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Meinung

Warum Facebook und ich nie Freunde wurden

von am 9. März 2016 verfasst


„Wie heißt du denn bei Facebook? Dann adde ich dich dort direkt mal.“ Wenn ich daraufhin erzähle, dass ich kein Facebook-Profil habe, kommt es mir immer so vor, als würden mich die Menschen für einen hinter dem Mond lebenden desozialisierten MOF (Mensch ohne Freunde) halten. „Wie erfährst du dann von Events? Wie bleibst du mit Freunden in Kontakt? Und wie bist du überhaupt durch das Studium ohne die ganzen Gruppen gekommen?“, fragen sie entsetzt.

 

Die neue Dimension des Stalkings

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Dabei ist es nicht so, dass ich Social Media generell ablehne, sonst würde ich wohl kaum hier sitzen und diesen Artikel schreiben. Ich habe Instagram, Snapchat, Whatsapp… nur kein Facebook eben. Facebook steht für mich für ein Stalking-Werkzeug, welches sich die Stasi vermutlich in ihren kühnsten Träumen nicht hätte vorstellen können. Wieso sollte ich einen Steckbrief und Fotos von mir veröffentlichen, um diesen meinen sogenannten „Freunden“ zur Verfügung zu stellen? Meine echten Freunde wissen doch, wo ich her komme, was ich mache und wann ich Geburtstag habe. Aber auf Facebook ist man eben mit Leuten „befreundet“, die man eventuell ein einziges Mal oder auch noch nie gesehen hat und denen man dann zeigt, was man so treibt und welche Kontakte man sonst noch hat. Wie befremdlich wäre es, wenn ich auf der nächsten Party jemanden kennenlerne, der mir einfach einen Steckbrief mit ein paar Bildern von sich in die Hand drückt, den ich dann zu Hause abhefte und nur wieder rauskrame, um mit meinen Freunden über meine neue Bekanntschaft und seine ungewöhnliche Frisur oder seine Ex-Freundin zu lästern.

 

Das Netzwerk der unrealistischen Selbstdarstellung

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Zudem möchte ich nicht von jedem Hanswurst zu irgendwelchen uninteressanten Events eingeladen werden oder wissen, was sie zurzeit auf Bali erleben. Bei Facebook geht es darum, sein Leben möglichst perfekt und damit so realitätsfern wie möglich darzustellen, indem man überbelichtete Fotos von Fitness, Food und weißen Stränden hochlädt, die alle anderen vor Neid erblassen lassen. Man könnte sich stattdessen auch einfach die Raffaello-Werbung in Dauerschleife angucken.

 

Facebook und die junge Zielgruppe – ohne mich

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Auch habe ich nicht den Eindruck, dass man über Facebook wirklich in Kontakt bleibt, sondern das Ganze hauptsächlich eine Datenablage á la „Menschen, die ich (im besten Fall) schon mal gesehen habe“ darstellt, die nichts kreatives an sich hat wie beispielsweise Snapchat oder Instagram. Menschen, mit denen ich Kontakt halten will, gebe ich meine Handynummer. Und Menschen, die zu mir Kontakt halten wollen, melden sich dann auch. Dann können sie mich per Whatsapp persönlich fragen, was ich so mache. Eine weitere Funktion, die mir an Smartphones gut gefällt, ist die integrierte Funktion der Telefonie. Eine meiner Meinung nach gelungene Innovation mit unbegrenzter Zeichenanzahl und echten Emotionen statt Emojis.

Jasmin Spitzer

Content-Marketing

Durch ihr Studium in Medienwirtschaft, Journalismus und Kommunikationsmanagement vereint Jasmin das gewisse Knowhow im Bereich Online-Kommunikation und die Leidenschaft des Schreibens. Auf unserem Blog teilt sie ihr Wissen und ihre Gedanken über Basics und Neuheiten des Content Marketings als ihr Spezialgebiet.

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