Meinung

Warum wir unsere Facebook-Fanpage abschalten

von am 24. Juli 2014 verfasst


Es begann alles vor etwa drei Jahren. crowdmedia, noch weit entfernt von der heutigen Rechtsform GmbH, insgesamt noch im Aufbau begriffen, jung und wild. Wir stellten uns die Frage: Was passiert eigentlich, wenn man sich Fans kauft? Dann taten wir das, was wir seitdem als Todsünde brandmarken. Wir kauften Fans.

Facebook Insights Fans nach Land

Triebfeder war die Neugier. Damals war Fankauf ein wachsendes Geschäftsmodell (zugegeben auch ein wenig respektables) und wir wollten das einfach mal ausprobieren. Daraufhin investierte Sven den kleinen Dollar für loyale Fans aus der Levante.

Ein Riesenfehler, der uns heute auf die Füße fällt. Nicht nur weil wir uns hinstellen müssen, um zu sagen dass wir überhaupt Fans gekauft haben. Nein, wir haben uns mit dieser Jugendsünde bis heute der Möglichkeit beraubt, konsistentes Facebook Marketing mit bezahlten Ads und Sponsored Posts zu leisten.

Jedesmal, wenn wir Geld auf einen Beitrag legen, liken uns offensichtliche Fake-Profile. Und das nicht nur vereinzelt, sondern gleich dutzendfach. Egal, welche Anstrengungen wir unternehmen, uns inzwischen unliebsamer Fans zu entledigen, sie kommen immer wieder. Es ist wie der Kopf der Hydra.

Wenn man durch eigene Dummheit unsaubere statistische Daten produziert, hat man eben ein Problem. Wir kennen unsere echte Reichweite auf Facebook nicht. Wir wissen nicht, wo unsere Views herkommen. Und darauf haben wir keinen Bock mehr, das nervt ernsthaft.

Deswegen haben wir uns entschlossen, konsequent und für alle transparent eine Fehlentscheidung zu revidieren. Wir eröffnen neu. Unsere brandneue Fanpage findet ihr hier.

Warum machen wir das nicht still und heimlich? Weil das nicht zu der von uns vertretenen Politik des Dialogs auf Augenhöhe passt. Weil wir der Meinung sind, für Fehler sollten Unternehmen auch einstehen. So war es damals mit unserem Twitteraccount und so ist es heute mit unserer Fanpage.

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Wilko Steinhagen

Ehemaliger

Wilko gehörte zu den ersten Kollegen bei crowdmedia. Im Sommer 2011 trafen wir uns nach unserem Umzug in einer Büro-Gemeinschaft auf der Reeperbahn. Schnell wurde er aus einer lockeren Kooperation mehr und Wilko der erste Redaktionsleiter bei crowdmedia. Alles was Blog und Newsletter bei uns angeht, steht auf einer Basis, die Wilko gelegt hat. Auch wenn das Abenteuer Reeperbahn nach nur eineinhalb Jahren endete, blieb Wilko uns bis Sommer 2016 als Kollege erhalten. Dann zog es ihn samt seiner Familie nach Schleswig, wo er als Online-Marketing-Manager bei einem mittelständischen Unternehmen tätig ist.

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