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WhatsApp-Newsletter: ein erster Erfahrungsbericht

von Jennifer am 23. Dezember 2015 verfasst


Zu Weihnachten spielt nun wirklich alles was Rang und Namen hat – und der Rest auch – in seinen Social Media Kanälen einen Adventskalender aus. Da wir den Kanal Whatsapp so spannend finden, haben wir schön länger überlegt, wie wir ihn zu unserem Zweck nutzen können. So haben wir uns etwas innovatives überlegt: einen WhatsApp-Adventskalender. Gesagt. Getan.

Wahl des richtigen Tools

Da wir beim Stöbern durch diverse Blogbeiträge auf WhatsBroadcast gestoßen sind und die Idee mit dem Adventskalender schon geboren war, war direkt klar, dass wir dieses Tool ausprobieren werden. Es handelt sich um ein in Augsburg ansässiges Unternehmen, über das Newsletter per WhatsApp an Kunden und Fans verschickt werden können. WhatsBroadcast ist ein Zusammenschluss aus drei WhatsApp Services-Anbietern, die ihre Stärken zusammengeführt haben. Whatsservice.eu wurde komplett von der WhatsBroadcast GmbH übernommen und die Pylba GmbH ist eine sehr enge Kooperation mit WhatsBroadcast eingegangen. Der Support liegt seitdem bei der Pylba GmbH, die WhatsBroadcast GmbH stellt die Technologie.

Ich kann an dieser Stelle sagen, von beiden habe ich mich sehr gut betreut gefühlt.

Was kann WhatsBroadcast?

Mit WhatsBroadcast können Newsletter über WhatsApp an Kunden und Fans verschickt werden. WhatsBroadcast arbeitet dabei mit Whatsapp-Broadcast-Listen. Dabei besteht die Möglichkeit, eine Whatsapp-Nachricht an mehrere Personen aus den eigenen Kontakten zu versenden. Als Beispiel eine Rundnachricht mit Weihnachtsgrüßen am 25.12. Antwortet jemand auf diese Nachricht, so entsteht ein Privatchat. Pro Broadcast-Liste können bis zu 265 Handynummern zusammengefasst werden. Sobald sich Person Nummer 266 einschreibt, entsteht eine zweite Liste. Für jede Liste wird von WhatsBroadcast eine andere Telefonnummer zur Anmeldung hinterlegt. Diese „WhatsApp-Nummern“ sind jedoch nicht frei wählbar, da WhatsBroadcast eine Kooperation mit einem Telefonanbieter eingegangen ist.

Das Tool ist dabei sehr übersichtlich aufgebaut.

Dashboard-WhatsBroadcast

  • Home – Dashboard Übersicht der Subscriber (mit Handynummer) und ihrem Anmeldestatus
  • Newsletter – erstellen und planen des Newsletters ist hier angesiedelt
  • Einzelnachrichten – Nachrichten der Subscriber landen hier und können auch direkt beantwortet werden
  • Statistiken – Einsicht auf Abmeldungen, versendete Newsletter u. ä.
  • Widget/Link  Übersicht der Einbindungsmöglichkeiten und das Widget
  • Zahnrad – Einstellung/Profil, SMS-Einstellungen, Support, Account

Darunter ist aufgelistet wie viele Subscriber es gibt und wie viele davon aktiv sind, also den Newsletter oder – in unserem Fall – das tägliche Adventstürchen erhalten.

Unterhalb der Grafik sind die Anmeldefortschritte zu sehen. Blau steht dafür, dass die Person zwar ihre Handynummer eingetragen hat, aber noch nicht die ganze Anmeldung erfolgreich durchlaufen ist. Grün signalisiert, dass dieser Teilnehmer sich angemeldet hat, aktiv geschaltet ist und den nächsten Newsletter erhalten wird. Rot steht dafür, dass sich diese Person abgemeldet hat.

Alles in allem kann eine leichte Handhabung des Tools vorausgesetzt werden. Auch die Übersichtlichkeit unterstreicht dies.

Whatsbroadcast in Szene setzen.

Bevor also das erste Newsletter-Adventstürchen verschickt werden kann, wird etwas Entscheidendes benötigt, was wir selten oder quasi nie von E-Mail-Newsletter-Abonnenten besitzen: die Handynummer.

Um diese zu erhalten, gibt es einen standardisierten Weg, bei dem WhatsBroadcast sehr unterstützt.
Es stellt ein Widget zur Verfügung, welches auf der Website des Unternehmens oder – wie bei uns – auf einer gesonderten Landingpage eingepflegt werden kann. Dieses Widget kann soweit umgestaltet werden, dass von dem Standard-Design nichts mehr zu erkennen ist und es im eigenen Corporate Design erscheint.

