Blog Setup und SEO - Domain, Subdomain oder Unterordner? - crowdmedia

Meinung

Blog Setup und SEO – Domain, Subdomain oder Unterordner?

von am 5. Dezember 2013 verfasst


Die ursprüngliche Fragestellung des Blog Setups im Detail

In meinem Workshop zu Social Media Blogging auf der DEPAK Social Media Tagung hatte ich eine Mischung aus redaktionellen und technischen Aspekten dabei. Auch das Thema Reichweitenaufbau kam dabei nicht zu kurz und da ging es natürlich neben Seeding und Werbung auch um SEO. Denn Google ist und bleibt ja einer der großen Gatekeeper in Sachen Webtraffic.

Ich hab zu dem Thema eine Meinung, andere sehen das anders. Dieser Tweet von Christian Henne war Ausgangspunkt der Diskussion, die dann dazu führte, dass ich meine Einschätzung der optimalen Lösung in Sachen Blog Setup und SEO hier erläutere.

Welche Möglichkeiten gibt es überhaupt einen Blog aufzusetzen?

Zunächst ist eine ganz generelle Entscheidung zu treffen: selber hosten oder auf eine fremdgehostete Lösung zugreifen? Bei der fremdgehosteten Lösung muss bzw. kann ich mir viele der weiteren Fragen gar nicht überlegen. Denn hier gibt uns unser Anbieter eindeutig vor, wie es in der Struktur auszusehen hat. Bei blogger, wordpress.com oder auch tumblr werden die einzelnen Blogs auf Subdomains angelegt wie z.B. merkelraute.tumblr.com.

Pro und Contra von Blogs auf externen Plattformen

Was sind die Vorteile von Blogs, die auf diese Art aufgesetzt werden? Nun, einerseits sind die bekannten Plattformen mit einer eigenen Reichweite versehen und man kann auf stabile Technologie zurückgreifen. Somit besteht also wenig Gefahr in der Wartungshölle zu landen und dann selber ran muss, wenn der Server Schluckauf hat. Quasi plug-and-play in Reinkultur.

Allerdings bieten diese gehosteten Plattformen oft auch nur eingeschränkten Funktionsumfang. So kann zum Beispiel auf wordpress.com nur eine eingeschränkte Anzahl von Themes und Plugins genutzt werden. Somit bietet diese Lösung aus meiner Sicht zu eingeschränkte Features, als das sie wirklich eine Option sein könnte.

Möglichkeiten des Setups einer selbgehosteten Blog Lösung

Wenn wir uns für eine eigene Installation entscheiden (fernab von der Überlegung welches System wir einsetzen), dann haben wir natürlich die freie Wahl, wie (und auch ob) wir den Blog in unsere Domain integrieren. Generell gibt es folgende Möglichkeiten:

Und das war dann der Ausgangspunkt für die Diskussion in Berlin. Denn aus meiner Sicht ist eigentlich nur die dritte Option richtig zielführend aus SEO Sicht. Trotzdem gibt es genug Beispiele, dass Corporate Blogs als Subdomains aufgesetzt werden und das ist aus meiner Sicht die schlechteste dieser drei Lösungen. Werfen wir nach einer kurzen Vorüberlegung zum Thema SEO einen Blick auf die drei Möglichkeiten.

Vorüberlegung: was ist relevant für SEO Projekte wie Blogs

Das war natürlich auch Thema des Workshops. Denn wenn wir einen Blog betreiben, dann ist das aus meiner Sicht auch immer ein SEO Projekt. Und die haben ja grundsätzlich zwei Spielfelder, um die wir uns zu kümmern haben: Onpage und Offpage Faktoren.

Bei den Onpage Faktoren geht es um die Gestaltung und natürlich den Content der Seite. Somit ist bei jedem Artikel die Überlegung nötig für welches Keyword er ranken soll. Die technischen Aspekte und die Gestaltung von Themes und Templates lasse ich bewusst außen vor, sind natürlich auch wichtig, würden aber den Rahmen sprengen. Ganz kurz gefasst: hier sind alle selbgehosteten Lösungen im Vorteil, da ich als Admin mehr Möglichkeiten der Gestaltung habe.

