Social Media

Social Media Conference – Recap B2B-Special

von am 28. September 2012 verfasst


Wenn man einen Tag der Social Media Conference über einen Zeitraum von einem Jahr vorbereitet hat, ist man dann doch höchst gespannt, wie alles läuft und ob die Vorträge beim Publikum ankommen. Zunächst die Fragestellung, welche Themen wollen wir abdecken und dann die Suche nach Referenten, die erstaunlicherweise einfacher war als gedacht und nicht zu vergessen der Aufwand der Organisation durch die Neue Mediengesellschaft Ulm – Nicole Rüdlin und Ihr Team. Und tadaaa wir haben einen Konferenztag. Während der Vorbereitung haben wir gedacht – naja wenn so 60 Teilnehmer kommen wäre das doch recht gut. Die 160 Anmeldungen für Tag 3 haben uns umso mehr gefreut. Da wir großen Bedarf zu Input im Bereich B2B sehen, planen wir schon den nächsten Social Media B2B-Special-Tag in München im Februar. Ein Termin wird in den kommenden Wochen bekannt gegeben.

Nun zum eigentlichen Recap. Bei einem unserer internen Meetings entstand die Idee, warum singt mundial nicht eine Acapella-Intro (Kollege Ben singt in einer Acapella Band). Die Story war dann auch schnell gefunden: Es ist erwiesen, dass „emotionale Erlebnisse die rationale Erinnerung verstärken“. Die extra sehr früh angesetzte Tonprobe wurde zwar auf Twitter geleakt, das hat den von uns erwünschten Effekt aber nicht gemindert. Danke nochmal an mundial!

Den Start in den Tag gestaltete das Geburtstagskind Sven. Er war voll in seinem Element und weckte am Morgen durch seine, sagen wir mal „dynamische“ Art, die Teilnehmer auf – viel Dialog und Polarisierung (auch eine Taktik, um in Erinnerung zu bleiben?). Er räumte noch einmal mit den vielen Vorurteilen („meine Kunden sind nicht auf Facebook“, „ich habe nichts zu erzählen“, „mein Produkt ist langweilig“ etc.) auf und verdeutlichte anschaulich, warum Social Media gerade im B2B wirklich Sinn ergibt. Einblick in die Charts gibt es natürlich auch:

Im folgenden Vortrag von Daniel Etti von creative 360° wurde wunderbar verdeutlicht, wie eine strategische Vorgehensweise aussieht und worauf zu achten ist. Untermalt wurden seine Thesen durch viele Praxisbeispiele. Daniel unterfütterte seine Aussagen mit einer kürzlich erschienen Studie. Ein Ergebnis: Unternehmen, die bereits 2 Jahre Social Media Aktivitäten durchführen, sind im Durchschnitt zufriedener als Unternehmen, die erst 6 Monate dabei sind. Dies wurde dann auch gleich im Plenum diskutiert: Was sei denn die Aussage? U.a. Durchhaltevermögen – gerade wenn man über Content und auf organisches Wachstum setzt, muss sich dieser erst beweisen. Diese Erfahrung hat crowdmedia wir (auch B2B-ZG) übrigens auch gemacht (oder: machen müssen).

Vor dem Mittagessen wurde schnell noch der erste Einblick in die Praxis gewährt. Den Start machte Ingo Notthoff von T-Systems – der Großkunden-Sparte der Telekom. Dort wurde ursprünglich auch erstmal „gemacht“, bevor man sich vor ca. 18 Monaten dazu entschied, dem „Machen“ eine strategische Basis zu geben. Interessant hierbei: „Wir sprechen nicht über Produkte –  sondern ausschließlich über Themen“. Das Content-Team screent relevante Themen aus der IT und Telekommunikationsbranche und diese werden dann, entsprechend aufbereitet, über verschiedene Social Media Kanäle verbreitet. Auch ein schönes Beispiel für die ROI-Berechnung fügte er an: Es werden Euros für „gesehen“ und „geteilt“ definiert. So erhält ein Post einen Media-Wert, der den Preisen in konventionellen Medien gegenüber gestellt wird. Das machen wir für crowdmedia übrigens auch und ich kann es nur empfehlen.

Weiter ging es mit dem Barfussmann Thomas Klein von TimoCom. Er blieb sich treu und trat barfuss auf. Der Barfussmann ist eine Idee, die einmal mehr zeigt, dass auch mit geringem Budget (600EUR für Kamera und Software zur Bearbeitung) durchaus Erfolg zu erzielen ist.
Das Beispiel zeigt ferner, dass gerade auch der Mittelstand von Social Media profitieren kann und innerhalb seine Zielgruppe bei Bekanntheit und Fan-Aktivierung punktet.

