Emotionales Employer Branding: Mit Gefühl gegen den Fachkräftemangel

Mein Herz schlägt für guten Content und für Unternehmen, die ihn zielgerichtet gestalten. Ein solches Beispiel entdeckte ich zufällig auf einer Maschinenbau-Messe. Deshalb sprach ich mit Stefanie Fischer von der DVS Technology Group über über Employer Branding, KI im Alltag und ein Kinderbuch gesprochen, das mehr kann als man denkt. Wie daraus authentisches Storytelling fürs Employer Branding wird, liest du hier.

Datum
08. Januar 2026
Autor
Svenja Schneider
Lesezeit
5 Minuten
Lupe über mehreren quadratischen Bausteinen mit weißen Personensymbolen auf dunkelviolettem Hintergrund.

Was hat ein Kinderbuch mit Maschinenbau zu tun?

Ganz ehrlich: Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mal so einen Satz schreibe. Aber: Ein Zahnrad hat mein Herz erobert. Und entweder denkst du jetzt: „Was zur Hölle?“ Oder: „Okay, erzähl weiter.“

Also, fangen wir von vorne an. Ich war auf der EMO in Hannover unterwegs, der weltweit größten Messe für Produktionstechnologie. Da lief mir plötzlich ein Maskottchen namens „Zahni“ über den Weg. Ein paar Minuten später hatte ich ein Zahni-Kinderbuch in der Hand, einfach aus Neugier eingesammelt und dann hängen geblieben.

Weil da etwas passiert ist, das man im B2B nicht oft sieht: Maschinenbau wurde plötzlich greifbar. Erst in Form eines menschgewordenen Zahnrads (kleine Sidenote: Mir wurde bestätigt, dass nicht der Praktikant im Kostüm steckte). Und dann in Form von emotionalem Storytelling fürs Employer Branding.

Das Ganze stammt von der DVS Technology Group, ein international tätiger Spezialist für hochpräzise Werkzeugmaschinen mit Sitz in Hessen. Die Gruppe bietet komplette Prozessketten zur Bearbeitung von Komponenten für klassische und elektrische Antriebe sowie allgemeine Industrieanwendungen.

Und weil ich wissen wollte, wie und warum Zahni entstanden ist, habe ich mit Stefanie Fischer gesprochen. Sie ist Head of Marketing bei der DVS Technology Group, hat das Projekt initiiert und maßgeblich begleitet.

Wie aus einer KI-Weiterbildung ein Kinderbuch wurde

Die Idee für Zahni kam nicht aus einem Strategie-Workshop, sondern mitten in einer KI-Weiterbildung. Stefanie hat sich gefragt: Wie können wir KI so nutzen, dass wirklich etwas draus wird – nicht nur technisch, sondern auch menschlich?

Die Antwort war kein Whitepaper, keine interne Präsentation sondern ein Kinderbuch. Ein visuell komplett mit KI umgesetztes Kinderbuch, inklusive Zahni als Hauptfigur. Ein Kinderbuch, das genau zeigt, worum’s bei der DVS Technology Group geht.

Denn dort heißt Verantwortung nicht nur, Innovation voranzutreiben, sondern auch, Lebenswelten mitzugestalten. Die Menschen dort sind nicht nur Fachkräfte, sondern auch Eltern, Vorbilder, Wertevermittler. Genau da setzt Zahni an.

Das Buch bringt Maschinenbau auf ein Level, das Kinder verstehen und Erwachsene emotional erreicht. Es weckt Neugier, macht ein bisschen stolz und stößt Gespräche an, die man aufgrund einer Broschüre nicht führt. Enthalten sind sieben Geschichten zum Vorlesen, Selberlesen, Staunen und Ausmalen.

Gerade im Kontext von Fachkräftemangel und Generationswechsel wird das besonders relevant: Komplexe Technologien werden zu Geschichten, die Brücken schlagen. Zwischen Jung und Alt. Zwischen Arbeit und Alltag. Etwas, das klassische Kommunikationsmittel selten leisten.

Die Illustrationen? Komplett mit KI erstellt. Was das Projekt doppelt spannend macht: Es zeigt nicht nur, was mit KI möglich ist, sondern setzt KI direkt dafür ein, etwas zu schaffen, das wirklich im Kopf bleibt.

Für mich ist das ein richtig gutes Beispiel dafür, wie Employer Branding wirken kann, wenn man es nicht für den Showroom macht, sondern für die Menschen, mit denen man täglich arbeitet.