Und dann haben wir als zweites die Offpage Faktoren. Trotz aller Diskussion zu Relevanz von Shares in Facebook, Twitter und G+ auf das Ranking, sind hier Links immer noch das A&O. Fürs Verständnis erkläre ich das immer mit der bekannten Empfehlung. Jeder Link ist solch eine Empfehlung und die Seite, von der der Link kommt, ist der Absender. Und hier liegt für mich auch das Hauptargument was die Frage „wo wird der Blog gehosted“ angeht.

Der Corporate Blog als Installation auf einer eigenen Domain

Wie in den Beispielen zu sehen war, hat Frosta sich für eine eigene Domain entschieden statt einer Integration auf der Corporate Website. Aus meiner Sicht suboptimal, denn alle eingehenden Links und resultierenden Rankings haben keinen direkten benefit außer es werden aus dem Content des Blogs Links gesetzt auf die eigentliche Domain. Sicherlich also eine Quelle für Verlinkung, aber eben kein großer Treiber für die Domain Popularity. Will sagen: jeder externe Link stärkt den Blog, der zählt aber nur ein Mal für die Bewertung der Links der eigentlichen Hauptdomain.

Aus meiner Sicht also nur sinnvoll, wenn keine inhaltliche Nähe zwischen Blog und dem eigentlichen Absender besteht oder bestehen soll. Also wirklich nur für eigenständige Projekte, weniger für Corporate Blogs.

Die Lösung des Corporate Blogs als Subdomain

Also haben wir die zweite Lösung die Möglichkeit der Integration in die Subdomain. Die Links gehen also im Fall von Daimlers Corporate Blog auf die Subdomain blog.daimler.de. Für Google ist jede Subdomain wie eine eigene Domain zu werten, das heißt auch hier schlägt wenig von den Empfehlungen, die eingegangen sind, auf die Hauptseite durch. Die Hauptseite und die Subdomain weisen also vollständig verschiedene Backlink-Profile mit unterschiedlicher Domain- und IP-Popularität auf.

backlink-profile-daimler

Quelle: Screenshot seolytics.de

Aus meiner Sicht ist diese Lösung somit auch nicht optimal. Scheinbar wollen viele Verantwortliche für Kommunikation hier eine klare Trennung durchführen. Genau wie sie im Fall von Daimler auch den Karrierebereich vom Rest der Domain auf career.daimler.de getrennt betreiben.

Mein Favorit: der Blog integriert in die Hauptdomain

Und last but not least mein Favorit: die Integration auf der Hauptdomain als Unterordner wie bei Ritter Sport. Denn hier zahlen alle Links auf die Hauptdomain ein und das sind am Beispiel von Rittersport, wie hier im Screenshot aus Seolytics zu sehen ist, fast 50% von denen die auf die Hauptseite verlinken.

Vergleich der eingehenden Backlinks auf Ritter Sport

Quelle: Screenshot seolytics.de 

Fazit zur Integration von Corporate Blogs

Soweit grüne Wiese vorliegt und technisch möglich, würde ich immer die Option der Integration als Unterordner wählen. Aus Onsite Perspektive kann ich bei jeder Art der Lösung über Gestaltung des Templates und des Contents optimieren. Was die Verlinkung (und auch die Bewertung der Social Signals) bei den Offpage Faktoren angeht liegt aus meiner Sicht der größte Vorteil darin, dass die Links auf die zentrale Domain einzahlen. Google wird weiterhin neben der verlinkten URL auch die Relevanz der Domain bewerten.

Sven-Olaf Peeck

Geschäftsführung

Er mag das Internet und digitales Marketing. Er glaubt daran, dass alles messbar gemacht werden kann und auch sollte. Entsprechend schreibt Sven oft über Messbarkeit oder teilt seine Bewertung von Hypes. Svens Hoffnung: dass Firmen durch mehr Wissen weniger Quatsch im digitalen Marketing machen.

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