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Vom „Like-Zins“ bis zum Hotdog for free – Die CeBIT 2013 in Hannover

von am 12. März 2013 verfasst


Der Tag und seine begrenzte Stundenzahl

Schon am Anfang der CeBIT fragten wir uns, wie viel und was wir alles an dem einen Tag sehen wollen und vor allem können. Wir entschieden uns für einen gezielten Rundumschlag. Als erste Anlaufstelle hatten wir Halle 6 mit der Webciety ins Auge gefasst. Dort waren Themen wie Digital Marketing, Web Content Management oder Mobile Services beheimatet. Wir wohnten einem kurzen Panel über Innovationsprozesse in Unternehmen bei (Büro-Kollege Martin Heers lässt grüßen), bevor wir weiterer Stände abklapperten und Svenja sich schließlich in Richtung Geschäftstermin verabschiedete – denn Messen sind schließlich auch Orte der Begegnung und des Netzwerkens.

Ich fokussierte mich im Laufe der nächsten Stunden auf die Bereiche Hardware und Multimedia Solution, um den neuesten technologischen Schrei ausfindig zu machen. Stattdessen traf ich auf Stände mit stationären Computersystemen. Ich war tatsächlich erstaunt, dass es diese noch auf eine Messe mit einem visionären Anspruch geschafft hatten.

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Die USA ist das Mutterland der Startups

Es folgten Hallen und Stände mit Startup-Entwicklungen aus allen Herren Länder, zumeist aber aus dem Mutterland der Startups, den USA. Neueste Stromspar-Ideen gefolgt von innovativen Ein-Mann-Flugobjekten und zwischendrin kleine Kaffestände, um den ungeübten Messebesucher kräftemäßig bei der Stange zu halten. Plötzlich tauchte dann Kanzlerkandidat Per Steinbrück verfolgt von Fotografen und Bodyguards auf – Tuchfühlung zum Pöbel, das alte Spiel halt. Es bildete sich rasend schnell ein Menschenpulk und die Smartphones und Kameras wurden blitzartig gezückt. Es fragte tatsächlich jemand neben mir, noch während er das Foto machte, wer denn die Person eigentlich sei.

Kein(e) Kind(er) von Traurigkeit

Im Anschluss daran wurde es bunt. Ich verließ buchstäblich Europa und ging nach Asien. Eine Halle mit fast ausschließlich koreanischen, chinesischen und/oder indischen Ausstellern. Gelegentlich traf man noch auf einen englischen oder amerikanischen Stand, der aber wohl nur aufgrund seiner farbenfrohen Aufmachung geduldet wurde. Eines der Highlights war hier ein asiatischer Aussteller, der die Besucher in einem schicken Casual-Business-Zweiteiler bestehend aus Anzughose und Trainingsjacke begrüßte.

Doch weg von der Mode hin zu den Themen, die Wirklich im Fokus standen: Kopfhörer, Kopfhörer, Kopfhörer, Bluetooth Verbindungen jeglicher Art, Mini-Boxen (mit leider nicht gutem Sound) und wieder Kopfhörer, soweit das Auge reichte. Ich hatte mitunter das Gefühl mich nur im Kreis zu drehen, da scheinbar jeder Stand diese anbot, in allen Farben und Formen. Bei manchen chinesischen Produkten hatte ich allerdings das Gefühl, diese schon einmal bei amerikanischen oder europäischen Wettbewerbern gesehen zu haben … Ich kann mich aber auch täuschen;-). Zumindest war die Qualität mancher Produkte schon recht bedenklich und erinnerte eher an Kinderspielzeug.

Sehr cool und vor allem hochwertig schien im Vergleich dazu eine neue Technologie, bei der man sein IPhone (wenn man eins hat) mit einer hauchdünnen Hülle überziehen kann, die das Handy dann vor Wasser und anderen Flüssigkeiten schützt. Sehr nützlich, meiner Meinung nach, da man ja seinen treuen Freund und Helfer heutzutage überall mit hin schleppt.

