Sind die Chancen von E-Learning abhängig von digitaler Kompetenz und Akzeptanz? - crowdmedia - Social Media verstehen

Social Media

Sind die Chancen von E-Learning abhängig von digitaler Kompetenz und Akzeptanz?

von am 25. Oktober 2012 verfasst


Bezug von crowdmedia zum Thema E-Learning

Seit ca. einem Jahr führen wir einen Blended Learning Kurs an der ADWH in Hamburg durch. Dies war unser erster Anknüpfungspunkt. Ein Kurs zum Thema Social Media Marketing und Monitoring mit zwei Abendpräsenzen und zwei Webinaren. Eine ganz andere Art und Weise des Präsenzseminares – man hat die Möglichkeit flexibel zu lernen (Webinare werden aufgezeichnet) und erhält kürzere Impulse über einen längeren Zeitraum, so dass in der Zwischenzeit Anwendung möglich ist. Und der Einsatz von Webinaren und virtuellen Klassenräumen ist ja nur ein Teil von E-Learning-Konzepten.

Für hamburger Arbeitnehmer haben diese Seminare eine besonderen Reiz, da sie für sie  kostenlos sind. Die Telelern Akademie wird von der Stadt Hamburg und der EU mit dem Ziel gefördert Personen für digitale Berufe zu qualifizieren. Im Austausch mit den Verantwortlichen habe ich gemerkt, dass es viele spannende Projekte in Hamburg gibt, auf die man nur erst mal kommen muss. Mehr unter KWB und TLA.

Status quo Erwachsenenbildung

In Deutschland ist leider ein Zertifikat meist mehr Wert als Praxiserfahrung in einem Bereich. (Kleine Geschichte am Rande – wir haben mit der HKBiS Hamburg ein Seminar zum Thema Social Media angeboten Anfang des Jahres (2-tägig) das wurde so lala angenommen. Dann entschieden wir uns ab September einen IHK-zertifizierten Lehrgang anzubieten – den Social Media Manager. Überraschung die ersten beiden Lehrgänge sind ausgebucht und die ersten Teilnehmer für Februar auch schon da).

Zurück zum Thema. Häufig geht es leider nur darum Pflichtschulungen oder Scheine zu erhalten. Da wird dann kurzfristig auswendig gelernt (kennen wir ja noch aus Schulzeiten). Die Erfahrung und Forschung zeigt aber, dass Lernen dann erfolgreich ist, wenn es u.a. selbst gesteuert, kooperativ, arbeitsplatznah und methodisch auf Lernkettenmodelle aufgebaut ist. Mit dieser Aussage begann Norbert Büning die Keynote der E-Learning Konferenz und führte mit vielen Beispielen in das Thema ein:

  • „83% des Gelernten eines Seminars sind nach 6 Wochen vergessen (McKinsey)“
  • Wie lernt man im Arbeitsalltag – 70 (Job): 20 (Kollegen): 10 (Lernprogramm)
  • Mythos – Lernen ist der Transfer von Wissen. Ein Seminar kann nicht leisten erfolgreich umzusetzen, es kann maximal jemanden in die Lage versetzen Wissen anzuwenden.

Die Vielzahl von Anwendungsszenarien, Erfahrungsbeispielen, Gesprächen und Diskussionen zeigen wie Vielfältig das Thema ist und das Unternehmen gerade erst am Anfang stehen hier ihre Erfahrungen zu machen…

  • Wachsende Altersstruktur ist ein Problem bei Akzeptanz von E-Learning-Techniken u.a. wird unterschiedlich gelernt
  • Motivation wichtiger Erfolgsfaktor
  • Unkonventionelle Maßnahmen zur Motivation
  • Trainer z.T. skeptisch und lehnen die Methoden ab, da Sie Angst um ihren Job haben – auch tendenziell höheres Alter
  • Neue Konzepte zum Lernen im Netz: iTunes U, Udacity, Glubal

E-Learning, Social Media und Social Business

In den Diskussionen beim Thema E-Learning wurden die Parallelen zu Social Business und Social Media immer deutlicher. Der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor ist der Mensch. Bei Social Media sind Maßnahmen dann erfolgreich, wenn alle im Unternehmen u.a. abgeholt werden und das Gesicht des Unternehmens in Social Media Kanälen sichtbar ist. Im Bereich Social Business (Enterprise 2.0) ist eine Anwendung erst möglich, wenn alle mitspielen und beim Thema E-Learning muss jeder einzelne den Mehrwert für sich ausmachen. In den Gesprächen der Anwender fiel das Wort Social Media eher selten bis gar nicht. Die Anwesenden aus den Unternehmen kamen aus Personal-, Trainings- und Weiterbildungsbereichen. Hier wird mal wieder eins deutlich – es wird gehandelt und gedacht in Abteilungssilos. Der eine Bereich weiß nicht, was der andere macht. So werden Gemeinsamkeiten einer Facebook-Page von Marketing-Verantwortlichen und einem E-Learning-Tool der Personalabteilung für die Techniker nie sichtbar… Es ist noch ein weiter Weg zu gehen – die Technik, die Plattformen, die Bandbreite sind da, aber die Menschen müssen abgeholt werden und da ist jede Menge Change Management und Kulturwandel nötig.

Svenja Teichmann

Geschäftsführung

Svenjas Themen liegen in der Strategie sowie in der Entwicklung von Organisationen, damit sie die Potentiale der Digitalisierung nutzen können. Darum drehen sich auch ihre Blogartikel. Sie ordnet Trends ein, die ihr begegnen und lässt manchmal auch Dampf ab, wenn ein Thema ohne Sinn und Verstand zum Hype wird.

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