Social Media als Treiber der digitalen Transformation

Social Media

Social Media als Treiber der digitalen Transformation

von am 17. September 2014 verfasst


Liebe Svenja,

erinnerst du dich, dass wir letztens sprachen und sagten: „Keiner will mehr Social Media, alle machen jetzt digitale Transformation?“ Die Experten scheinen einen Schritt weiter gehen zu wollen. Und ich bleibe dabei, uns droht, dass wir die Praktiker aus den Unternehmen auf der Strecke verlieren. Die haben Google nicht zu 100% durchgespielt, Website, Messung und Content bleiben eine Herausforderung. Jetzt soll es schon nicht mehr reichen, Social Media zu nutzen? Schaffen wir zu viel Angst und Verwirrung damit, dass wir jetzt auch noch fordern, über die Implikationen von Social Media und Transformation für Prozesse, Führung, Geschäftsmodelle nachzudenken, wenn wir mit Begriffen wie „Digital Darwinism“ kommen um die Wichtigkeit zu betonen?

Ich kann gerade nur schwer einschätzen, ob und wie wir das Thema und seine Wichtigkeit sinnhaft bei Entscheidern platzieren können. Auf der dmexco in dieser Woche konnte ich dafür Indizien finden, dass die Transformation begriffen und als Thema aufgenommen wird – aber nur auf den Panels und den Diskussionsrunden. Vielleicht ist es nicht das Publikum dafür. Vielleicht ist es kein Thema für die Aussteller, hier ging es weiter um Reichweite, Performance, Realtime, Big und Smart Data und aller Orten um Content und Content Marketing. Die operativen Fragestellungen schlugen hier die Frage nach Strategie und dem großen Bild um Längen.

Ich glaube nicht, dass wir andere Wege gehen als die anderen. Viele mit denen ich auf Seite der Dienstleister sprach, verweigern das „stumpfe Umsetzen“, solange die Frage nach dem „warum“ und „wofür“ nicht geklärt ist. Mit ähnlichen Erfahrungen und Reaktionen wie wir sie kennen. Kurz gesagt: am Ende zufriedene Beteiligte, deutlich bessere und erfolgreichere Projekte, wenn die Wichtigkeit dieser Leistung und Investition begriffen wird. Das geht da draußen den meisten so.

Der digitale Wandel war auch Thema des Panels, das ich moderiert habe. Genauer „Social Media – die Digitalisierung schlägt um sich“. Im Vorfeld war ich etwas besorgt, dass wir lediglich Buzzwords aneinander reihen. Aber das ist nicht passiert.

Digitaler Wandel, das habe ich für mich begriffen, dass ist noch ein umfassenderes Thema und noch viel mehr auf der Meta-Ebene als ich das gerade beim Content Marketing erlebe. Dennoch haben beide ihre Wichtigkeit. Und ich begreife immer mehr, dass Content Marketing die logische Konsequenz und Antwort auf die Herausforderung digitaler Transformation sein wird.

Zur Freude des BVDW war das Panel gut besucht. Social Media zieht also weiterhin. Auch auf der Zielgeraden 2014. Schade, dass man nicht weiß, was die Leute getrieben hat. War es das Thema? War es die Chance, mehrere Meinungen zu hören? Große Firmen? Oder Facebook auf der Bühne?

Unser Ziel war es, den Zuhörern etwas mit auf den Weg zu geben. Ich hoffe, dass ist uns gelungen. Von Ingos Impulsen, die zeigten, das Social Media die Transformation befeuert, bis zu den Hausaufgaben, um die ich die Panelteilnehmer gebeten habe.

Apropos, da unser externer Wissensaustausch ja auch nicht immer 100% rund ist: Kennst du eigentlich meine Folie „Social Media ist die Spitze des Eisbergs digitaler Wandel“? Vielleicht sollten wir hier anknüpfen und das ausbauen. Denn in dem was Ingo vorgestellt hat, war viel Eisberg. Etwas sichtbares und etwas potentiell gefährliches unter der Oberfläche auf das Kapitän und Steuermann reagieren müssen.

In der Diskussion war man sich in weiten Teilen einig. Leider oft zu einig, wie ich fand. In den Vorab-Telefonaten flogen da mehr die Fetzen. Aber dennoch glaube ich, dass wir unserem Anspruch gerecht wurden etwas mitgeben zu wollen. Und sei es einfach nur, dass man als Zuhörer einen Blick darauf bekommt wie andere Firmen es angehen. Wie Facebook den Mittelstand und seine Potentiale sieht. Was Leute, die schon sehr weit mit Social sind, als nächstes potentialträchtiges Thema sehen (Big Data war es v.a.) und wo die Herausforderungen liegen.

Am Ende sahen alle eine gewissen Dringlichkeit und oft wurde vom nötigen Wandel und Abschied von den Silos im Unternehmen gesprochen. Vielleicht stehen wir vor einer Zeit, die für Firmen ganz viel Abenteuer und wenig Komfortzone bedeutet.

Vielleicht ist das Bild des Eisbergs auch verkehrt oder nicht ausreichend. Wir können unser Schiff nicht bremsen, nur steuern. Die digitale Strömung trägt uns voran; Stillstand und Abwarten ist somit keine Option.

Ich hoffe, du hattest eine schöne Zeit in Panama wenn du das hier liest. Ich hatte sie auf jeden Fall in Köln. Du hast sicherlich beim Freizeitwert und den Erinnerungen für später die Nase vorn. Aber die Impulse der letzten Tage möchte ich nicht missen.

Gruß

Sven

 

P.S: Hier noch ein kleines Video mit ein paar bekannten Gesichtern.

Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen.

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