Social Media

Social Media Conference 2012 Recap – Tag 1 und 2

von am 25. September 2012 verfasst


Social Media Conference 2012 Tag 1 – 24.9.

Der Montag und damit erster Tag der Social Media Conference startet mit zwei ganz starken Vorträgen durch die Protagonisten Michael Buck, Experte für globales Unternehmensmarketing und Dr. Martin Oetting, CRO bei der trnd AG. Hoher Unterhaltungswert gepaart mit reichlich Inhalt. Daumen hoch. Kernthema war die These: „Der Kunde muss nicht die Marke verstehen, sondern die Marke den Kunden“. Wahre Worte, die leider zum jetzigen Zeitpunkt noch relativ wenige Unternehmen verinnerlicht haben. Deutlich wurde auch mal wieder, wie viel einfacher es geht, wenn Chefs, CEOs und Vorstände überzeugt sind und Social Media top down eingeführt wird. Leider hat es nicht jeder Social Media Überzeugte so einfach.

Wer gern durch Zahlen beeindruckt wird: Bei DELL sind 2.500 Mitarbeiter geschult, um in Social Media für das Unternehmen sprechen zu können. Ebenso wurden auch  Einstellungskriterien durch Social Media verändert. Selbst ein Produktentwickler muss Affinität zum Social Web mitbringen – wie kann er sonst nah genug am Kunden entwickeln. Nicht neu aber man kann es nicht oft genug betonen: Mitarbeiter sind der Schlüssel zum Erfolg bei Social Media.

Learnings: Die innovativen Social Media Ideen der Zukunft kommen aus den USA und…. China! China?! jawohl. Der asiatische Raum versteht den Umgang mit Social Media auf eine spielerische Art, welche erfolgsversprechend scheint, in Europa aber noch nicht angekommen ist. Wir halten die Augen offen.

„Wir müssen das Budget dort investieren, wo der Kunde unterwegs ist, und nicht dort, wo wir sind“, so Martin Oenning. Einer der zentralen Sätze des Vormittags. Recht hat er, was bringt mir die Investition auf der Website, wenn der Socal Media interessierte Kunde den Weg aber lieber über Facebook oder andere Kanäle geht und dort abgeholt werden möchten?

Für viele Unternehmen steht der ROI beim Thema Social Media im Fokus, verständlich. Doch selten wird er so verstanden, wie der zweite Kernsatz des Vormittags:“ ROI ist nicht immer der Gewinn, den man erzielt durch das was man einsetzt, sondern auch das, was man dadurch an anderer Stelle einspart.“

Der Vormittag wurde bis zum Mittagessen durch ein paar interessante Kampagnendarstellungen abgerundet. Die Marke yourfone.de bei ihrem Markenstart exklusiv auf Facebook und die Versicherung „Zurich“ als Partner des deutschen Olympia Teams. Marken, die eines mit Sicherheit gemeinsam hatten: Das Standing und die Markenakzeptanz, vor allem im Bereich Social Media, musste sich erst einmal erarbeitet werden. Das es klappen kann, wurde anschaulich dargestellt.

Augmented Reality schien in letzter Zeit etwas in Vergessenheit geraten zu sein bzw. bei manchen noch gar nicht angekommen. Dass die Konzepte und Einsatzmöglichkeiten aber durchaus weiterentwickelt wurden, präsentierte Thomas Baldurf, Managing Director von Total Immersion, in ein paar interessanten Videodarstellungen. Der Durchbruch ist der Technologie allerdings weiterhin noch nicht geglückt.

Gestärkt durch das Mittagessen wartete auf die Teilnehmer nach der Pause der Block zum Thema „Social Commerce“. Vor allem der Vortrag von Ralf Mager, Online Marketing Manager der LODEN-FREY GmbH sorgte Nachhaltig für Aufmerksamkeit, zum einen durch seinen erfrischenden und inhaltlich guten Vortrag, zum anderen durch seinen Kleidungsstil. In Vorbereitung auf das abendliche Networking im Hofbräuhaus, hatte er sich zur Freude aller schon ein mal mit seiner eigenen Marke (Tracht) eingekleidet. Wie eine typisch süddeutsche und in den Augen vieler sehr traditionelle Marke wie LODEN-FREY im Social Web erfolgreich verkauft, konnte er anhand einiger schöner Beispiele anschaulich erläutern. Wir lästern ja ganz gern mal über Modemarken, die noch in der offline-Denke stehen geblieben sind und Social Media noch beobachten bevor sie entscheiden, ob es was für sie ist. Da muss erst ein „Trachtenladen“ (nicht böse nehmen LODEN-FREY, ist ja ein Kompliment) aus München kommen und mit Zahlen untermauern, was Social Media bringt – neben netter Beispiele wie Kaffee für Foursquare Check-ins und der Erkenntnis, dass Journalisten mittlerweile auf Pinterest nach Fotomaterial suchen und sämtliches Making-Off Material dahin gehört. We like.

