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Live-Streaming: Hype oder Zukunft?

von Jasmin am 15. November 2016 verfasst


Vor einigen Jahren revolutionierte das Bewegtbild, insbesondere seine mobile Nutzung, die Medienwelt und damit auch die Marketingwelt. Der darauffolgende Coup trägt den Namen Live-Streaming. Doch wozu ist das gut, wie geht das und was bringt es meinem Unternehmen? Herzlich Willkommen zu einer Grundlagen-Lektion des Themas Live-Streaming.

Alles, was du brauchst

Heutzutage kann jeder ganz einfach einen Live-Stream zu senden, du brauchst lediglich ein Smartphone, Tablet oder zur Not auch einen PC bzw. Laptop inkl. Webcam. Wichtig ist, dass du eine stabile Internetverbindung hast, da sich die Upload-Geschwindigkeit ergeblich auf die Bild- und Tonqualität deines Streams auswirkt. Für die Übertragung eines Streams stehen dir verschiedene Möglichkeiten zu Verfügung. Hier findest du eine kleine Auswahl.

Facebook

facebook_liveSeit Anfang dieses Jahres ist Facebook Live-Streaming-Lösung namens Facebook Live auch in Deutschland angekommen.Während dein Stream läuft, kannst du genau sehen, wie viele Live-Zuschauer du hast. Außerdem sind deine Freunde, die dir zuschauen, sowie ein Echtzeit-Stream der User-Kommentare sichtbar. Übrigens: Auch das Blockieren einzelner Nutzer ist möglich, wenn du nicht willst, dass sie zusehen. Die Live-Übertragung darf insgesamt maximal 30 Minuten lang sein. Danach wird sie wie ein normales Video in der Chronik gespeichert. Weiteres zu Facebook Live und wie es genau funktioniert, findest du auf der Website.

YouTube

youtube_streamYouTube bietet zwei verschiedene Streaming-Arten an. Zum einen „Jetzt streamen“ und zum anderen „Veranstaltungen“.

Bei „Jetzt streamen“ handelt es sich um eine einfache Streamingoption. YouTube erkennt automatisch die Auflösung und die Frame-Rate deines Streams. Auch hier ist ein Echtzeit-Chat sowie eine Verfolgung von Echtzeit-Daten möglich.

Etwas komplizierter geht es bei „Veranstaltungen“ zu. Du hast hier die Möglichkeit, Datenschutzoptionen auszuwählen, eine Startzeit festzulegen, einen Sicherungsstream zwecks Redundanz zu aktivieren, mehrere Liveveranstaltungen zu erstellen und diese gleichzeitig zu streamen. Allerdings musst du für jeden erstellten Livestream deine Codierungs- und Netzwerkressourcen proportional erweitern. Außerdem muss jeder Livestream einzeln gestartet und beendet werden.

Wie das Ganze im Detail abläuft, erfährst du hier.

Periscope

periscope_streamBei Periscope handelt es sich um eine App, die sowohl im App Store als auch im Play Store verfügbar ist, und zu Twitter gehört. Du kannst dich somit über deinen Twitter-Account oder aber auch mit deiner Telefonnummer anmelden. Das Anschauen des Streams ist über die App oder im Browser möglich. Kommentare, die Bewertung eines Streams in Form von Likes sowie die Begrenzung der Adressaten auf ausgewählte Zuschauer sind alles Funktionen, die dir Periscope bietet. Zudem kann man wählen, wem man folgen möchte und wird informiert, wenn die entsprechende Person live geht. Die Übertragung wird mit einer Nachlaufzeit von 24 Stunden nach Erstsendung zwischengespeichert und ist danach nicht mehr verfügbar. Es ist jedoch möglich, eigene Streams auf dem Mobiltelefon dauerhaft zu speichern.

Schau dir hier an, wie das ganze live und in Farbe aussieht.

YouNow

younow_streamYouNow ist vor allem bei der minderjährigen Zielgruppe populär, was insbesondere auf  den verstärkten Aktivitäten bekannter YouTube-Stars auf YouNow basiert, sodass auch deren Fans die Plattform entdeckten. Im Januar 2015 wurden bereits 16 Millionen Streams aus Deutschland gesendet.

Bei YouNow kannst du dich mit deinem Facebook-, Gmail- oder Twitter-Kontodaten registrieren. Die Nutzer müssen bestätigen, dass sie mindestens 13 Jahre alt sind, wobei jedoch keine Überprüfung erfolgt. Chat und Bewertung des Streams ist auch hier integriert. Das Besondere ist, dass ein streamender Nutzer durch die Likes seiner Zuschauer in einer Rangliste aufsteigen kann und dadurch eine höhere Reichweite erlangt.

Probier es doch gleich aus.