Widget-WhatsBroadcast

Der Teilnehmer sieht auf der Website/Landingpage das Feld zum Eintragen der eigenen Nummer. Anmeldung-WhatsApp-NewsletterDiese setzt er ein und bestätigt mit dem Button „Eintragen“. Danach wird die WhatsBroadcast-Nummer angezeigt. Sie muss manuell als Kontakt im eigenen Handy gespeichert werden. Im Anschluss steht die Nummer in WhatsApp zur Verfügung und es können Nachricht an diese versendet werden. Initial muss hier ein „Start“ verschickt werden. Die Zusendung dieser Nachricht ist dem Double Opt-In gleichzusetzen. Der Teilnehmer befindet sich nun in der Liste der Subscriber. Daraufhin erhält er innerhalb der nächsten Stunden eine Willkommens-Nachricht, in der auch die Abmeldung aus dem Newsletter beschrieben wird. Der Text hier ist ebenfalls individuell einstellbar.

Aufforderugn-zum-Double-Opt-In-Whatsapp-Newsletter

Wichtig ist an dieser Stelle, dass lediglich 140 Zeichen zur Verfügung stehen. Alles, was ihr darüber hinaus hinein schreibt, wird nach dem Speichern gelöscht. Das Fettnäpfchen habe ich dann leider auch mitgenommen und wurde direkt von einem Teilnehmer drauf hingewiesen:

Whatsapp-Newsletter-ChatWhatsapp-Newsletter-Chat2

Ihr seht, es ist alles ein bisschen lockerer bei Whatsapp.

Prima ist auch, dass Personen, die nur eingeschrieben sind, sich aber nicht final aktiviert haben (Whatsapp-Nachricht „Start“), noch einmal per SMS benachrichtigt werden können. Für einmalig 0,05 €/Subscriber geht die SMS an all jene raus, die innerhalb einer vorgegebenen Zeitspanne lediglich ihre Handynummer eingetragen, nicht aber die Aktivierung erfolgreich abgeschlossen haben.Benachrichtigung-per-SMS-bei-WhatsBroadcast

Der Whatsapp-Newsletter

Unter dem Reiter „Newsletter“ befindet sich ein Eingabefeld als auch eine Auswahl an Emojis. Hier kann nun zwischen Text, Bild und Text, Bild, Video und Text oder Video gewählt werden. Auch an dieser Stelle gibt es die 140 Zeichen-Einschränkung. Und zwar bei den Bild und Text-, oder Video und Text-Kombinationen. Sonst kann hier geschrieben werden, was das Zeug hält.

Reiter-Newsletter-WhatsBroadcast

Die Kategorie/Liste-Auswahl, bedeutet dass der oben vorformulierte Newsletterbeitrag  nur an bestimmte Listen ausgesendet wird, konnten wir leider nicht testen. Aus zwei Gründen: Zum einen, hatten wir nur eine Liste, also unter 265 Anmeldungen, zum anderen, ist dieser Bereich erst ab dem Tarif „Business“ zugänglich. Auch hiermit können wir nicht dienen.

Der Wunschzeitpunkt, wann der Newsletter raus gehen soll, kann jedoch auch in der kostengünstigen Variante eingestellt werden. Hier kann der Sendezeitpunkt in 15 Minutenschritten ausgewählt werden. Dabei ist es so, dass die Newsletter bei den Empfängern nicht genau zu der angegebenen Uhrzeit ankommen. Ich persönlich finde dies schade. Wenn zum Beispiel dieser Whatsapp-Newsletter zum 1200 jährigen Bestehen einer Stadt vom Stadtmarketing eingesetzt wird und diese folglich immer um 12:00 Uhr posten wollen, kann dies nicht gewährleistet werden.

Unsere Ergebnisse

Wir haben nun den Spannungsbogen zur Genüge gespannt, sodass ich nun gerne die Zahlen vorstellen möchte. Unser Whatsapp-Newsletter Case:

WhatsApp-Ergebnisse-Whatsbroadcast

Angemeldet haben sich insgesamt 159 Personen wobei 135 Subscriber die Anmeldung komplett erfolgreich durchlaufen haben. Diese aufwendige Anmeldeprozedur hat in der Tat nur einen Streuverlust von 15%.

Wir haben zudem den Test mit der SMS-Versendung ausprobiert. Auch hier gibt es eine gute Resonanz: Von den 20 Teilnehmern, die zwar ihre Handynummer hinterlegt haben, das Double Opt-In jedoch nicht durchgeführt, konnten 6 Personen dazu animiert werden, die Anmeldung zu vollenden. Also erfreuliche 30 %.

Während der gesamten Laufzeit des Adventskalenders haben sich 5 Teilnehmer dagegen entschieden, unserem täglichen Newsletter weiterhin zu folgen.  Die Abmeldequote liegt somit bei 4 %. Die tägliche Abmeldequote ist sogar schwindend gering bei 0,002%.

Alles in allem Werte, die E-Mail-Newsletter-Verantwortliche zum Staunen bringen.

Was leider in der Auflistung fehlt, ist die Öffnungsrate der WhatsApp-Nachrichten. Diese kann derzeit noch nicht von WhatsBroadcast geliefert werden. Ich weiß jedoch, dass die Funktion hierzu in den nächsten Wochen ausgerollt wird. Informationen, die ich aus anderen Cases kenne, beschreiben eine Öffnungsrate von 81 %- 100 %. Ich vermute stark, dass sie bei uns auch in dem Bereich liegt.