Den Abschluss-Slot des Tages eröffnete der Medien Anwalt Christian Solmecke aus Köln mit teilweise bekannten, aber nichts desto trotz kurzweilig vorgetragenen Anekdoten aus dem Bereich Social Media und Recht z.B. jeder geteilte Link auf Facebook ist durch das angezeigte Bild (für das man keine Rechte hat) im eigentlichen Sinne eine Urheberrechtsverletzung. Aber die Angst nahm er uns auch gleich, die Masse lässt sie anonym werden. Puuuh…noch mal Glück gehabt. Ach ja und Abmahnungen sind auch gar nicht so teuer. Neues gab es zu Marions Kochbuch Story (bei vielen bekannt): Der Abmahn-Anwalt ist der Bruder oder Schwager… Achtung bei „geliehenen Bildern“ im Netz. Dank Google-Bildersuche ist es ein leichtes für Fotografen oder sonstige Urheber zu schauen, wo welche Bilder eingesetzt werden.

Hubertus Porschen von iConsultants erläuterte im vorletzten Vortrag den richtigen Einsatz von Applications. Mh… irgendwie ist davon nicht viel hängen geblieben. Liegt vielleicht daran, dass es aus dem Bereich nichts nennenswert Neues zu berichten gab.

Den krönenden Abschluss des ersten Tages lieferte Heiko Eckert mit seinem sehr plastisch dargestellten Einfluss von Social Media auf den Google Search Bereich. Kleine Aufgabe zum selber ausprobieren: Bitte gebt bei Google Insights nacheinander die Begriffe Barack Obama, Michael Jackson, Facebook und google ein und schaut euch das Suchvolumen im Verhältnis zu einander an. Schöner Schlusspunkt Herr Eckert:-).

Der Ausklang des ersten Tages fand im Münchener Hofbräuhaus statt – so gehört sich das für ein Münchener Unternehmen wie die Neue Mediengesellschaft Ulm. Und die ein, zwei Maß brachten dann auch das Networking endlich in Gang.

Social Media Conference 2012 Tag 2 – 25.9.

Ja so langsam wird das doch was mit Mobile, Local, Gutscheinen, QR-Codes und nicht zuletzt Social Media. Wenn auch noch nicht von Massen genutzt,  so haben wynsh und COUPIES doch überzeugende Beispiele und Einlösequoten gezeigt. Mit etwas Geduld setzen sich diese Themen dann hoffentlich auch in Deutschland stärker durch.

Praxisbeispiele aus Unternehmen geben doch immer die besten Einblicke. Den Anfang des Panels Strategie & Implementierung machte Markus Fuchshofen von Bonprix. Auch Wilko wurde nun als letzter von crowdmedia nachweislich zum Bonprix-Fan. Ausrichtung am Kunden – wir lieben unsere Fans – und unkonventionelle Methoden, in dem ein Schuh im Shop den Namen einer Modebloggerin bekommt (Frau Flauschigs schöne Schuhe) führt zum offensichtlichen Erfolg von Bonprix. Unabdingbar ist natürlich das Thema Messung und KPIs, was sich dann schnell in Richtung Big Data entwickelt. Großartiges Bild: Ich kann meinen Erfolg nicht nur an den Toren (Käufen) messen – es geht auch darum wie im Mittelfeld die Tore vorbereitet werden und in der Abwehr die Kunden gebunden werden. Social Media ist also eher im Mittelfeld zu finden… Und ich brauche ein effektives „Noten-System“.

Daniel Backhaus gab im Anschluss einen guten Überblick über das Thema Kundenservice in Social Media. Da passte natürlich auch der legendäre Toiletten-Tweet eines Bahnkunden aka Bachelorarbeit-schreibender Student. Social Media Kommunikation ist für den alteingesessenen Kundenservice eine Herausforderung – aber keine unüberbrückbare.

