Warum Foursquare kein Nerd-Scheiß ist sondern Big Data bei der Arbeit - Onlinemarketing, Social Media & Content Marketing | crowdmedia GmbH Hamburg

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Warum Foursquare kein Nerd-Scheiß ist sondern Big Data bei der Arbeit

von am 29. März 2013 verfasst


Während ich die folgenden Zeilen schreibe arbeite Svenja parallel an einem Artikel über Ingress aus einer Nicht-Nutzer Perspektive. (Korrektur: vorher ist zunächst ein Artikel zur Potentialen von foursquare am Beispiel New York fertig geworden ). Ein Blick eines verwirrten Außenstehenden auf das nischige Augmented Reality Game von nantic und Google (auch thematisiert gewesen von Sascha Lobo auf seinem Slot auf der republica). Viele von euch die das hier lesen werden vielleicht von ingress noch nicht mal gehört haben. Für mich und einiger meine Kollegen ist es ein beliebter Zeitvertreib und eine Chance neue Leute zu treffen.

Wenn ich Leuten auf Seminaren von foursquare erzähle ist das Unverständnis oft genauso groß. Und auf die Frage „wie viele User machen das“ kann ich aktuell immer erwiedern: „eher eine handvoll als ein paar Dutzend“. Aber gerade in den letzten Tagen merke ich für mich: es werden mehr. Sie werden aktiver. (auch hier einige Punkte zu meinem persönlichen Foursquare Schicksal der letzten Wochen).

Als Führungskraft die für die Botschaften, die Produkte oder sogar den Erfolg eines Unternehmens verantwortlich ist, werfen solche Sachen vielleicht immer noch mehr Fragen auf als für die Privatpersonen. Was fragt sich der durchschnittliche Manager immer wenn er von einer neuen Chance hört?

  • Kann mir das helfen?
  • Hat das überhaupt Potential?
  • Muss ich mich damit überhaupt beschäftigen?
  • Ist das groß genug um Relevanz für mich zu haben.

Ein Set an Fragen, dass neben (vermeintlichen) digitalen Marketing-Trends für das C-Level ja sogar auf Ebene der Geschäftsmodelle und Produkte relevant ist. Ändert sich das Spiel komplett? Gibt es einen radikalen Wandel im Markt? Spannend hierzu The Innovator’s Dilemma von Clayton M. Christiiansen. Ganz einfach ein Buch das beschreibt dass etablierte Unternehmen bei neuen Märkten überfordert sind. Gilt aus meiner Sicht auch für etablierte Marketingabteilungen und neue Kanäle.

Ich denke, dass es vielen Menschen extrem schwer fällt Themen wie Location Based Services, Augmented Reality überhaupt zu durchdringen. Wie soll man dann ihr Potential abschätzen? Vielleicht wird es einfacher wenn wir versuchen das Thema Location Based an ein anderes Thema zu knüpfen. An eines das mehr Menschen für sich im Kopf schon mit „grundsätzlich relevant“ oder auch „muss ich mal für mich evaluieren, kann vermutlich was“ getagged haben: Big Data.

Also versuchen wir es am Beispiel von Foursquare und weiteren Location Based und in Verbindung mit Big Data ihre Potentiale zu erkennen.

Auch wenn scvngr als Dienst es vielleicht nicht besonders weit gebracht hat, der TED Talk, den Seth Priebatsch 2009 zum Thema Gamification und Game Layers hingelegt hat, der ist beeindruckend und prägend gewesen für mich. Mich hat er zum Evangelisten von Location Based Services und Gamification gemacht. Daher lege ich es auch ans Herz ihn anzusehen.

Man kann daraus viel ableiten über das was Big Data aus meiner Sicht in der Wirklichkeit ist. Der Begriff Big Data ist in aller Munde aber was bedeutet er eigentlich? Das viele Daten generiert werden? Das viele Daten erfasst werden? Das wir mehr Daten verarbeiten können als in der Vergangenheit denkbar war? Irgendwie alles so ein bißchen. Das Problem des Begriffes Big Data ist aus meiner Sicht, dass er sehr abstrakt ist. Und sehr vielschichtig. Je nach Anwendungsgebiet vielleicht auch fast vollkommen unterschiedlich in der Bedeutung. Und auf der re:publica habe ich gelernt, dass es wichtig ist abstrakte Daten mit wirklichen Vorfällen zu verknüpfen.

Im Display Advertising könnte Big Data das Targeting von Ads beeinflussen. Amazon kann durch Big Data sein Targeting verbessern. Ich weiß einfach noch mal mehr Details über mehr Kunden und dann sollten meine Algorithmen auch schlauer sein. Oder genauer dann sollten die Ergebnisse meiner Annahmen statistisch valider sein, dann habe ich mehr Chance Zusammenhänge zu erkennen die mir bisher verborgen geblieben sind.

Und was kann Big Data in Foursquare und anderen Location Based Services? Nun ganz einfach. Von Millionen von Usern habe ich in Summe aber auch auf die 1:N Situation runtergebrochen folgende Infos:

  • wer ihre Freunde sind (wie in jedem Social Network und meist gekoppelt an Facebook für mehr Info und Reichweite)
  • wo sie gerade sind mit GPS / WLAN Genauigkeit (ja, zugegeben anfällig für Manipulation)
  • wo sie gerade waren
  • wie schnell sie sich dort hin bewegt haben
  • wieviele venues es in der Nähe gibt
  • welche venues wie beliebt sind (checkins)
  • welche Reihenfolge es in checkins gibt
  • welche Präferenzen es nach Demographie gibt
  • welche Präferenzen es nach Uhrzeit gibt
  • wo es Tipps gibt
  • wo meine Freunde eingecheckt haben
  • wo es Tipps meiner Freunde gibt
  • usw … usf…

Ist schon ein wenig oder? Und sollte für Marketeers spannend sein dies Informationen anzuzapfen. Sicherlich viel stärker im ersten Moment für Personen die Ladengeschäfte oder Ketten haben. Aber auch für andere mag es spannend sein als man im ersten Moment denkt. Bitte den Marktforschungsaspekt nicht vergessen. Ich kann schlauer werden über meine Zielgruppe. Schlauer werden darüber wie Menschen das Netz nutzen und im besten Fall ableiten ob und wie ich unterstützen (NICHT! verkaufen) kann.  Es ist die Chance zu erkennen was echte Menschen jeden Tag machen. Anhand von echten Daten. Beispiel gefällig?

Der Puls von New York und Tokio in Foursquare

Foursquare check-ins show the pulse of New York City and Tokyo from Foursquare on Vimeo.

Wer da kein Potential sieht. Okay. Für alle anderen sollte aus meiner Sicht die Frage wie so oft sein „wie nutzen“ und nicht „ob nutzen“.

Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen.

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