Weiter ging es mit der Walter AG und dem Social Media Officer Boris Turalija. Einmal mehr wurde deutlich wie wichtig es ist, dass Social Media bzw. die Position fest in der Organisation integriert ist und es Prozesse für Austausch und Input gibt. Auch auf die Akzeptanz innerhalb der Mitarbeiter wurde im Unternehmen viel Wert gelegt und (yeahh!!) ein Anwendungsfall durch Foursquare für B2B (Automat auf Messe, die bei Check-ins ein Gewinn ausspuckte) vorgestellt.

Im Nachmittag ging es weiter mit zwei Unternehmen, die man schon fast als alte Hasen bezeichnen kann, wenn es um Social Media und B2B geht. Stefan Pohl von der DATEV machte den Anfang und zeigt mit verschiedenen Beispielen, dass Social Media einen festen Bestandteil im Internet-Team gefunden hat. Spannend es gibt seit diesem Jahr drei Blogs mit unterschiedlichen Zielgruppen. Bei den sehr heterogenen Zielgruppen (Interessierte an Unternehmen z.B. PR, Unternehmen die DATEV-Produkte einsetzen und Studenten) macht es durchaus Sinn den Content zu splitten. Weitere Insight: 30% des Contents wird über mobile Endgeräte konsumiert. Bedeutet als Schlussfolgerung Inhalte müssen kürzer und mobil-gerecht werden. Ist nicht neu diese Erkenntnis, aber es lohnt sich dennoch dies auszuformulieren.

Der zweite Vortrag war von Michael Schreiber von Festool und gab einen Einblick wie wertvoll echte Fans sind zu was sie bereit sind, wenn sie ein Unternehmen lieben (freiwilliges Festool Brandings auf sämtlichen Produkten wie Fahrrad, iPhone Case etc.). Wichtiges Learning hier – die Zielgruppe der Handwerker wird auch immer mobiler (hier kommt mittlerweile das alte iPhone mit auf den Bau – während das neue zuhause liegt) und shiftet die Service-Kommunikation in die Social Media Kanäle. Auch hier hat Social Media keine Sonderrolle mehr sondern ist ein weiterer Service-Kanal geworden.

Den Abschluss des Tages machten Dirk Ploss und Martin Meyer-Gossner – von mir geschätzte „Online-Nerds“ der ersten Generation und somit Experten der digitalen Welt allgemein und Social Media sowieso.

Dirk zeigt uns in seiner humorvollen Art, welche Fehler Unternehmen begehen und hier muss man zwischen B2B und B2C auch gar nicht mehr unterscheiden. Dazu gab er auch noch mal konkrete Tipps and die Hand „von Redaktionsplänen und Freigabeprozessen lösen und soviel Verantwortung wie möglich in die operativen Teams“ geben. Zwar ohne Ton, aber mit Bilder-Spur seine Charts:

Den Abschluss des Tages machte Martin und zeigte uns auf, dass wir mit den Social Media Aktivitäten in der externen Kommunikation noch ganz am Anfang stehen. Unter dem Stichwort Social Business zeigt er Beispiele auf, wenn Unternehmen Social leben und die Kommunikationsweisen ein Teil der gesamten Kommunikation (intern und extern) werden. In der abschließenden Fragerunde wurde dann diskutiert wo uns die digitale Welt eigentlich hinführt und das wir neue Arbeitsweisen lernen müssen,  Stichwort: Automatisierung, um zwar online zu sein uns aber dennoch auch mal offline Tage zu gönnen.

Der Twitter-Stream und die Gespräche zeigten (#SMConf), dass der Großteil der Teilnehmer sehr zufrieden waren und viele Learnings mitnehmen konnten. Dennoch gibt es auch die Berater und Agentur-Leute, für die das alles basics waren und den Mehrwert der Veranstaltung nicht sahen. Wenn wir uns in Deutschland und den Unternehmen da draußen umsehen – kann es meiner Meinung nach allerdings nicht schaden noch viele Basic-Veranstaltungen zu machen. Nichtsdestotrotz nehmen wir als Feedback für die Vorbereitung des nächsten B2B-Specials mit: auch mal auf uns schauen, dass für jeden was dabei ist.

Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die dazu beigetragen haben, dass wir auf eine tolle Social Media Conference zurück blicken können.

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Svenja Teichmann

Geschäftsführung

Svenjas Themen liegen in der Strategie sowie in der Entwicklung von Organisationen, damit sie die Potentiale der Digitalisierung nutzen können. Darum drehen sich auch ihre Blogartikel. Sie ordnet Trends ein, die ihr begegnen und lässt manchmal auch Dampf ab, wenn ein Thema ohne Sinn und Verstand zum Hype wird.

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