Während es bei Bonprix hauptsächlich um das Produkt geht (80% des Content) geht es bei der Social Media Kommunikation VAUDE (Outdoor-Bekleidung) um alles, nur nicht um das Produkt. „Das Produkt ist irrelevant, interessant sind die Erlebnisse.“ Daher auch vom Outdoor zum Medienunternehmen. Wieder einmal wird klar – jedes Unternehmen und jede Zielgruppe und Brache tickt anders und es gibt nicht DIE Social Media Strategie.

Auch eines der Trend-Themen, welches uns noch weiter beschäftigen wird: Social CRM. Es gibt Herausforderungen an Prozessen und Daten, denen wir größtenteils noch nicht gewachsen sind, aber wir können es lernen. Einen guten Ein- und Überblick brachte hier Thomas Tachilzik. Nicht ganz irrelevant ist hier auch das Thema Datenschutz. Grundsätzlich dürfen öffentlich zugängliche Daten im CRM genutzt werden.
Wie wichtig das Thema ist, hat auch PAYBACK gemerkt und dem User gleich noch einen Anreiz geboten mit einer Prise Gamification oder auch „Verspielifizierung“ wie Dr. Cai-Nicolas Ziegler sagte. Die PAYBACK Likes Lounges – es geht um Punkte sammeln, das Ergattern von Badges und besser sein als Freunde. Dies scheint für Payback gut zu funktionieren.

Den Abschluss des 2. Tages machten zwei Referenten mit Themen, die man nicht täglich mit Social Media in Verbindung setzt, welche aber einen guten Ausblick geben. Frank Mühlenbeck stellte starmeo vor. Bisher fehlte eine Möglichkeit wie unwissende Promis leicht Social Media nutzen können. Das ist nun anders. Dass Social Media, Promis und Potenzial zusammenhängt, ist ja nicht von der Hand zuweisen. Das wissen nur die Promis zum Teil noch nicht. Thomas Gottschalk hat auf Facebook 19.000 Fans. Hm nicht soo viel – ist aber auch nur der generierte Wikipedia-Eintrag auf Facebook. Kann sich mal eine Agentur Thomas Gottschalk annehmen?

Und zu guter letzt sprach Ibrahim Evsan (Ibo), Gründer von sevenload.com und Fliplife.com ganz ohne PowerPoint (!) über das Thema Social Learning und machte einmal wieder deutlich, was das Bildungsniveau, Entwicklung, Investition, und Knowhow im Bereich Neue Medien ausmachen kann. Darauf gibt es nur einen Kommentar: Armes Deutschland – Der Zug für eine Vorreiterrolle im digitalen Bereich ist längst abgefahren, aber leider ist die Erkenntnis wenigstens Schadenbegrenzung zu betreiben noch längst nicht in der Politik angekommen.

Kurz-Fazit der zwei Tage: Hochwertige Vorträge und Speaker. Neue Insights von anderen Unternehmen gesammelt. Aber für uns „Social Media Nerds“ auch keine bahnbrechenden Erkenntnisse, was ja auch nicht schlecht ist. Und jetzt freuen wir uns auf dem morgigen B2B-Tag mit der Moderation von Svenja und der Keynote von Sven.

Ach ja, und eins noch, das war wohl eine Konferenz der Video-Revivals. Svenja überlegt schon für morgen Videos zu untersagen…

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Benjamin Grabbe

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Ben ist ein crowdmedia-Urgestein. In der Startphase 2010 war er der erste Nicht-Gründer im Team. Ben ist begeisterter A-cappella-Musiker. Das ist auch der Grund, warum sich unsere Wege Mitte 2012 trennten. Mit seinen Bandkollegen von Mundial wollte er wissen, ob sie von der Musik leben können. Alle vier nahmen sich im Job eine Auszeit und stellten die Band für 12 Monate in den Mittelpunkt. Wir haben die Daumen fest gedrückt. Aber leider reichte es nicht. Mundial sind – soweit wir wissen – immer noch am Start und treten dann und wann auf Festen auf. Ben ist im Job zurück zu seinen Wurzeln gekehrt und Social-Media-Manager bei Elbkind und PuK.

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