Content-Marketing

Content Marketing – Auch ein Thema für KMU?

von am 12. Oktober 2017 verfasst


In unten stehendem Artikel hat mein Kollege Dennis 2014 dargelegt, warum Content Marketing auch was für die Kleinen ist. Anlass für mich drei Jahre später mal zu schauen, was denn aus diesem „Content Marketing“ geworden ist und, ob es sich durchgesetzt hat.

Zunächst mal: Die Welt hat sich weiter gedreht! Wenn Du ein aufmerksamer Leser dieses Blogs bist, weißt Du, welche Vorteile Content Marketing im Recruiting hat oder auch wie SEO und Content in jüngster Zeit zusammen gewachsen sind, selbst die KPIs im Content Marketing sind Dir nicht verborgen geblieben.

Und als wissender Leser ist dir bewusst, dass heutzutage niemand mehr mit eindimensionalen Werbebotschaften mehr zu überzeugen ist und Kunden in ihren Bedürfnissen ernst genommen werden möchten. Um ins „Relevant-Set“ aufgenommen zu werden, muss ein Kunde immer wieder mit einem Produkt oder einer Marke in Berührung kommen und diese positiv belegt sein, zum Beispiel um als Helfer wahrgenommen zu werden, der Kundenbedürfnisse befriedigt.

Der Titel dieses Artikel suggeriert aber außerdem: KMU hätten kein Geld für Content Marketing, das können sich nur die Großen leisten. Das war ja auch Dennis‘ Thema.

In meiner täglichen Arbeit begegne ich KMU, die vor der Zeit- und Geld-Investition in Whitepaper/Blogs/Video-Content zurück schrecken, aber weiterhin fleißig Flyer, Broschüren und Druck-Anzeigen buchen. Meine These lautet also: KMU investieren oft mehr als man denkt in Marketing, für gutes Content Marketing müsste jedoch ein Budgetshift stattfinden, den viele nicht gehen wollen. Auch mit dem Hintergedanken, im Internet müsse doch eigentlich alles umsonst sein.

 

Content Marketing geht nicht ohne Geld und Zeit

… aber Spaß an der Sache und Kreativität können – zumindest den Mangel an Geld teilweise  –  ausgleichen. Kleine und mittlere Unternehmen sollten sich umso stärker mit ihren Kunden auseinander setzen, da stimme ich Dennis unbedingt zu. Aber auch mit ihrem eigenen Markenkern: Wer bin ich? Was kann ich besser? Wie will ich mich geben und welche Rolle möchte ich für meinen Kunden besetzen? Was ist meine Story? Ziele sollte man sich stecken. Und erst dann fragt man sich: Welche Kanäle möchte ich bespielen und wieviel Zeit habe ich? Dann steckt man sich für die Kanäle Ziele, die auf die großen, übergeordneten Ziele einzahlen.

 

Immer wieder gefragt: Beispiele.

Ich habe für Euch zwei Beispiele aus der Putzmittel-/Haushaltsreiniger-Branche rausgesucht: Frosch und Dr. Beckmann. Dr. Beckmann bietet mir mit seinem interaktiven Dr. Beckmann Fleckendetektiv ein Tool, mit dem ich als eher wenig informierter Verbraucher trotzdem zu dem richtigen Fleckenentferner komme und positioniert sich als Experte. Frosch setzt die Themen Umweltverträglichkeit, Familienfreundlichkeit und Mami-Blog für mich überzeugend und ansprechend um, ohne abgehoben zu sein.

Dazu passt, dass auch das Community Management auf Facebook läuft und man merkt, dass die ihre Kunden mögen und geduldig Fragen beantworten oder auf Kritik eingehen. Dass das aber alles Zeit und Ressourcen kostet, kann man sich ebenfalls denken.

Also, liebe KMU, es ist 2017. Ich möchte nicht 2020 hier sitzen und schreiben müssen, dass das Verständnis für Content-Marketing noch immer nicht in Deutschland angekommen ist und nur die Großen mehrwertige Kommunikation mit den Kunden betreiben. Shiftet Euer Budget, überlegt mal, wer Ihr seid und was Ihr könnt und habt Spaß am Internet – und ab geht die Post!


Folgend der Artikel von Dennis Virkus von 2014:

Dass Content Marketing auch ein Thema für KMU, also die kleinen und mittelständischen Unternehmen, ist möchte ich mit euch im Rahmen dieses Beitrags vorstellen. Nach einigen grundlegenden Überlegungen, was es so alles zu bedenken gibt, um sich dem Thema zu nähern, mache ich mich auf die Suche nach Best Practice Beispielen für Content Marketing bei KMU.

 

Scheitert Content Marketing bei KMU bereits am Budget?

Ein immer wieder gern genanntes Beispiel für das Thema Content Marketing ist Coca Cola. Ein umfangreiches „Online Magazin“ beschäftigt sich mit bunten Themen, die man bei Coke wohl für zur Zielgruppe passend erachtet.

Content Marketing KMU - Vorbild Coca Cola?Quelle: www.coca-cola-deutschland.de

Wer jetzt schon gewaltige Kosten vermutet, hat hoffentlich auch bedacht, dass natürlich auch Offline-Kampagnen (beispielsweise die Cola Trucks zur Weihnachtszeit) weiter laufen und Geld kosten. Es kommt also noch ein bisschen was dazu.

