamburg Media School haben es geschafft, in nur 5 Jahren nicht nur ein Eventformat, sondern mit den Online-Marketing Rockstars eine Marke zu entwickeln, die zum Anziehungspunkt geworden ist.. Etablierten Veranstaltern von Fachkongressen mit sinkenden oder stagnierenden Teilnehmerzahlen schlackern da wahrscheinlich die Knie.
Chapeau an die Onliner!

Online-Marketing Rockstars – #omr15 – was bleibt?

Für eine inhaltliche Zusammenfassung bin ich etwas spät und es wurde schon so einiges geschrieben. Die Frage ist jedoch, was bleibt von so einem Konferenztag? Inhaltlich weitergebracht haben mich die ersten beiden Vorträge von Gary Vaynerchuk (vielschichtiger Blick auf Content-Marketing) und Thales Teixeira (Forscherblick auf das Thema „viral“) sowie das SEO-Panel. Den Sympathie-Faktor bekommt sicherlich Holger Hübner, der Wacken-Erfinder. Highlight war Deichkind #AusserKonkurrenz.

Ich war verwundert, wie stark es um das Thema Content und Social ging. Es waren fast Content-Markting Rockstars. Keine Frage, ein immer wichtigeres Thema. Aber umso mehr hätte mich der Gesamtblick auf die Online Kanäle interessiert. Denn etwas, was alle Marketeers treibt, ist doch die optimale Budget-Verteilung in Zeiten von Performance, Content & Mobile Marketing. Immer mehr geht es um Kennzahlen – welche und wie eingesetzt? Diese Themen habe ich vermisst.
Der Facebook-Fokus hat für mich das Bild etwas verzehrt. Auch hier stelle ich die (wachsende) Bedeutung und Möglichkeiten von Social Advertising nicht in Frage. Dennoch ist und bleibt Google auch im Anzeigenbereich ein wichtiger Player, was mir ein bisschen zu kurz kam. Google wurde ja immer mal wieder erwähnt. wenn nicht gar gebasht – aber inhaltliche Tiefe habe ich in diesem Punkt vermisst. Was Displaywerbung betrifft, so meldete der Online-Vermarkter Kreis (OVK) für 2014 ein Volumen von 1,58 Mrd. € netto – spannend, wo hier die Reise hingeht sollte der Zweifel an der Wirkung von Displaywerbung weiter zunehmen.

Bei den vorgestellten Plattformen pinterest und moviepilot ist die wichtigste Frage „Wie verdient ihr Geld?“ weitestgehend unbeantwortet geblieben. Schade. Ich denke, insgesamt kann ein doch eher fortgeschrittenes Publikum auch mehr Themen und Fragen mit Advanced-Niveau vertragen. Nichtsdestotrotz sind es manchmal die einfachen Sätze, die hängen bleiben wie einer von Gary Vaynerchuk: „The internet just started!“

Entertainment – der Schlüssel zum Erfolg

Ich fand den Tag gut, habe einiges mitgenommen, aber die Inhalte haben mich und einige, mit denen ich gesprochen habe, nicht umgehauen und wirklich neue Erkenntnisse waren eher spärlich. Liest man Twitter und hört Stimmen aus der Branche – so heißt es nahezu einstimmig „so geht Konferenz“ „Hammer-Event“. Woran das liegt? Die Leute hatten eine verdammt gute Zeit. Arbeitszeit, die zum Networking, Input und Mini-Deichkind-Konzert genutzt wurde. Mehr ging einfach nicht. Das ist die gleiche Diskussion, die wir vor Jahren hinsichtlich B2B und Social Media hatten. Der arbeitende Mensch entscheidet natürlich nicht rein rational. Er hat Lust, sich zwischendurch am PC bei Facebook zu enter- oder infotainen genauso wie er auf einer Konferenz von Deichkind entertaint wird. Die Online-Marketing Rockstars sind somit quasi der Facebook-Newsfeed mit Info- & Entertainment.

Frauenanteil bei den Speakern

Unter allen Rednern und Akteuren auf der Bühne gab es genau zwei Frauen. Ganz ehrlich: ein Armutszeugnis. Ich bin der Meinung ein Event dieser Größe sollte an sich den Anspruch haben, die Wahrnehmung der Branche mit zu prägen und in der ist das weibliche Geschlecht nicht nur Teilnehmer. Das Thema Frauen auf der Bühne ist nicht neu und nutzt sich wohl so schnell auch nicht ab. Keine Frage, es ist aufwendig und nicht einfach, Frauen für bestimmte Themen zu gewinnen, wenn gleichzeitig drei Männer „hier!“ schreien, um sprechen zu dürfen. Wer schon mal eine Online Konferenz kuratiert hat weiß das. Auf Dauer sind auch nicht nur die Konferenzveranstalter gefragt sondern auch die Frauen selbst. Bei Call-for-Papers sucht man diese leider häufig vergebens. Auch die Kollegen von den Rockstars gelobten bereits mehrmals Besserung – ohne sichtbaren Erfolg. Wobei wir ja von 2013 zu 2015 auch schon Entwicklung sehen (in 2013 gab es keinen inhaltlichen Beitrag einer Frau):

Ausblick

Kurzum: #omr16 – ich bin dabei und würde wetten, die Tickets sind ausverkauft, bevor das Programm steht!

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Svenja Teichmann

Geschäftsführung

Svenjas Themen liegen in der Strategie sowie in der Entwicklung von Organisationen, damit sie die Potentiale der Digitalisierung nutzen können. Darum drehen sich auch ihre Blogartikel. Sie ordnet Trends ein, die ihr begegnen und lässt manchmal auch Dampf ab, wenn ein Thema ohne Sinn und Verstand zum Hype wird.

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