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Der Tod und seine Folgen im Web


Digital Heritage oder die Frage was passiert mit meinem virtuellen Ich, wenn das echte Ich nicht mehr da ist. Eine dieser Fragen an denen gut zu sehen ist, dass wir durch neue Medien manchmal doch komplett neue Fragestellungen zu beantworten haben. Und dies ist definitiv eine Fragestellung, die mit der Zeit jedem von uns klar wird.

Ein sehr persönlicher Vortrag von Lisa Rank. Ihre Sicht der Dinge. Ihre Fragen. Ihr Vorschlag für eine Diskussion. Für mich hat sie viele wichtige Aspekte angesprochen.

1. Die Frage: Worüber reden wir eigentlich?

Einerseits sind es ganz praktische und rationale Dinge – was ist von mir digital zu vererben. Worüber müsste ich mir oder meine Kinder / Eltern Gedanken machen, wenn ich nur noch wenige Monate hätte? Wir reden von laufenden Verträgen. Wir reden von der Frage “wo sind überhaupt Profile von mir?”. Wir reden von “was ist zu tun?” und “wer macht es?” .

Andererseits ist es die emotionale Komponente. Wie gehe ich damit um, dass jemand im echten Leben nicht mehr da ist, im virtuellen aber schon. Was macht das mit uns und den anderen (vielleicht näherstehenden) Hinterbliebenen. Und wir reden hier nicht von Whitney Houston oder Michael Jackson als Fall, sondern von den Nachbarn, Kollegen oder Schulfreunden.

Das wirft neue Fragen auf. 

2. Wer trägt die Verantwortung für das digitale Erbe?

Es war wie gesagt ein sehr persönlicher Vortrag. Und auch im Feedback der Zuhörer wurde viel aus diesem Bereich geteilt. Bei mir mit zwei Konsequenzen: das Bedürfnis einigen Leuten sofort mitzuteilen wie wichtig sie mir sind und die Erkenntnis, dass es meine Aufgabe sein sollte die Verantwortung zu übernehmen. Sei es zunächst einfach in einer Form der Bestandsaufnahme was zu klären ist. Aber auch ein aktives kommunizieren: so möchte ich es haben. Der Satz fiel 2-3 mal in ähnlicher Form: es denen die schon traurig sind, weil ich weg bin nicht noch schwerer machen.

3. Was ist okay in Trauer und was nicht?

Es geht aber ja nicht nur um die Verwaltung der Bestände, sondern auch um den Umgang mit dem Ableben. Wie können, sollen und dürfen die sich im virtuellen Raum äußern. Dafür entstehen die Spielregeln vielleicht erst.

Okay ist das was ich für okay erachte. Ich sollte Rücksicht nehmen auf die anderen Beteiligten. Gerade wenn ich vielleicht “nur” ein Bekannter bin und kein Verwandter. Aber hier gibt es im digitalen, wie es schon seit langer Zeit im “echten” Leben, kein reines richtig oder falsch. Hier muss jeder entscheiden was passt. Kurz: Mit Augenmaß und Blick auf die Anderen agieren. Und das ist in solchen emotionalen Ausnahmesituationen schwierig und wird es immer sein.

4. Verändert sich Trauerkultur?

Vielleicht ja. Und vermutlich wäre es auch nicht schlecht. Für mich ist das wie für viele Andere wohl auch eines der Themen, die man gerne ausblendet. Auch wenn man weiß, dass es dazu gehört. Für uns alle. Und hier war ein längerer Input am Ende des Vortrags aus dem Publikum spannend. Eine Trauer-Expertin gab einen Abriss darüber, wie sich trauern entwickelt hat. Das es nicht immer so war wie es heute ist. Das gesellschaftliche Veränderungen es beeinflusst haben und sicher auch in Zukunft beeinflussen werden. Vielleicht können wir im Trauern wieder näher zusammenrücken. Wenn wir denn bereit sind, dass auch virtuelle Anteilnahme einen Wert hat. Am Ende auch bei diesem Thema die Frage nach der Wertigkeit die so oft gestellt wird: ist es denn unverbindlicher und weniger wertvoll was virtuell geschieht?



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