Doch es gab auch Angebote fernab von Technologie und Wissenschaft. So wurden
die Besucher etwas abseits des Trubels mit Getränke und Snacks versorgt. Liebe Hipster von Welt, vergesst altgediente Getränke wie Club Mate oder Ähnliches, der neueste „Shit“ auf dem Markt heißt „Baola“, die Zutaten werden aus Früchten des Affenbrotbaumes (Südafrika) gewonnen. Alles Fairtrade, frei von Pestiziden und handgemolken. Wenn das mal nix ist! Für die Interessierten geht’s hier entlang auf die Facebook Seite

Der „Like-Zins“

Am Nachmittag trafen Svenja und ich uns in Halle 6 wieder um uns gemeinsam einen Vortragspanel zum Thema „Facebook Commerce“ anzuhören. Learning war hier, und zum Glück hatten wir es vorher schon vermutet, das A und O einer funktionierenden Facebook Kampagne gekoppelt an einen Abverkauf über Facebook, kann nur über den richtigen Content laufen, wenn dieser als richtiges Mittel zum Zweck eingesetzt wird. Die Conversion findet auch in Zukunft nicht AUF Facebook sondern nur ÜBER Facebook statt, so war am Ende des Panels die einhellige Meinung der Redner. Einen anständigen Schmunzler gab es zum Schluss auch noch, als einer der Vortragenden einen Case einer Online-Bank vorstellte, bei dem die Kunden einen sogenannten „Like-Zins“ (mehr Likes, mehr Zins) anboten bekamen.

Den Rest des CeBIT-Tages durchliefen Svenja und ich noch zwei Hallen mit den Trends und Entwicklungen der Zukunft sowie den Recruiting und Jobständen. Sehr eindrucksvoll war dort der Stand der Bundesdruckerei, bei der die Standhostessen in grellem Türkis gekleidet daherkamen und den Besucher durch einen regelrechten Parcour aus Standaufbauten geleitet. Das nenne ich mal entspanntes Auftreten einer Bundesbehörde! Daumen hoch!

Einen Spontankauf tätigten wir dann fast bei unserer letzten Standbesichtigung des Tages. Ein 3D Drucker hatte uns in seinen Bann gezogen. Wahnsinn, das Teil. Eine Grafik wird mittels einer SD Karte auf den Drucker übertragen und in gerade mal eineinhalb Tagen hatte man ein maßstabsgetreues Modell von ca. 60 cm Höhe auf dem Tisch stehen (in der Größe konnte man natürlich variieren). Klingt im ersten Moment viel, ist aber umgerechnet auf die Zeit, die man dadurch in zahllosen Abstimmungsschleifen mit dem Kunden spart, gar nicht so wild. Dann fiel uns allerdings wieder ein, dass wir ja etwas mit Internet machen und gar keine 3D Modelle brauchen. Wenn wir sie aber brauchen würden, ja dann …

Wir verließen schließlich das CeBIT-Gelände mit dem Wissen, dass nichts so schön ist, wie das Absacker-Bier am Ende eines Messetages.

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Benjamin Grabbe

Ehemaliger

Ben ist ein crowdmedia-Urgestein. In der Startphase 2010 war er der erste Nicht-Gründer im Team. Ben ist begeisterter A-cappella-Musiker. Das ist auch der Grund, warum sich unsere Wege Mitte 2012 trennten. Mit seinen Bandkollegen von Mundial wollte er wissen, ob sie von der Musik leben können. Alle vier nahmen sich im Job eine Auszeit und stellten die Band für 12 Monate in den Mittelpunkt. Wir haben die Daumen fest gedrückt. Aber leider reichte es nicht. Mundial sind – soweit wir wissen – immer noch am Start und treten dann und wann auf Festen auf. Ben ist im Job zurück zu seinen Wurzeln gekehrt und Social-Media-Manager bei Elbkind und PuK.

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