Social Media

Social Media Marketing im B2B Bereich – Fluch oder Segen?

von am 23. November 2011 verfasst


Suchte man vor ca. 1 – 1,5 Jahren im Netz nach „Social Media B2B“ bekam man nur spärlich Informationen und im Bereich Praxisbeispiele schwerpunktmäßig Unternehmen aus den USA wie z.B. Grasshopper. Jetzt – Ende 2011 – hat sich das Bild doch stark gewandelt. Auf der Suche nach Success-Stories und Praxisbeispielen wird man mittlerweile auch in Deutschland fündig. Von erfolgreichen Facebook-Fanpages bis zu ganzheitlichen Social Media Strategien wie Festool, Westaflex oder die Krones AG.

Doch die Frage, die sich viele B2Bler stellen, wie gehe ich das Thema bei meinem spezifischen Angebot und Kundenkreis an? Kreative B2C-Social-Media Kampagnen als Beispiele, die es ja mittlerweile im Überfluss gibt, helfen da nur bedingt weiter. Zu allererst zweifeln viele B2B-Marketeers an der Bedeutung von Social Media für ihre Branche. Diesen Zweifeln kann entgegengewirkt werden, denn verschiedene Studien zeigen eindeutig die Bedeutung von Internet und Social Media für Entscheidungsträger im B2B. Laut einer Studie von Virtual Identity haben bereits 85% der befragten B2B-Entscheider einen späteren Lieferanten im Internet gefunden. 40% der Befragten nutzen regelmäßig Internet-Foren für berufliche Zwecke und 28% dieser beteiligen sich aktiv an Dialogen. Gleich hinter den Foren kommen bei der Nutzung von Internetangeboten schon die sozialen Netzwerke mit 30% (der befragten Personen) von denen sich wiederum 32% aktiv beteiligen.

Das Interesse ist da, aber wie geht es nun weiter? Herausforderungen in der B2B-Branche sind vor allem auch intern zu finden. Hier muss einiges an Überzeugungsarbeit geleistet werden, da man hier häufig auch andere Online-Marketing-Kanäle wie Email-Marketing oder Suchmaschinenmarketing gerade erst für sich entdeckt hat. Wenn die internen Barrieren überwunden sind und man sich mit der grundsätzlichen Zielsetzung, Zielgruppe, Strategie sowie möglichen Inhalten von Social Media Marketing auseinandersetzt kommt ziemlich schnell die Erkenntnis, dass man sehr wohl sehr viel zu erzählen hat. Industrieunternehmen beispielsweise sind von außen doch eher black boxes, d.h. man hat nun die Möglichkeit auch mal zu zeigen, was man macht, wie man arbeitet und vor allem wer. Fragt man B2B-Unternehmen nach ihren Zielen im Bereich Social Media kommt sehr häufig als Antwort „dem Unternehmen ein Gesicht geben“ oder es soll „menscheln“.

Ein weiterer Aspekt ist das vorhandene Expertenwissen, das in den Unternehmen vorhanden ist – großer Mehrwert für Interessenten und Kunden. Genau dieses Wissen gilt es auch zu nutzen und sich zu positionieren, z.B. über eine Fach-, Helfer, oder Dienstleister-Positionierung. Den Weg dahin muss natürlich jeder selbst finden – er muss zur Strategie und zum Unternehmen passen. Dass das nicht trivial ist, versteht sich von selbst.

In Zeiten des „war of talents“ begründet durch den Fachkräftemangel haben Unternehmen aber vielleicht gar keine andere Möglichkeit als sich mit diesen neuen Möglichkeiten der sozialen Medien auseinanderzusetzen. Denn inmitten von Konzentration auf Kundengewinnung und –bindung wird häufig die wichtig(st)e Zielsetzung außen vor gelassen: Die Mitarbeiterbindung- und gewinnung. Denn gerade hier bietet Social Media sehr große Chancen…

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Svenja Teichmann

Geschäftsführung

Svenjas Themen liegen in der Strategie sowie in der Entwicklung von Organisationen, damit sie die Potentiale der Digitalisierung nutzen können. Darum drehen sich auch ihre Blogartikel. Sie ordnet Trends ein, die ihr begegnen und lässt manchmal auch Dampf ab, wenn ein Thema ohne Sinn und Verstand zum Hype wird.

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