Twitch

twitch_streamMarkus hat mich berechtigterweise darauf aufmerksam gemacht, dass ich der Vollständigkeit halber auch twitch.tv erwähnen sollte. Dass die Plattform nicht zu vernachlässigen ist, zeigt die Zahl der durchschnittlichen aktuellen Zuschauer, die 2015 bei 550,000 lag. Twitch ist ein Streaming-Portal, das auf Videospiel- und E-Sport-Übertragungen spezialisiert ist, mittlerweile aber auch Talkshows, Livestream-TV-Sender, sowie verschiedene Creative- und Music-Kanäle überträgt. Die meist gesehenen Spiele sind Klassiker wie League of Legends, Counter Strikes und Dota 2.

Auf dem Live-Streamportal werden, ähnlich wie bei YouTube, Kanäle angezeigt, denen man zuschauen kann. Natürlich kann aber auch jeder selbst einen solchen Stream erstellen. Um auf Twitch zu streamen, benötigt man ein Aufnahmeprogramm wie z.B. Open Broadcaster, XSplit oder für das Smartphone BlueStacks, einen Twitch-Account und ein entsprechend leistungsfähiges Endgerät. Allerdings ist das Setup etwas aufwendiger und daher eher für regelmäßige Streamer geeignet. Wie das im Detail funktioniert, erfährst du auf giga.de.

Natürlich gibt es noch weitere Live-Streaming-Plattformen und -Apps, jedoch halte ich die genannten für zurzeit in Deutschland am weit verbreitetsten.

Aber wozu?

Live-Streaming ist das Mittel der Wahl, wenn es darum geht viele Informationen gleichzeitig, präzise und authentisch an eine große Anzahl oder ganz bestimmte Gruppe von Menschen zu vermitteln. Hinzu kommt, dass dieses Medium eine außerordentlich hohe Authentizität mit sich bringt. Was man direkt und unmittelbar im Live Stream sieht und hört, empfindet der Rezipient als wahr. Dabei ist der Faktor der Gleichzeitigkeit entscheidend – denn an einen Live Stream kann nach Meinung der Zuschauer nichts geschnitten oder manipuliert werden. Die emotionale Wirkung ist somit enorm und lässt sich durch die Möglichkeit der direkten Reaktion auf den Zuschauer (und andersherum) weiter steigern.

Das Erfolgsrezept des Live-Streaming lautet somit: Authentizität und Emotionalität durch Gleichzeitigkeit und Interaktion.

Live-Streaming in der Praxis

Live-Streaming findet vor allem bei Events wie zum Beispiel Pressekonferenzen, Aktionärshauptversammlungen oder Jahresabschlussfeiern, die von Mitarbeitern, Kunden, Aktionären und externen Partnern bequem online mitverfolgt werden können, Anwendung. Ein weiterer Vorteil ist somit die Ersparnis von Zeit und Ressourcen.

Auch im Recruting oder Employer Branding kann der Einsatz von Live-Streaming äußerst wirksam sein, indem ein Unternehmen Einblicke hinter die Kulissen gewährt.

Wie bei anderen medialen Plattformen spielen auch beim Live-Streaming Influencer eine bedeutende Rolle. Gerade die YouTube-Stars auf YouNow halten gerne einmal bestimmte Produkte in der Hand oder sprechen ihre Empfehlungen aus.

Was auch immer erreicht werden soll – Branding, Customer Care, Produktinformationen oder Employer Branding – wichtig ist wie immer, dass das Ziel klar ist. Zusätzlich muss das Live-Streaming zu deinem Unternehmen und deiner Zielgruppe passt. Ein treffender und stimmiger Ansatz mit passendem Konzept ist notwendig, um das Live-Streaming professionell einzusetzen und nicht nur mitzumischen, um irgendwie dabei zu sein.

Hype, der bleibt?

Unternehmen im deutschsprachigen Raum haben gute Chancen, sich als Early Adopter zu positionieren und eine immer größer werdende Community zu erreichen. Die Zahl der Live-Streaming-Nutzer in Deutschland beträgt in diesem Jahr immerhin 23,1 Mio. – zum Vergleich: 2013 lag sie noch bei 15,6 Mio. Gerade junge Leute nutzen Live-Streaming-Dienste und sind dort gut erreichbar. Ich denke, dass uns das Live-Streaming so schnell nicht mehr verlassen wird, die Vorreiter Skype und Google Hangout sind schließlich schon jahrelang unsere Begleiter. Und wer weiß, was als nächstes kommt, wenn Geruchsübertragung,  360°-Videos und Virtual Reality Gang und Gäbe sind…

Jasmin Spitzer

Jasmin Spitzer

Werkstudentin

Durch ihr Studium in Medienwirtschaft, Journalismus und Kommunikationsmanagement vereint Jasmin das gewisse Knowhow im Bereich Online-Kommunikation und die Leidenschaft des Schreibens. Auf unserem Blog teilt sie ihr Wissen und ihre Gedanken über Basics und Neuheiten des Content Marketings als ihr Spezialgebiet.

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