Social Media

SEO und Social Media – wie gewinnen wir Googles Vertrauen?

von am 12. Juni 2012 verfasst


Wer jetzt erst eingestiegen ist, sollte sich mit Teil eins der Serie, dem Grundsatzartikel über die Google-Logik, vertraut machen. Dann fällt der Einstieg leichter.
Also, wie schaffen wir es, dass Google uns vertraut? In Seminaren versuche ich diese Frage immer anhand konkreten Beispiele, etwa von von Restaurant-Empfehlungen, zu beantworten: Wenn ich fünf Personen die Frage stelle „welches ist das beste italienische Restaurant in Hamburg“ und alle Befragten geben die gleiche Antwort, dann ist es relativ wahrscheinlich, dass ich dort wirklich die beste Pizza der Stadt bekomme.

Google hat es nicht so leicht, denn Google kriegt Millionen von Antworten (in Form von Webseiten) und muss selektieren. Die naheliegendste Frage ist natürlich: Welche Signale muss ich messen, damit ich die relevanteste Information erhalte?

Das sind heute im Wesentlichen externe Links von anderen Websites, denn die sind nichts anderes als die Empfehlung „geh dort hin, dort wirst du etwas passendes zu deinem Thema finden“. Eine Art digitaler Mund-zu-Mund-Propaganda. Die Logik dahinter: Dadurch, dass eine Seite einen Besucher aufgibt und zu einer anderen Seite schickt, muss es dort etwas geben, was einen Mehrwert bietet. Ein Link kann also grundsätzlich erst einmal als sehr vertrauenswürdig, was die Qualität der Information angeht, gelten und ist damit als Indikator für Relevanz enorm wichtig.

Eine einfache und bestechende Logik, für die es auch ganz wunderbare Beweise gibt wie z.B. die Tatsache, dass disney.de bei der Keywordsuche „Seite verlassen“ oben steht.

Google-Suche "Seite verlassen" führt zu disney.de

Na, von selber auf den Grund gekommen? Nein? Es ist ganz einfach: Viele Pornoseiten haben auf ihrer Startseite bei der Altersabfrage einen Link auf disney.de gesetzt. Warum? Als Linktext steht dort in der Regel „Seite verlassen“ – Anbieter expliziter Erwachsenenunterhaltung lenken junge Nutzer einfach zu Disney um. In Googles Verständnis bedeutet die hohe Verlinkungsrate mit diesem Term, dass „Seite verlassen“ am besten von Disney beantwortet werden kann. Disney hingegen wird wohl kaum aktiv darauf optimieren… Diese Keywords sind noch nicht mal auf der Seite zu finden – eigentlich das allererste was man checkt, wenn man auf einen Begriff hin optimieren möchte.

Das Problem von Google ist also folgendes: Wenn viele wissen, dass Seite 1 bei Google hochrelevant für das eigene Geschäftsmodell ist und außerdem klar ist, dass Links hierbei helfen, marschieren alle los und besorgen sich welche. Das unterläuft leider das Empfehlungssystem und entsprechend braucht Google weitere Indikatoren.

Und nach diesen ganzen Vorüberlegungen kommen wir jetzt endlich zu den viel zitierten „sozialen Signalen“ und ihrem Einfluss auf das Ranking in Suchmaschinen.

Was sind soziale Signale?

Drei Dinge, die Google als relevant erachten muss, geschehen in sozialen Medien:

·      User generieren Content

·      User tauschen Informationen aus

·      User kommentieren und interagieren mit dem initialen Content, sei es durch Kommentare oder im Fall von Wikipedia durch eine kollaborative Bearbeitung von Themen.

Des weiteren sind soziale Medien in den meisten Fällen von hoher Transparenz geprägt. Bedeutet: Inhalte, die auf Twitter geteilt werden sind öffentlich, Einträge auf Facebook Fanpages sind öffentlich und Kommentare auf youtube sind öffentlich. Zudem kann ich jede Interaktion einem User zuordnen.

Auch wenn viele Facebook-Pinnwände für Google aufgrund von Privacy Settings eine Blackbox sind, so sind es die Sharing Statistiken von URLs nicht. Sie können über die Graph-API für jede beliebige URL abgefragt werden.

Sind Social Signals für das Ranking relevant?

Zur Hölle ja, das ist doch wohl logisch oder?!? Nein? Dann gucken wir mal genauer drauf:

Warum sind Social Signals für das Ranking relevant?

Weil jeder Tweet, jeder Facebook-Like, jeder Share, der eine URL erhält, ein Signal ist, dass diese Information relevant ist (genauer: hochwahrscheinlich relevant ist). Eigentlich steckt der gleiche Mechanismus, den ich für die Wichtigkeit von Links hergeleitet habe, dahinter. Allerdings gibt es noch einen „kleinen Bonus“ und zwar die Zuordnung zu einem Profil. Dies ist in der Regel (noch) von einem echten Menschen und zwar nicht nur von jenen, die Websites oder Blogs betreiben (und somit wahrscheinlicher in der Lage sind, sich gegenüber Google manipulativ zu verhalten). Entsprechend MUSS Google in seine Überlegungen zur Relevanz von Websites soziale Signale mit einbeziehen.

Gibt es dafür Beweise?

Dass es auch wirklich so ist, dafür gibt es seit einiger Zeit Untersuchungen wie diese oder diese. Was hat man gemacht? Man hat eine Laborsituation geschaffen in dem man mehrere neue Domains genommen hat (sonst ist die Vergleichbarkeit schwer), auf diesen vergleichbare Texte untergebracht die auf einen bestimmten Suchbegriff optimiert waren. Statt externe Links aufzubauen, ging es jetzt darum, den Einfluss unterschiedlicher Social Media Aktivitäten auf das Ranking zu messen.

Fazit aller Versuche: Social Signals verbessern das Ranking und im direkten Vergleich hat Google+ (so das Ergebnis der Studie von tastyplacement) mehr Einfluss als Facebook und Twitter.


Infographic: Testing Social Signals
Infographic authored by TastyPlacement, an
Austin SEO
company, To view the original post, see the original

Social Media Infographic

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Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen. Folge ihm auf LinkedIn oder Twitter für mehr Infos und auf instagram für Bilder mit dem HDR Regler am Anschlag .

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