Social Media

Was kostet Social Media?

von am 12. Juni 2014 verfasst


Die gute Nachricht: Kanäle sind kostenlos

Zuerst die beste Nachricht: Facebook ist kostenlos und dennoch nicht umsonst: Fanpage anmelden, Bilder einfügen, Infobox ausfüllen – fertig ist der Kanal.

Das ist natürlich Quatsch. Allein das Einrichten einer Fanpage kostet Arbeitszeit. Und Kosten für die Grafiken bzw. die Anpassung derselben.

Womit wir schon beim Hauptkostentreiber für Aktivitäten im Internet wären: die Manpower.

 

Was kostet Social Media? – Arbeitszeit

Social Media Manager heißen nicht so, weil es toll klingt. Es ist tatsächlich ein Berufsbild, welches koordinierende Fähigkeiten, Stressresistenz, Phantasie und Weiterbildungswillen voraussetzt. Diese Zeit muss vom Arbeitgeber einfach eingeräumt werden. Basta.
Doch wie viel Arbeitszeit sollte ein Unternehmen freimachen?
Die Antwort auf diese Frage wird durch die Wichtigkeit des Social Media Auftritts vorgegeben.
Soll nur einmal am Tag nachgeschaut werden, ob sich auf der Fanpage was getan hat? Dann reicht eine Wochenarbeitszeit von zwei Stunden.
Gibt es Kampagnen, die digital begleitet werden sollen? Dann erhöht sich die Wochenarbeitszeit – allerdings nur im Kampagnenzeitraum.

Bekommen die Social Media Kanäle gar eigenes Kampagnenbudget? Wie viele Kampagnen sollen es denn sein?
Wird der Kanal seriös betrieben, kommt man um eine Vollzeitstelle nicht herum, das meiste kann man als Kampagnenentwicklung und Projektmanagement verbuchen.

 

Was kostet Social Media? – Externe Kosten

Die externen Kosten sind ebenfalls ein bedeutender Kostentreiber. Tagessätze für Grafiker und Programmierer liegen inzwischen bei etwa 500 Euro – hier kommt es sehr darauf an, was das Unternehmen Inhouse leisten kann, um Kosten zu sparen. Ansonsten gelten hier die gleichen Regeln, wie im klassischen Marketing: je besser das Briefing, desto schneller Ergebnisse.

 

Was kostet Social Media? -Weiterbildung ist unumgänglich

Social Media Menschen müssen sich weiterbilden. Das Internet kommt als Organisationssystem dem Wetter nah. Es entsteht so viel neues gleichzeitig, dass man sich Mühe geben muss, die neuesten Entwicklungen mitzubekommen. Also brauchen Social Media Manager Zeit zum Lesen und eine Weiterbildungsmaßnahme auf hohem Niveau.

 

Was kostet Social Media? – Paid Media

Auch hier gibt es in vielen Unternehmen schon Vorerfahrungen in Form von AdWords-Kampagnen. Social Ads funktionieren nach dem gleichen Prinzip. Die Kosten sind gut zu kontrollieren, es bedarf keiner großen Zauberei um hier die Kosten gegen den Nutzen aufzuwiegen.

 

Die schlechte Nachricht: verkauft wird erstmal nichts

Das „Problem“ der eingesetzten Arbeitszeit existiert nicht, wenn man dem Einsatz einen Gewinn über einen einfachen Dreisatz gegenüber stellen kann. 10 Stunden Arbeit sorgen im Durchschnitt für einen Warenkorb von X und einem Gewinn Y. Das bedeutet eine Stunde Arbeit generiert den Gewinn von Y*0,1. Die alles entscheidende Frage „Lohnt sich das?“ lässt sich so sehr schnell beantworten.

Social Media ist aber viel mehr als Abverkauf: Servicekanal, Image, Awareness, Transparenz, Recruiting undsoweiterundsofort.

Und schon sind wir im alten Marketingdilemma: Was bringt Marketing überhaupt? Wie viele Autos werden mit einem Fernsehwerbespot von Mercedes verkauft?

 

Social Media hilft aus dem Marketingdilemma heraus

Einen unmittelbaren Vorteil gegenüber fast allen anderen Marketingmaßnahmen hat Social Media: Wenn ich weiß, was mein Ziel ist, lässt sich immer eine Infrastruktur bauen, die annähernd verlässliche Messdaten liefert.
Auch wenn die Diskussion über Klickbots und dergleichen nie ganz abebben wird, ist doch alles, was wir technisch messen können, schneller, günstiger und seriöser zu bekommen als durch Marktforschungsfocusgruppen am Ende einer siebenstellig teuren Kampagne.

 

Denken hilft sparen

Was bedeutet zeitnahe Messbarkeit nun für das Marketing? Genau: wir müssen kleinteilig und agil denken. Wie das geht, hat Sven in bisher zwei Artikeln erläutert.
Zwei Stunden denken (Ziele definieren, Messinfrastruktur aufbauen, reporten, optimieren) erspart acht Stunden Arbeit (sinnloser Datenmüll, gar keine Ergebnisse, verbranntes Geld).

 

tl;dr oder das Fazit

Social Media ist seriös kalkulierte Arbeitszeit plus externe Kosten plus Weiterbildung plus Advertising. Allerdings lässt sich Erfolg und Misserfolg gut messen. Um gut messen zu können brauche ich klare Ziele. Das sollte jedem schon einmal eine gute Basis geben, um die Frage „Was kostet Social Media?“ selbst beantworten zu können, wenn ihr eine konkrete Zahl benötigt.

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Wilko Steinhagen

Ehemaliger

Wilko gehörte zu den ersten Kollegen bei crowdmedia. Im Sommer 2011 trafen wir uns nach unserem Umzug in einer Büro-Gemeinschaft auf der Reeperbahn. Schnell wurde er aus einer lockeren Kooperation mehr und Wilko der erste Redaktionsleiter bei crowdmedia. Alles was Blog und Newsletter bei uns angeht, steht auf einer Basis, die Wilko gelegt hat. Auch wenn das Abenteuer Reeperbahn nach nur eineinhalb Jahren endete, blieb Wilko uns bis Sommer 2016 als Kollege erhalten. Dann zog es ihn samt seiner Familie nach Schleswig, wo er als Online-Marketing-Manager bei einem mittelständischen Unternehmen tätig ist.

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