Aber braucht man diese Millionen Budgets, um selber mit Content Marketing erfolgreich zu sein? Das kommt meines Erachtens ganz darauf an. Ist man ein weltweit agierender Konzern und sieht sich Konkurrenz auf Augenhöhe gegenüber, führt wohl kaum ein Weg daran vorbei auch größere Summen für umfangreiche Projekte in die Hand zu nehmen. Aber ganz besonders kleine oder mittlere Unternehmen sehen sich selten in direkter Konkurrenz zu solchen Konzernen. Und selbst wenn das einmal der Fall sein sollte (beispielsweise bei einem Schreiner, der seine Kunden zu Ikea schwinden sieht), besteht die nicht unerhebliche Chance trotz allem online sichtbar zu sein und diesen Konkurrenzkampf zu führen.

 

Und wie soll das klappen?

Die Frage schwirrt jetzt sicher dem Einen oder der Anderen spontan im Kopf umher und ist natürlich sehr berechtigt. Ich denke es kommt vor allem darauf an das heraus zu arbeiten, was mich individuell/besonders (aus)macht. Fertige ich besonders individuelle Produkte an, muss das der potentielle Kunde wissen. Biete ich einen besonderen Service, muss das der potentielle Kunde wissen. Nimmt sich mein Preis gegenüber dem der „großen Konkurrenz“ nichts, muss das der potentielle Kunde wissen. Ich glaube es wird klar, worauf ich hinaus möchte. Jedes Unternehmen sollte mit dem Gedanken gegründet worden sein, etwas besser zu machen, als andere das bereits tun (alles andere wäre wenigstens bedenklich…). Also lasst es die Leute auch wissen.

 

Ein Plus in Sachen Content Marketing für KMU – das Thema Zielgruppen

Ganz kurz bleibe ich noch beim Beispiel Coca Cola. Was meint ihr, wieviel Prozent der Kunden ein Coca Cola Mitarbeiter so kennt? Das bewegt so wohl, wenn überhaupt, im Promille Bereich. Und der Betreiber einer Boutique um die Ecke? Da sollte das schon deutlich besser aussehen. Ja, mir ist natürlich klar, dass der Coca Cola Verantwortliche Marktforschungsunterlagen hat. Aber kann das mit dem erlebten Wissen über die eigene Kundschaft mithalten? Ich sehe hier jedenfalls einen deutlichen Vorteil für alle KMU, den es zu nutzen gilt. Ihr kennt eure Kunden und wisst, was sie (sehr wahrscheinlich) auch interessiert. Also richtet eure Inhalte danach aus (und überprüft natürlich auch, ob das tatsächlich stimmt, denn auch hierbei kann es natürlich eine Schere zwischen Theorie und Praxis geben).

 

Best Practice Beispiele für Content Marketing bei KMU

Nachdem wir jetzt ein bisschen darauf rumgedacht haben, ob und wie Content Marketing auch für KMU ein Thema sein kann, wird es nun Zeit sich einige Beispiele anzugucken, wie das Ganze in der Praxis aussehen kann.

Ein schönes Beispiel für ein Unternehmen, dass seine Produkte auch online vertreibt, ist das US-Unternehmen Poler. Dort vertreibt man so ziemlich alles, was man für einen „Camping-Trip“ braucht. Die sogenannten Adventures sind Bildstrecken, die den potentiellen Kunden nicht nur die Produkte im Einsatz zeigen, sondern meiner Meinung nach auch sehr ansprechend auf die Zielgruppe wirken dürften. Und wenn wir gerade schon dabei sind: Von den Produktfotos und Videos dürfte sich so manch anderes Unternehmen noch eine Scheibe abschneiden.

Ein weiteres Beispiel, das für viele kleine Betriebe sicherlich von Interesse ist, ist Bäcker Süpke aus der Nähe von Erfurt. Auch wenn es hier noch reichlich Verbesserungspotential gibt, schafft es der Bäcker mit den Rezepten in seinem Blog zumindest dicht neben chefkoch.de zu rangieren.

 

Also sofort loslegen mit Content Marketing?

Jein. Content Marketing bietet wie schon gesagt einige Chancen auch für KMU. Bevor es allerdings daran geht sich mit Content Marketing neue Kunden zu erschließen oder bestehende zu mehr Käufen zu bewegen, sollten zunächst alle anderen „Baustellen“ glatt gezogen sein. Die eigene Website muss vor allem funktionell sein und den Nutzern die Informationen liefern, die sie suchen (wie komme ich zu diesem Geschäft / was kann ich hier kaufen / ….). Wenn die Seite dabei auch noch gut aussieht, schadet das natürlich nicht.  Auch ist es sinnvoll zu abzuwägen, welche Social Media Kanäle für das eigene Unternehmen von Interesse sind und diese regelmäßig zu bespielen. Dazu kann auch bereits ein eigener Blog gehören, dessen Inhalte über den oder die Social Media Kanäle verbreitet werden. Das wäre allerdings schon die nächste Ausbaustufe, bei der bereits „über Bande“ die potentiellen Kunden eingesammelt werden.

 

Ist Content Marketing also ein Thema für KMU?

Für die, die vielleicht den einen oder anderen Absatz übersprungen haben, ist es vielleicht noch nicht ganz klar geworden: Ja, Content Marketing bedeutet natürlich auch für KMU Aufwand, aber ich bin der Überzeugung, dass dieser Aufwand sich auszahlt. Auch ist ein gewisses Budget nötig, aber mit Sicherheit muss man nicht in Dimensionen wie Coca Cola arbeiten. Wer gute Produkte oder auch Leistungen anbietet und diese beziehungsweise das eigene Unternehmen in einen passenden Kontext stellt, hat gute Aussichten auf diesem Weg erfolgreich zu sein.

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Kim-Jasmin Kirchoff

Projektmanagerin

Auf unserem Blog widmet sich Kim vor allem Themen der Organisation, Unternehmensentwicklung, Wertschöpfung und des Lead Managements. Dabei nimmt sie gern eine kritische Perspektive ein und betrachtet die Dinge aus einem neuen Blickwinkel.

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