Doch nicht nur das Öffnen der Whatsapp Nachricht ist interessant, auch, wie die Links performt haben, die in unseren Nachrichten angeteasert wurden.
WhatsApp-Ergebnisse-Google-Analytics

Es wurden 20 verschiedene Blogbeiträge von crowdmedia verlinkt. Insgesamt gab es 405 Klicks auf die Bitly-Links von 110 verschiedenen Nutzern. 84 % der Subscriber haben also aktiv mindestens einen der Blogbeiträge angesehen.

Die einzelnen Blogbeiträge wurden im Schnitt von 20 Personen angesehen. Dabei geht die Spannbreite von 1 – 92 Sitzungen/Blogbeitrag.

Im Durchschnitt haben sich die Teilnehmer 1:16 Minuten auf den Blogbeiträgen aufgehalten. die Zeitspanne liegt zwischen 00:09 und 16:07 Minuten.

Interessant ist auch, dass von den 405 Blogbesuchern im Durchschnitt 1,24 Seiten aufgerufen wurden. Es wurde also nicht bloß der verlinkte Blogbeitrag, sondern auch weitere Seiten angesehen.

Die Absprungrate liegt bei 77 %.

Fazit

Da WhatsApp allgemein noch als Kanal gilt, über den hauptsächlich mit Freunden und der Familie kommuniziert wird, wurde auch unser Newsletter entsprechend wahrgenommen. Die Basis, auf der mit mir in privaten Nachrichten gesprochen wurde, war sehr freundschaftlich. Sätze wurden zum Beispiel mit Emojis unterstützt. Etwas, was ich sonst wirklich nie, nie, niemals in einer Arbeitsemail machen würde. Aber hier fühlt es sich richtig an. Auch die typische „steife“ Email-Schreibweise (Anrede, Absätze, „mit freundlichen Grüßen“, etc.) wird hier völlig außer Acht gelassen. Aber ich empfand es nicht als unangebracht, sondern für den Kanal angemessen.

Die Wahrnehmung des Kanals kann also genutzt werden, insbesondere im Performance-Marketing. Die These ist, dass Verlinkungen in einen Online-Shop bei dem Empfänger ankommen, also würde ein guter Freund eine Empfehlung aussprechen. Dieser Theorie nachzugehen, stelle ich mir sehr spannend vor.

Die Abmelderate ist zudem schwindend gering und ist somit ein weiteres Zeichen dafür, dass die Personen, die sich anmelden, auch ein großes Interesse an dem Inhalt haben. Dass sie sich die Mühe machen, mittels händischen Eintragens der Nummer in die eigenen Kontakte und des Versendungs des Double Opt-Ins (WhatsApp öffnen, Kontakt suchen, Nachricht schicken) spricht dafür. Allerdings kann es auch recht trivial sein: Newsletter über WhatsApp zu versenden, ist etwas Neues und eine wirklich gute Alternative bzw. Ergänzung zum E-Mail-Marketing.  Auch möglich, dass es einfach mal etwas Neues und Anderes ist und die Subscriber hier gerne an unserem Case teilgenommen haben.

Da ich selber einige WhatsApp-Newsletter abonniert habe, kann ich auch aus Empfänger-Sicht sprechen – auch wenn dies natürlich sehr subjektiv ist. Die Sales-Newsletter dürfen nicht allzu häufig zugestellt werden. Wenn ich jeden Tag Infos bekomme, „Mädels: hier was Schickes für die Party am Wochenende!“ dann teasert es nicht, sondern nervt nach kurzer Zeit. Da helfen auch keine passenden Emojis. Anders bei Informationskanälen. Einen Newsletter habe ich abonniert, der „+++ TOP NEWS AM MORGEN/MITTAG/ABEND +++“ versendet. Das finde ich in Ordnung und freue mich über die Extra-Informationen, die ich über meinen Lieblingssport erhalte.

Also, solange es noch nicht inflationär ist, sollte auf den Whatsapp-Newsletter-Trend aufgesprungen werden. Wenn dann immer mehr Wettbewerber einsteigen (und das werden sie!) könnt ihr direkt von der Kundenloyalität profitieren, die ihr bis dahin schon aufgebaut habt. Allzu viele Nachrichten sollen dann ja auch nicht über Whatsapp kommen. Dafür ist der Kanal weiterhin zu persönlich. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Subscriber bei euch abmelden, um sich bei eurem Konkurrenten anzumelden, ist gering. Also hier früh genug beginnen. Schwieriger wird es nämlich werden, wenn alle gleichzeitig mit dem WhatsApp-Marketing beginnen. Da müsst ihr dann stark in den Wettbewerb gehen.

Also, worauf wartet ihr noch?!

Jennifer Nitsch

Jennifer Nitsch

Online-Marketing-Beraterin

Für Jenny gibt es kein Thema, dass sie nicht interessiert. Learnings aus ihren täglichen Aufgaben wie Social Media Ads, Analysen oder den Google Tools teilt sie gerne. Nicht zu vergessen ist ihr Sinn für alle Optimierungsmöglichkeiten. Deswegen finden sich ab und an auch Artikel über ihren HomePod oder andere privat genutzte Tools auf unserem Blog.

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