Ein Kinderbuch auf der Messe: Darum geht das auf

Dass das Kinderbuch auf der Messe aufgefallen ist, wundert mich im Nachhinein kein Stück. Ja, das Maskottchen (oder doch der Praktikant?) hat natürlich einen verdammt guten Job gemacht und Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Aber auch das Heft an sich sticht zwischen Kugelschreibern, Visitenkarten und dem typischen Messe-Gedöns einfach heraus.

Weil es nicht nur nett aussieht und einen Pixie-Buch-Nostalgie-Faktor triggert , sondern einen emotionalen Einstieg in ein sonst ziemlich komplexes Thema bietet. Zahni war und ist nicht nur ein Gag, sondern ein echter Gesprächsanlass.

Was ich daraus mitnehme

👉 Inhalte, die man anfassen kann, bleiben eher im Kopf hängen

👉 Wenn etwas mit Leidenschaft gemacht ist, merkt man das

👉 Technik + Haltung = Wirkung

Emotionalität (im B2B) schadet nicht – sie hilft

In vielen Projekten sehe ich: Sobald’s emotional wird, zucken viele Unternehmen erstmal zurück. „Passt das zu uns?“ Diese Frage kommt oft. Aber genau da liegt das Potenzial.

Wenn wir Menschen erreichen wollen – Bewerber*innen, Mitarbeitende, Kund*innen – dann brauchen wir mehr als nur Zahlen und Leistungsdaten.

Weil: Wie funktioniert denn Storytelling eigentlich? Storytelling schafft Verbindung. Menschen erinnern sich nicht an Bulletpoints, sondern an Geschichten. An Figuren, an Bilder, an Gefühle. Storytelling macht abstrakte Themen greifbar und schafft Orientierung, wo sonst nur Komplexität wäre.

Was es dafür braucht: Haltung, Relevanz und Klarheit. Und manchmal auch ein Kinderbuch.

Das Projekt zeigt:

  • Technologie wird verständlicher, wenn man sie nicht erklärt, sondern erzählt.

  • Werte werden erlebbar – nicht über Claims, sondern durch echtes Handeln.

  • Die Marke wird unterscheidbar, gerade da, wo viele gleich kommunizieren.

  • Haltung wird sichtbar – und genau danach entscheiden sich heute viele Menschen.

Stefanie hat dazu etwas gesagt, das bei mir hängen geblieben ist: „Wie jemand auf Zahni reagiert, zeigt oft, ob die Person zu uns passt.“ Und ich finde, das bringt’s ziemlich gut auf den Punkt.

Vom Einzelprojekt zum Storytelling-Baukasten

Was als Idee in einer Weiterbildung begonnen hat, wächst gerade in viele Richtungen weiter:

  • Inhalte für Social Media

  • Download-Versionen

  • Einsatz im Recruiting

  • Spendenaktionen

  • Gespräche im Vertrieb

  • Identifikation im Team

Kurz gesagt: Das Projekt lebt und es lässt sich weiterdenken. Nicht als Kampagne mit Start und Ende, sondern als etwas, das sich an vielen Stellen nutzen lässt. Immer wieder neu.

Fazit: Menschlichkeit macht Employer Branding stark

Das Kinderbuch rund um Zahni zeigt, was möglich ist, wenn man sich traut, neue Wege zu gehen und gleichzeitig nah an den eigenen Werten bleibt. Für mich ist das Employer Branding, wie es sein sollte: ehrlich, relevant, mutig. Nicht laut um jeden Preis, sondern so, dass es hängen bleibt. Davon bitte mehr.

Danke an Stefanie für den offenen Einblick hinter die Kulissen und für den Mut, Employer Branding mal anders zu denken.

Zahni bleibt auf jeden Fall im Kopf. Und vielleicht ja auch ein bisschen im Herzen.

Wer neugierig geworden ist: Die Geschichten rund um Zahni gibt’s als Download und zum Weiterstöbern auf der Website der DVS Technology Group: 👉 www.dvs-technology.com/zahni

Hast du Lust mit mir über Employer Branding zu sprechen? Dann ping mich gern per Mail oder LinkedIn an.

Svenja Schneider

Als Beratungs Botschafterin stelle ich sicher, dass jeder einzelne Content ins Gesamtbild und die Strategie passt.

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