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Urheberrecht, Creative Commons und die Lizenzierung von Bildern im Netz

von am 4. Juli 2012 verfasst


Bildlizenz bekommen

Gehen wir nun davon aus, du möchtest für eine Kampagne ein Bild lizenzieren und bist im Web auf der Suche nach geeignetem Material. Ein passendes Bild ist gefunden und nun kommt die spannende Frage: Von wem genau erwirbt man nun die Bildrechte?

Das kann zum einen der Fotograf selber oder eine Bildagentur sein. Allerdings kommen in diesem Fall drei weitere wichtige Punkte ins Spiel, die es zu beachten gilt:

– Person auf dem Foto

– Markenzeichen auf dem Bild

– Das Design des Bildes

Nehmen wir beispielsweise eine Person auf dem Foto, so darf sie über die Verwendung des Fotos mitentscheiden, da ihre Persönlichkeitsrechte betroffen sind. Hier muss im ersten Schritt eine Freigabe erfolgen, ein sogenanntes Model-Release. Zeigen Fotos Marken- oder Warenzeichen von Unternehmen in Form von Logos, so muss man auch hier zuerst die Genehmigung abholen, um es benutzen zu dürfen. Interessant wird es bei dem Punkt Design, da dort Designer bestimmter Gegenstände, die sich zufällig auf dem Foto befinden, Ansprüche geltend machen dürfen. Auch hier ist also Vorsicht geboten und am besten wird zuerst nachgefragt – idealerweise beim Urheber des Bildes.

Oft ist es nicht einfach, die einzelnen Rechteinhaber ausfindig zu machen und man neigt schnell dazu das jeweilige Foto „einfach so“ zu benutzen.  Dies kann später vor Gericht sehr teuer werden. Was also in so einem Fall machen?

Es gibt einen recht einfachen und unkomplizierten Weg: Die sogenannte Haftungsfreistellung. Hierbei wird ein Teil der Lizenzgebühren für den Schutz vor Klagen
aufgewendet und bei eventuellen Forderungen durch Rechteinhaber tritt dieser Schutz in Kraft und der Lizenzgeber begleicht die anfallende Summe.

Was bedeutet lizenzfrei?

Will man nun Fotos nutzen, ohne eine Summe an den jeweiligen Urheber oder Rechteinhaber abzudrücken, so kann man auch nach lizenzfreien Fotos suchen. Doch Vorsicht, Lizenzfrei heißt nicht gleichzeitig, dass man alles damit machen kann.
Die meisten bekannten Fotoportale wie z.B. Fotolia oder iStockphoto haben die Freigabe ihrer Fotos an bestimmte Bedingungen geknüpft. So müssen der Namen des Autors oder die Nennung des Anbieters (bzw. Rechteinhabers) der Fotos im Bild, in der Bildunterschrift oder im Impressum erfolgen. Erfolgt dies nicht, so macht man sich ebenso strafbar, als hätte man bewusst ein Bild ohne Lizenz und Plattform aus dem Netz geladen und benutzt – also geklaut.

Als dritte Möglichkeit gibt es auch den Weg über die Creative Commons, einer Non-Profit Organisation, die sich darauf spezialisiert hat, vorgefertigte Lizenzen zu erstellen, um es sowohl für die Urheber als auch für die Bildinteressierten einfacher zu machen. Durch die zum Teil deutlich abgesenkten Urheberrechtsbeschränkungen ist es für Bildnutzer zunehmend interessanter, genau diese Art der Lizenzinhaber anzusprechen, um eine größere Freiheit für den Umgang mit den Bildern zu haben.

Fazit

Es ist weniger kompliziert, rechtssicher ein Foto zu benutzen, als man vielleicht denkt.
Trotzdem sollte man gerade beim Teilen der Fotos in sozialen Netzwerken vorsichtig sein, da es auch bei lizenzierten Fotos oft nicht gestattet ist.

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Benjamin Grabbe

Ehemaliger

Ben ist ein crowdmedia-Urgestein. In der Startphase 2010 war er der erste Nicht-Gründer im Team. Ben ist begeisterter A-cappella-Musiker. Das ist auch der Grund, warum sich unsere Wege Mitte 2012 trennten. Mit seinen Bandkollegen von Mundial wollte er wissen, ob sie von der Musik leben können. Alle vier nahmen sich im Job eine Auszeit und stellten die Band für 12 Monate in den Mittelpunkt. Wir haben die Daumen fest gedrückt. Aber leider reichte es nicht. Mundial sind – soweit wir wissen – immer noch am Start und treten dann und wann auf Festen auf. Ben ist im Job zurück zu seinen Wurzeln gekehrt und Social-Media-Manager bei Elbkind und PuK.

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